Das Jahr der Luftbrücke 1948

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Er war von 1947 bis 1949 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Hermann Lüdemann (* 5. August 1880 in Lübeck; † 27. Mai 1959 in Kiel). Am 23. November 1946 wurde der SPD-Politiker schon als Innenminister und Stellvertreter des Ministerpräsidenten in die von Ministerpräsident Theodor Steltzer geführte Landesregierung von Schleswig-Holstein berufen.
Zu seinem Kabinett gehörten unter anderem auch Kurt Pohle (* 2. Mai 1899 in Forst (Lausitz); † 3. November 1961 in Neumünster), Landesvorsitzender der SPD-nahen Arbeiterwohlfahrt in Schleswig-Holstein im Minsterium für Wohlfahrt und Gesundheit und Walter Damm (* 27. Juni 1904 in Wandsbek; † 11. Februar 1981 in Pinneberg). Von 1955 bis 1965 war Damm Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein. Hermann Lüdemann berief ihn als Minister für Umsiedlung und Aufbau. Am 24. Januar 1949 erfolgte die Umbenennung in Minister für Soziales. 

1948 ersetzt die neue Kreisordnung Kreis Stormarn der britischen Militärregierung die Amtsbezirke durch Ämter. 
Zwischen 1948 und 1955 veröffentlichte er eine Reihe von Kinderbüchern: Heinz Zache (Pseudonym: Ironicus, * 27. Oktober 1916 in Hamburg)
14. Februar 1948: In den Westzonen Deutschlands wird die bislang verbotene Produktion von Aluminium wieder zugelassen. Aber erst m 22. September 1970 wurde der Baubeginn für die Hamburger Aluminiumhütte und das Walzwerk der Reynolds Metal Company gefeiert. Nach drei Jahren Bauzeit nahm das Werk die Arbeit auf. Das US-amerikanische Unternehmen, damals der weltweit drittgrößte Aluminiumproduzent, errichtete damit einen Standort in einer boomenden Region. Um ihre Kapazitäten zu erhöhen, kaufte die Trimet Aluminium SE am 10. November 2006 die Aluminiumhütte (Elektrolyseanlage) und das Anodenwerk des im Jahr zuvor stillgelegten Hamburger Aluminium-Werks (HAW).

Deutsche Geschichte
13. Februar 1948: Aus dem Zusammenschluss der beiden Fußballvereine Kölner BC 01 und SpVgg Sülz 07 entsteht der 1. FC Köln.
Die Deutsche Mark wurde am 21. Juni 1948 in der Trizone und drei Tage später in den drei Westsektoren Berlins durch die Währungsreform 1948 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt und löste die Reichsmark als gesetzliche Währungseinheit ab. 
Gegen Vorlage von Kenn- und Lebensmittelkarten werden 40 Deutsche Mark pro Person ausgezahlt. Die ersten Ausgaben der Zeitschriften Stern und Welt am Sonntag erscheinen am 1. August 1948.
Und die Gründung der FDP erfolgt am 11. Dezember in Heppenheim. Zum ersten Vorsitzender wird Theodor Heuss gewählt.

Die Luftbrücke

Nachdem bereits Anfang 1948 der Verkehr zwischen den Westsektoren Berlins und Westdeutschland behindert worden war, nahmen die Sowjets die Währungsreform in Berlin zum Anlass, unter sehr fadenscheinigen Vorwänden die völlige Verkehrsblockade auf allen Land- und Wasserwegen vorzunehmen. Aus den Vorräten der Stadt konnte die Berliner Bevölkerung nur für etwa vier bis sechs Wochen versorgt werden, und das auch nur, weil der amerikanische Stadtkommandant Frank Howley nach den ersten Störungen des Berlin-Verkehrs Vorräte gelagert hatte. Ob Berlin aber gehalten werden konnte, war durchaus nicht sicher. In dieser Situation nahm der amerikanische Generalgouverneur in Deutschland, Lucius D. Clay (* 23. April 1898 in Marietta, Georgia; † 16. April 1978 in Chatham, Massachusetts), eine unnachgiebige Haltung ein und setzte sich damit bei der amerikanischen Regierung und beim Präsidenten der USA , Harry S. Truman (* 8. Mai 1884 in Lamar, Missouri; † 26. Dezember 1972 in Kansas City, Missouri), durch. Großbritannien und Frankreich schlossen sich der amerikanischen Haltung an, und in wenigen Tagen wurde eine Luftbrücke aufgebaut, die nicht nur ein humanitäres, sondern auch ein bedeutendes logistisches Unternehmen darstellt.
12.000 Tonnen Versorgungsgüter wurden pro Tag benötigt, um die Millionenstadt mit dem Notdürftigsten zu versehen. Die Anfangsleistung der Luftbrücke betrug 120 Tonnen täglich, aber bereits am 8. August 1948 wurden 4254 Tonnen eingeflogen. Im Frühjahr 1949 ist die tägliche Transportleistung bis auf über 8.000 Tonnen gesteigert worden, so dass neben der Ernährung und der Versorgung mit Energie auch die Wirtschaft in bescheidenem Umfang tätig bleiben konnte.

Insgesamt sind 1,8 Millionen Tonnen Versorgungsgüter und 16.000 Tonnen Industriegüter, darunter Bauteile für das Kraftwerk Reuter in rund 250.000 Flügen nach West-Berlin eingeflogen worden. Auf die Zeit der Blockade (bis Mai 1949) entfielen 1,74 Millionen Tonnen Güter und 213.000 Flüge. Davon auf Kohle 64 Prozent, auf Lebensmittel 28 Prozent und auf Industriegüter 9 Prozent aller Versorgungsgüter. Die Kohle wurde vom Flugplatz Bückeburg in der britischen Zone nach Gatow geflogen und von dort auf dem Wasserwege in die Innenstadt transportiert. Lebensmittel und Industriegüter kamen von Frankfurt nach Tempelhof und Tegel. Die Flugzeuge des nördlichen Korridors starteten  vom Flughafen Lübeck-Blankensee. In Tempelhof waren zwischen Landung und erneutem Start etwa zehn Minuten Zeit für das Entladen und Versorgen einer Maschine. Alle paar Minuten startete und landete ein Flugzeug. Die Berliner nannten die Flugzeuge, die sie vor dem Verhungern schützten, "Rosinenbomber". Die Kosten der Luftbrücke trugen die Westalliierten. Der Magistrat von Berlin musste lediglich die Kosten für Verladung und Verteilung der Luftbrückengüter und für Unterhalt und Ausbau der Flugplätze tragen. Der Flugplatz Tegel wurde damals innerhalb von drei Monaten gebaut und die Rollbahn in Tempelhof erweitert.
Das tägliche Leben in Berlin war gekennzeichnet durch radikale Gas- und Stromsperren, und es fehlte vor allem an Heizmaterial. "Stubbenbuddeln", also das Ausgraben von Baumwurzeln, wurde zur Dauerbeschäftigung der Berliner. Hunderte starben während des strengen Winters 1948/49 an den Folgen der Kälte und des Hungers.
Schließlich war die Sowjetunion zum Einlenken bereit. Die UNO-Botschafter der USA und der UdSSR Philipp Jessup und Jacob Malik, handelten im April 1949 die Bedingungen für die gegenseitige Aufhebung der Blockade aus. Aus diesen Verhandlungen ging das New Yorker Abkommen vom 4. Mai 1949 hervor, mit dem die Verbindungen zwischen Berlin und Westdeutschland wieder hergestellt wurden und das auch alle im Verlauf der Blockade eingeführten Handelsbeschränkungen aufhob. Nach fast elfmonatiger Abriegelung Berlins konnte in der Nacht vom 11. zum 12. Mai 1949 der Verkehr mit Westdeutschland wieder aufgenommen werden. Die Luftbrücke hatte ihren Zweck erfüllt.

270.000 Flüge stellten das Überleben der 2,3 Millionen Berlinern sicher. 39 Angehörige der britischen Streitkräfte, 31 Amerikaner und 8 Deutsche verloren während der Luftbrücke ihr Leben.

Zur Erinnerung an die Opfer der Luftbrücke wurde das Luftbrückendenkmal geschaffen und am 10. Juli 1951 auf dem Platz der Luftbrücke am Flughafen Berlin-Tempelhof feierlich eingeweiht. Wegen seiner gebogenen Form mit den drei Zacken an der Spitze - es symbolisiert die drei Luftkorridore - und in Erinnerung an die Entbehrungen jener Zeit wird es im Volksmund "Hungerharke" genannt. Die 20 Meter hohe, nach Westen geneigte Betonskulptur wurde von Eduard Ludwig  (* 24. November 1906 in Mühlhausen/Thüringen; † 28. Dezember 1960 in Berlin) entworfen.

Europäische Geschichte
US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet am 3. April 1948 den Marshallplan. 5,3 Milliarden Dollar werden für Europa freigegeben, die westlichen Zonen Deutschlands erhalten davon rund 550 Mio.
Weltgeschichte
Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948. Erster Ministerpräsident ist David Ben-Gurion. Der neue Staat wird rasch u. a. von den USA und der Sowjetunion anerkannt. Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien erklären dagegen Israel den Krieg.
Der UN-Vermittler Folke Bernadotte wird am 17. September 1948 von Mitgliedern der jüdischen Terror-Gruppe Lechi erschossen, nachdem er sich für das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge ausgesprochen hatte. Er führte in den letzten Kriegsmonaten für das Rote Kreuz die geheimen Verhandlungen mit Heinrich Himmler in Lübeck. 
Die Firma Columbia Broadcasting System (CBS-Records) stellt am 21. Juni 48 die Langspielplatte mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute vor. Diese von ihrem Mitarbeiter Peter Carl Goldmark erfundene Vinyl-Schallplatte verdrängt alsbald die Schellackplatte.


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