Von einem Frauenkloster im Norden - Kloster Ribnitz

Verbinden Sie doch den Besuch des Deutschen Bernsteinmuseums mit einem Abstecher zum Kloster Ribnitz.

Das Klarissenkloster Ribnitz war eine fürstliche Stiftung. Heinrich II., der Löwe von Mecklenburg (* nach dem 14. April 1266; † 21. Januar 1329 in Sternberg), gelobte seine Errichtung im Jahre 1323. Es blieb das einzige Kloster dieses Ordens in Norddeutschland. Der Klarissenorden verehrt als seine Gründerin und Regelgeberin die Weggefährtin des Heiligen Franziskus, die Heilige Klara von Assisi (* 1193 oder 1194 in Assisi in Umbrien; † 11. August 1253 in San Damiano, Assisi).
Die ersten vier Nonnen für das Kloster Ribnitz kamen aus dem Kloster Weißenfels in Sachsen, später waren es vor allem Frauen aus dem mecklenburgischen und pommerschen Adel und dem Lübecker Patriziat, die in den Konvent eintraten. Fürstin Beatrix, eine Tochter des Klosterstifters wurde 1349 zur Äbtissin gewählt. Die Klosterchronik würdigt sie als ein Abbild von "Friedfertigkeit, Demut und Liebe und strengster Einhaltung der Ordensregeln". Bis ins 16. Jahrhundert wurde sie in Ribnitz als "Heilige Beata" hoch verehrt. Ihr Gedenktag ist noch heute der 8. April.


Das Kloster wurde das "Hauskloster" des mecklenburgischen Fürstenhauses. Bis zu seiner Aufhebung standen sechs mecklenburgische Herzoginnen dem Kloster als Äbtissinnen vor. Damit hatte es den höchsten Rang unter allen Frauenklöstern des Landes.
Die Klosterkirche ist ein Bau des ausgehenden 14. Jahrhunderts. 1393 erfolgte die feierliche Weihe. Besonders wertvoll ist der Erhalt der hölzernen Nonnenempore. Hier wurde bei Bauarbeiten im Jahre 2001 der "Ribnitzer Nonnenstaub" unter dem Nonnengestühl entdeckt. Dabei handelt es sich um zahlreiche Gegenstände aus dem Gebrauch der Nonnen, anrührende Zeugnisse der Frömmigkeit vergangener Jahrhunderte.
Ein bedeutender Schatz hat sich auch mit den "Ribnitzer Madonnen" erhalten. Diese herausragenden Holzbildwerke stammen zumeist aus den Altären der Klosterkirche. Die einzigartige Figur der Klara von Assisi ist die älteste erhaltene Großplastik dieser Heiligen im deutschen Sprachraum. Sie entstand um 1330. 
Sechs Meditationstafeln, um 1530 im Kloster vom Lesemeister und den Nonnen gemeinsam geschaffen, sind einmalige Zeugnisse der Frömmigkeit und der Kirchenkunst am Ort. 
Die im frühen 16. Jahrhundert entstandene Chronik des Klosters gehört zu den wichtigsten Quellen norddeutscher Geschichtsschreibung.
Die letzte katholische Äbtissin der Klarissen, Herzogin Ursula zu Mecklenburg (* 30. August 1510; † 22. April 1586 in Ribnitz) konnte die Einführung der Reformation im Kloster lange hinauszögern. Erst in ihrem Sterbejahr gab es einen evangelischen Geistlichen. Im Kirchenschiff errichtete ihr die herzogliche Familie 1590 ein groß angelegtes Epitaph.
In der Folge wird das Kloster eines der drei mecklenburgischen Landesklöster, ein evangelisches adliges Damenstift.
Jetzt bot es zwölf unverheirateten Frauen, zumeist Töchtern mecklenburgischer adliger Rittergutsbesitzer, Wohnung und sichere Versorgung.
1918 wird das Damenstift verstaatlicht. Nun wurden auch keine Anwartschaften mehr verzeichnet. Die letzte im Kloster lebende Konventualin und Domina des Klosters, Olga von Oertzen, starb 1961, damit endete die Geschichte des Klosters als geistliche Einrichtung.
Wertvolle Grabplatten, bedeutende Glasmalereien, eine große Zahl an Wappen von Konventualinnen des Damenstiftes und eine Sammlung der Stiftsorden der drei Landesklöster sind einmalige Zeugnisse der mecklenburgischen Adelsgeschichte.
Die Ausstellung "Dame von Welt, aber auch Nonne" zur Kloster- und Stiftsgeschichte führt Sie durch Klosterkirche in Backsteingotik und zeigt Ihnen die verborgenen und offenbaren Schätze des Klosters, damit Sie dem Leben der Klarissen und der evangelischen Stiftsfräulein nachspüren können.
Der lange anhaltenden Diskussion über den Sinn und Nutzen adliger Damenstifte stellte Theodor Fontane (* 30. Dezember 1819 in Neuruppin; † 20. September 1898 in Berlin) entgegen: "…, so daß den einrückenden Damen nicht nur Gelegenheit gegeben ist, die ihnen verbleibende Rente zu gutem Teile zu sparen, sondern sich auch durch Gastlichkeit und Einladungen an arme Verwandte zu wahren Freudenspendern für die ganze Familie zu machen. Könnte man zusammenrechnen, wieviel Gebrechliche, wieviel kranke junge Frauen und bleichsüchtige junge Mädchen in vielmonatlichem Sommeraufenthalt hier wieder genesen sind, so würde das eine Zahl von Tausenden ergeben."

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