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Erinnerung an das Grauen - Bullenhuser Damm Hamburg

Im Gebäude am Bullenhuser Damm befindet sich die Janusz-Korczak-Schule. Die Schule, gebaut 1908/10 wurde 1980 nach ihm benannt. Janusz Korczak, eigentlich Henryk Goldszmit (* 22. Juli 1878 (wahrscheinlich) in Warschau; † nach dem 5. August 1942 vermutlich am 6. oder 7. August im deutschen Vernichtungslager Treblinka), war Leiter des jüdischen Waisenhauses in Warschau.

Briefmarke Janusz KorczakBriefmarke Janusz Korczak

Im August 1942 wurden im Rahmen der Aktionen zur so genannten „Endlösung der Judenfrage“ die etwa 200 Kinder des Waisenhauses von der SS zur Deportation in das Vernichtungslager Treblinka abgeholt. Obwohl er wusste, dass dies den Tod bedeutete, wollte er die Kinder nicht im Stich lassen und bestand ebenso wie seine Mitarbeiterin Stefania Wilczyńska darauf, mitzufahren.

Dieses Schulgebäude wurde von den Nationalsozialisten kurz vor dem Ende ihrer Gewaltherrschaft zu einem Außenkommando des Konzentrationslagers Neuengamme gemacht. Das ehemalige Schulgebäude wurde von der Stadt Hamburg dem SS-eigenen Betrieb „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH“ zur Unterbringung von KZ-Häftlingen zur Verfügung gestellt und im November 1944 als Nebenlager für mindestens 592 überwiegend aus Polen und der Sowjetunion stammende Häftlinge in Betrieb genommen. 

ehem. Janusz-Korczak-Schule Hamburgehem. Janusz-Korczak-Schule Hamburg

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945, britische Truppen hatten das Hamburger Stadtgebiet bereits erreicht, sollten Kinder, an denen grauenhafte und unnötige Tuberkulose-Versuche vorgenommen wurden im Keller ermordet werden. Der SS-Arzt Alfred Trzebinski gab den Kindern eine Morphinspritze, woraufhin der SS-Unterscharführer Johann Frahm ihnen Stricke um den Hals legte und sie an zwei Haken im Heizungskeller der Schule erhängte. In derselben Nacht wurden dort noch 22 französische Mediziner, zwei niederländische Pfleger und 24 sowjetische Kriegsgefangene ermordet.
Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm erinnert seit 1980 an die Ermordung.

Gedenkstätte Bullenhuser Damm HamburgGedenkstätte Bullenhuser Damm Hamburg

Eine Dauerausstellung informiert über den Ort als Schule und als Außenlager des KZ Neuengamme, über die medizinischen Experimente, die Opfer, die Morde, die Täter und den Umgang mit dem Verbrechen nach 1945.
Im Rosengarten hinter dem Schulhof besteht die Möglichkeit eine Rose zum Gedenken an die Ermordeten zu pflanzen.
Öffnungszeit: Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Führungen sind möglich: Museumsdienst Hamburg, Telefon 040 428131-0
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Am 18. März 1946 wurde Alfred Trzebinski im Neuengamme-Hauptprozess, auch wegen seiner Mittäterschaft bei diesem Verbrechen, angeklagt. Am 3. Mai 1946 wurde er zum Tode durch den Strang verurteilt und am 8. Oktober 1946 in Hameln hingerichtet.

KZ Neuengamme



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