1835

1839 bis 1846 Hamburg brennt

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Auf dem 128 Meter hohen Pilsberg, in der Nähe von Gut Panker, wird ein Aussichtsturm der sogenannte Hessenstein errichtet. Der polygonale Turm im Stil der Neogotik ist siebzehn Meter hoch.

In https://homepagedesigner.telekom.de/.cm4all/uproc.php/0/.100_3646kl.jpg/picture-400?_=18226547556 Lübeck stirbt Matthias Ludwig Leithoff (* 22. Mai 1778 in Lübeck; † 20. November 1846 ebenda)
1809 ist er Gründungsmitglied des Ärztlichen Vereins zu Lübeck. Er erhält zahlreiche Auszeichnungen. 1818 eröffnet Leithoff ein Orthopädisches Institut in Lübeck. Es hat ab 1819 seinen Sitz im ehemaligen Palais Brömserhof in der Schildstraße 12–14, heute ist hier der Sitz der Kulturverwaltung der Hansestadt Lübeck.
In Reinfeld wird auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses 1839 die Alte Schule errichtet.
Segeberg: Am 21. Juli 1843 wird er zum Ehrenbürger der Stadt Segeberg gemacht: Carl Wilhelm Ludwig von Rosen (* 20. August 1788 in Plön, Holstein; † 17. Juli 1853 in Segeberg, Holstein). Er ist königlich dänischer Kammerherr und Amtmann des Amtes Segeberg. Rosen ist übrigens auch am 8. Mai 1825 Taufpate von Constanze Esmarch, Tochter des Segeberger Bürgermeisters und Ehrenbürgers Johann Phillip Ernst Esmarch (1794–1875), Cousine und spätere Ehefrau des Dichters Theodor Storm, der auch in Rosens Haus verkehrt. Die Heirat findet 1846 im Rathaus von Segeberg statt.
Friedrich VI. (dänisch Frederik VI., * 28. Januar 1768 in Kopenhagen),  König von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein, stirbt am 3. Dezember nach insgesamt 55 Regierungsjahren als Kronprinzregent und König. Er wird im Dom zu Roskilde bestattet. Die zu Norderstedt gehörende Ortschaft Friedrichsgabe trägt seinen Namen.  Da er ohne männliche Nachkommen war, folgt ihm sein Cousin Christian VIII.  (* 18. September 1786 in Kopenhagen; † 20. Januar 1848 auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen).
1843-51 versuchen vergebens die Herzogtümer einen Aufstand gegen die Dänen. Auch aus dem Gebiet um die Heilsau ziehen junge Männer mit in den Krieg. So bricht unter einem streng dänischen Amtsverwalter erneut eine schwere Zeit an. Erst nach der endgültigen Niederlage Dänemarks 1864 geht diese Amtszeit zu Ende.
In Ahrensburg wird der Marstall ab 1845 gebaut.

1843 wurde zum Beispiel der Trittauer Gesangverein gegründet. Im Vorfeld der Revolution von 1848 und der schleswig-holsteinischen Erhebung wurden Sängervereine und Sängerfeste zum Ausdruck der nationalen und liberalen Bewegung.
In Pöppendorf bei Kücknitz legt man 1844 das Pöppendorfer Großsteingrab oder auch Waldhusener Großsteingrab frei. Ursprünglich lag Erde darüber.

Hamburg:
Die erste deutsche Pferdeomnibuslinie nimmt am 31. Dezember 1839 ihren Betrieb auf. Sie verbindet Hamburg mit dem dänisch-holsteinischen Altona. Den Namen „Omnibus“ (‚für alle‘) findet man in den Quellen nachweislich ab 1842.

Das erste Natursteindenkmal auf Hamburger Stadtgebiet ist der Claudius-Gedenkstein im 1. Gehölz in Wandsbek. Der Stein wird 1840 zum 100. Geburtstag des Dichters Matthias Claudius aufgestellt.
1841 wird das Theater Operettenhaus nach dem Vorbild in Wien unter dem Namen Circus Gymnasticus mit 3000 Sitzplätzen eröffnet. 1864 wird der Name in Central-Halle geändert.
Am 10. August 1843 aus Anlass seines 50-jährigen Dienstjubiläums wird er zum Ehrenbürger von Hamburg ernannt: Heinrich Christian Gottfried von Struve (* 10. Januar 1772 in Regensburg; † 9. Januar 1851 in Hamburg).  Struve ist Mitbegründer eines naturwissenschaftlichen Museums in Hamburg und wird ab 1821 zum russischen Staatsrat in den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck ernannt.
Der Große Brand
Im Hinterhaus der Deichstraße Nr. 42 beim Cigarrenmacher Cohen offenbar, bricht am 5. Mai 1842 der Große Brand aus. Es gibt aber auch andere Erkenntnisse, möglicherweise beim Zigarrenmacher Eduard Cohen in Nr. 44 , jedenfalls wird: "Füer in de Diekstraat!" gerufen und Panik macht sich breit.
Der Turm der Nikolaikrche brennt zuerst nieder und am 7. Mai verliert man die Petrikirche ganz.
Erst in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofes, am Straßenzug Brandsende, wird der Brand gestoppt.
Nahezu ein Drittel der Stadt wird zerstört. Der große Brand von 1842 vernichtet ein Viertel der Innenstadt, rund 4.000 Wohnungen, etwa 10 % der Bevölkerung werden obdachlos. Nach der Katastrophe wird mit dem Aufbau einer zentralen Wasserversorgung und eines Sielsystems begonnen. Die Stauhöhe der Alster konnte gesenkt werden, Klosterstraßenfleet und Gerberstraßenfleet werden zugeschüttet und die Binnen-Alster in ihre heutige rechteckige Form gebracht.
Durch die Absenkung werden die Gebiete Uhlenhorst und Harvestehude für eine Besiedelung verfügbar gemacht.
Außerdem beginnt man mit dem Aufbau einer Gasbeleuchtung anstelle der alten Öllampen.
Beim Großen Brand organisiert Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (* 29. Februar 1764 in Penzlin; † 1. August 1845 in Altona/Elbe), der dänische Oberpräsident der Stadt Altona, die Hilfe für Hamburg und erhält dafür als Dank die Ehrenbürgerwürde. Seit dem 7. November 1838 ist er bereits Ritter des dänischen Elefanten-Ordens. Er ist übrigens der Sohn Karls von Blücher, eines leiblichen Vetters des „Marschall Vorwärts“ Gebhard Leberecht von Blücher aus dem mecklenburgischen Adelsgeschlecht Blücher und Chefs des oldenburgischen Regiments der dänischen Armee.

1843 wird auch ihm die Ehrenbürgerwürde Hamburgs verliehen in Anerkennung der besonderen Hilfe nach dem Hamburger Brand 1842: Eduard Heinrich Flottwell, ab 1861 von Flottwell, (* 23. Juli 1786 in Insterburg, Ostpreußen; † 28. Mai 1865 in Berlin). Er ist Staatsminister im Königreich Preußen. Als seine wichtigste politische Aufgabe gilt seine Amtszeit als Oberpräsident der Provinz Posen von 1830 bis 1841.
An der Kleinen Alster zwischen Jungfernstieg und Rathausmarkt, schräg gegenüber dem Rathaus werden die Alsterarkaden von Alexis de Chateauneuf gebaut.
Am 9. November 1843 eröffnet Chéri Maurice das Thalia Theater.
In Anlehnung an den Palazzo della Signorina in Florenz erbaut der deutsche Architekt Alexis de Chateauneuf (* 18. Februar 1799 in Hamburg; † 31. Dezember 1853 ebenda) in den Jahren 1845-1847 die Alte Post im Stil der toskanischen Renaissance. Bis 1868 ist der Backsteinbau Dienstgebäude für die Freistädtische, Thurn- und Taxissche, die Hannoversche und Schwedische Post. Auf dem Turm befindet sich auch lange Zeit ein optischer Telegraph zur Nachrichtenübermittlung. Heute ist im Gebäude eine Ladenpassage.

1846 wird in Hamburg erstmals nachts eine Straße mit Gaslaternen beleuchtet. Kurze Zeit nach der Verabschiedung der neuen Verfassung wird Gabriel Riesser  (geboren 2. April 1806 in Hamburg; gestorben 22. April 1863 in Hamburg) erster deutscher Oberrichter jüdischen Glaubens.
1846 ist die Eisenbahnverbindung Hamburg-Berlin fertig.
Einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung von Reinbek gibt  der Bau dieser Eisenbahnstrecke. Reinbek wird vorübergehend zum Kurort und beliebten Ausflugsziel.
Deutsche Geschichte
In Preußen tritt am 7. Juni 1840 nach dem Tode von König Friedrich Wilhelm III. sein Sohn Friedrich Wilhelm IV. aus dem Hause der Hohenzollern die Regentschaft an. Der Bruder Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I. erhält den Titel „Prinz von Preußen“ und wird bald darauf zum General der Infanterie befördert.
Der Dichter Hoffmann von Fallersleben (* 2. April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg; † 19. Januar 1874 in Corvey) macht Ferien auf Helgoland. Am 26. August 1841 entsteht hier das Lied der Deutschen, unsere heutige Nationalhymne. Sie wird gesungen auf die von Joseph Haydn 1797 komponierte Hymne für den römisch-deutschen Kaiser. Die Helgoländer Urschrift beinhaltet auch eine Variante zur dritten Strophe. Dort heißt es: Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland!, zurückgehend auf ein überliefertes „fröhliches Besäufnis“.

Mit der Feuerwehr Meißen wird am 17. Juli 1841 die erste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands gegründet.
Etwa 1845 lernt Johann Georg Halske (* 30. Juli 1814 in Hamburg; † 18. März 1890 in Berlin)  Werner von Siemens kennen. 1846 stellt sich Siemens (* 13. Dezember 1816 in Lenthe, Königreich Hannover, heute Gehrden, Niedersachsen; † 6. Dezember 1892 in Charlottenburg)  mit ‚seinem‘ Zeigertelegraphen bei Halske & Boetticher vor.  Halske löst sich im folgenden Jahr von seinem Compagnon und widmet sich ganz dem Bau der Siemens'schen Telegraphen. Am 12. Oktober 1847 gründet er zusammen mit Werner Siemens die Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin. Zwanzig Jahre lang leitet er die innere Organisation der Berliner Fabrik. Aus dieser Firma wird ein Weltkonzern ersten Ranges.
Europäische Geschichte
Der „offene Brief“ des Dänenkönigs Christian VIII. vom 8. Juli 1846 mit der Feststellung, Schleswig und Lauenburg gehören zur Krone Dänemarks, löst unter den Einwohnern in Holstein eine Welle der Empörung aus.
Weltgeschichte
3. November 1839: Es beginnt mit einem Warnschuss. In Hongkong fangen die Kampfhandlungen im Ersten Opiumkrieg statt. Der Krieg endet erst am 29. August 1842 mit dem Vertrag von Nanking zwischen China und Großbritannien.
Das älteste Orchester der USA, die New Yorker Philharmoniker (englisch New York Philharmonic) wird 1842 gegründet. Einer der Dirigenten des Gründungskonzerts am 7. Dezember 1842 ist Henry Christian Timm (* 1811 in Hamburg; † 1892 in New York City) , der das Symphonieorchester im Wechsel mit Kollegen bis 1848 leitet. Von 1848 bis 1863 ist dieser auch Präsident der Philharmonic Society der Stadt.



1858

 

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