1816

1835 bis 1838 Es kommt zur Ersten Travekorrektion

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Reinfeld in der Zeit der Dänen und der Preußen
Erst 1838 wird, nachdem die Amts-Reinfelder Schulordnung reformiert worden ist, hier ein Schulgebäude errichtet, welches nun die Fleckens- und Parzellistenschule aufnimmt. Das Gebäude erfüllt diesen Zweck bis 1975. Die dänischen Verwaltungsbehörden beginnen schon bald mit einer Neuordnung des kleinen Fleckens und seiner Umgebung. Von den 22 Amtsdörfern stehen noch 8 in Leibeigenschaft zu den Klostervorwerken Steinhof und Neuhof.

Lübeck:

Trotz der tiefgreifenden Umwälzungen in der Wirtschaftsstruktur der West- und mitteleuropäischen Staaten durch die Industrialisierung konzentriert sich Lübeck in seiner Wirtschaftspolitik weiterhin auf seine Rolle als Handelsstadt.
Als erste Fabrik neuer Art wird 1833 die Eisengießerei Nöltingk gegründet aus der 1873 die Firma Schetelig & Nölck hervorgeht. Sie ist Lübecks erste Eisengießerei, wenn man vom traditionsreichen Glockenguss absieht.  Diese Eisengießerei beschäftigt in ihren ersten zwanzig Betriebsjahren trotzdem nicht mehr als zehn bis 15 Arbeiter. Das Werkstattgebäude befindet sich noch an der Ecke Engelswisch/Große Alte Fähre, also innerhalb der Stadtmauern in Hafennähe. 1843 fertigt man Gussteile für die Druckpresse einer Buchdruckerpresse in Reval. Schetelig selbst konstruiert eine kleine tragbare Feuerspritze. Aus dem Jahr 1840 ist bekannt, dass Schetelig einen Dampfschiffskessel und ein Schiff aus Rostock repariert.  1846 gründet Schetelig mit dem Architekten dann die offene Handelsgesellschaft Schetelig & Kollmann. In der Eisengießerei Nöltingk lernt der spätere Reichstagsabgeordnete Theodor Schwartz übrigens den Beruf eines Formers. Bei Kollmann und Schetelig wird die Produktpalette bedeutsam erweitert, so dass die Zahl der Beschäftigten  sich bis 1868/69 auf 90 erhöht. Man bekommt die ersten staatlichen Aufträge für Reparatur und Ausrüstung von Schwimmbaggern. Die Bagger hatten die Aufgabe, die Trave schiffbar zu halten.
Beispielsweise erklärt sich Kollmann und Schetelig bereit für den Dampfbagger Nr. 1 (den kleinen 10-PS-Bagger) eine neue Eimerkette sowie Räderguß mit eigenen Modellen oder Modellanfertigung zu liefern und die Lieferung einer vollständigen Eimerkette mit Schaken und Eimern nebst Zubehör für den Dampfbagger Nr. 2  (24-PS-Bagger) inklusive Montage an Bord wird übernommen.
Nun, mit den damaligen Baggern kann man nach und nach Wassertiefen erreichen von drei bis 4 Metern. Ab 1848 wird die Dampfschifffahrt für Lübeck aber so regelmäßig , dass die Baggerarbeiten intensiviert werden müssen. Das bedeutet für Kollmann und Schetelig der Beginn des modernen Baggerbaus.
Beispielsweise verändert die sogenannte erste Travekorrektion der Jahre 1850 bis 1854 den Flusslauf der Trave erheblich. Eine Sandbank bei Travemünde, die Plate, wurde entfernt und eine schiffbare Tiefe des Flusses von fünf Metern realisiert.  (Zum Vergleich:  Zwischen 1961 und 1982 erfolgte die 5. Travekorrektion für einen 9,5-m-Ausbau)
In Höhe des Herrentunnels erfolgt ein Durchstich, um den Flusslauf zu begradigen und neben der Verbreiterung der Trave sowie verbesserter Uferbefestigungen gelingt es, hier eine Tiefe von vier Metern  auszubaggern. Die Kosten des Großprojekts belaufen sich auf 1,3 Millionen Courantmark.
Leider wird im April 1873 die Firma Kollmann & Schetelig aufgelöst. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, die Ursache dafür hat aber offensichtlich finanzielle Gründe. Am 10. April 1873 wird jetzt aber die Lübecker Maschinenbau Gesellschaft (LMG) in das Handelsregister eingetragen. Die alte Firma Kollmann & Schetelig wird für 420.000 Mark gekauft und die Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital in gleicher Höhe ausgestattet. Die LMG wird schnell zum Großbetrieb, 1893 sind es 305 Arbeiter, die neben Schwimmbaggern auch schon direkt im Schiffbau tätig sind, 1910 sind es im November schon 1011 Arbeiter. 1950 fusioniert man mit Orenstein & Koppel, damit sind es dann schon mehr als 4200 Beschäftigte. 1993 von Krupp übernommen, geht es jedoch mehrfach in die Insolvenz.

1836 wird er Ältermann des Amtes der Glaser: Johann Jacob Achelius (* 13. Februar 1794 in Lübeck; † 14. April 1870 ebenda)
Er gehört der Lübecker Bürgerschaft an und ist von 1862 bis 1868 Mitglied der Vorsteherschaft der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, der er seit 1832 angehört. Zeitweilig ist er auch Direktor der Industrie- und Gewerbeschule der Gemeinnützigen.
Achelius ist ein Glaser, der noch die althergebrachte Technik der Glasmalerei beherrscht und in seiner traditionellen Werkstatt über die nötigen Werkzeuge und einen Ofen zum Brennen des Glases und der Farben verfügt.  Mit Carl Julius Milde arbeitet er zunächst gemeinsam an der Restaurierung der beim Abbruch der Burgkirche geretteten Glasfenster und ihrem Einbau in der Marienkirche Anfang der 1840er Jahre.
Weitere Projekte werden das Wappenfenster in der Lübecker Jakobikirche, die Fenster der Maria-Magdalenen-Kirche in Berkenthin und der Nikolaikirche in Plön.
Höhepunkt seiner Zusammenarbeit mit Milde ist die Fertigung des großen Westfensters für den Kölner Dom, für das Milde den Auftrag von den Stiftern, dem preußischen Kronprinzenpaar Friedrich und Victoria erhalten hat.

Seit den 1840er Jahren beginnt die Stadt Lübeck ihre Wirtschaftsverfassung den Anforderungen der Zeit anzupassen. 1842 wird der mittelalterliche Zunftzwang aufgehoben; der Rat entscheidet nun allein darüber, welche Unternehmen in Lübeck angesiedelt werden dürfen. 1847/48 folgt das erste Fabrikgesetz und 1859 die Reform der Nachbarrechte, die bislang viele Neuerungen verhindert haben. 1853 wird nach Auflösung der kommerzierenden Zünfte Kaufmannschaft und Handelskammer gegründet. In diesem Zusammenhang wird das Verbot des Kommissions- und Speditionshandels aufgehoben, im Jahre 1864 die Torsperre abgeschafft und schließlich 1867 die Gewerbefreiheit eingeführt.
1839 wird er Direktor der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit in Lübeck:
Heinrich von der Hude (* 2. Februar 1798 in Lübeck; † 20. März 1853 ebenda). Infolge der Lübecker Verfassungsreform von 1851 wurde er mit Erlöschen des Lübecker Syndikats am 3. Januar 1852 zum Senator der Hansestadt.
Er war von 1839 bis 1842 Direktor der "Gemeinnützigen". Von 1842 bis 1844 war er als Obristlieutenant Kommandeur der Lübecker Bürgergarde.


Hamburg:

Der Bundestag des Deutschen Bundes verbietet 1835 die Schriften des Jungen Deutschland, deren wichtigster Verleger Julius Campe in Hamburg war.
Das Junge Deutschland ist der Name für eine literarische Bewegung junger, liberal gesinnter Dichter in der Zeit des Vormärzes, die etwa ab 1830, beflügelt von der Julirevolution in Frankreich, publizistisch aktiv wurden. Der Bewegung gehörte unter anderem auch Heinrich Heine an.
10. Oktober 1835: James Colquhoun wird Ehrenbürger Lübecks.

Am 17. Februar 1836 eröffnete die Reederei Sloman mit der Bark Franklin den Liniendienst nach New York, damit wurde die erste regelmäßige transatlantische Verkehrsverbindung eingerichtet.
Die Reederei wurde damals von Robert Miles Sloman (* 23. Oktober 1783 in Great Yarmouth; † 2. Januar 1867 in Hamburg) geleitet. Für die Summe von 400.000 Mark Banco ließ Sloman bei einer englischen Werft einen für Atlantik-Passagen konzipierten propellergetriebenen Dampfer bauen, der am 29. Mai 1850 für den Linienverkehr nach New York in Dienst gestellt wurde und das erste hamburgische Übersee-Dampfschiff war.

In der Küche seiner Wohnung in Seesen fertigt  https://homepagedesigner.telekom.de/.cm4all/uproc.php/0/.Helbingkl_1.jpg/picture-400?_=180a42e6a38 Heinrich Engelhard Steinweg  (* 22. Februar 1797 in Wolfshagen im Harz; † 7. Februar 1871 in New York)  1836 ein ganz besonderes Instrument, nämlich seinen ersten Flügel. Dieser wird heute Küchenflügel genannt und ist noch immer erhalten. In der Folgezeit gründet er als  Henry E. Steinway mit seinen Söhnen 1853 in New York die legendäre Firma Steinway & Sons', die noch heute in Hamburg und New York führend in der Flügel-Herstellung ist.
16. Juli 1836: Mit dem Hamburger Ruder Club wird in Hamburg der erste Ruderverein Deutschlands gegründet.
1838 wird auch die Chaussee zwischen Lübeck und Hamburg fertig.
1838 kommt William Lindley (* 7. September 1808 in London; † 22. Mai 1900 in Blackheath) nach Hamburg. Nachdem Lindley bereits 1833 an der Planung einer nie realisierten Eisenbahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck mitgewirkt hatte, wird er 1838 beauftragt, die Hamburg-Bergedorfer Eisenbahnlinie zu realisieren. Deren feierliche Eröffnung muss wegen des Großen Brandes 1842 abgesagt werden. Diese erste Hamburger Bahnstrecke in das nur 19 Kilometer entfernte Bergedorf bewährte sich jedoch und wird 1846 in die damals neugeschaffene Strecke Berlin-Hamburg eingegliedert. Maßgeblich beeinflusst er aber das Wasser/Abwasserkonzept. Innerhalb von drei Jahren werden elf Kilometer Abwasserkanäle gebaut. Die zentrale Wasserversorgung mit Elbwasser, dessen Klärung in Ablagerungsbecken und Hochpumpen in einen Wasserturm vom Hamburger Stadtteil Rothenburgsort aus nimmt er in Angriff. Zum Konzept gehören auch öffentliche Badehäuser für die ärmere Bevölkerung.
1839 hilft Johann Martin Lappenberg (* 30. Juli 1794 in Hamburg; † 28. November 1865 ebenda)  nicht nur den Verein für Hamburgische Geschichte zu gründen, er wurde auch sein erster Vorsteher. Die größten Probleme als Archivar hatte er 1842 zu meistern, als beim Großen Brand sehr viele Archivalien für immer vernichtet wurden. 1849 wird Lappenberg als Abgeordneter des Hamburger Senats in den Bundestag nach Frankfurt am Main entsandt.
1839 ist er wesentlich am Bau der Hamburger Börse beteiligt: Franz Gustav Joachim Forsmann (* 19. April 1795 in Hamburg; † 17. März 1878 ebenda). Er ist  der Baumeister und Mitarbeiter der Baudeputation, der den Klassizismus in Hamburg entscheidend mitgestaltet. Er hat auch schon das Jenisch-Haus und den Amsinck-Palast beeinflusst.
1841 wird er nach einer Reform der städtischen Bauverwaltung zum ersten Baudirektor Hamburgs ernannt: Carl Ludwig Wimmel (* 23. Januar 1786 in Berlin; † 16. Februar 1845 in Hamburg). Er prägt das Stadtbild Hamburgs im 19. Jahrhundert entscheidend mit; zu seinen bekanntesten noch erhaltenen Bauwerken zählen unter anderem das Krankenhaus in St. Georg, die Hamburger Börse, das Wachgebäude am Millerntor und den Schlachthof in St. Pauli.

Deutsche Geschichte
Erste Eisenbahn in den deutschen Ländern zwischen Nürnberg und Fürth
Auf Beschluss des Frankfurter Bundestages werden Werke von Heinrich Heine in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten.

Kümmel




1836 gründet der zweite Sohn von Carl Matthias Helbing nämlich Johann Peter Hinrich Helbing nach dem Kauf der alten Holzmühle eine Branntweinbrennerei und produziert Helbing-Kümmel.

Europäische Geschichte
In London kommt es zur Eröffnung des ersten Wachsfigurenkabinetts.


Weltgeschichte
Andrew Jackson (* 15. März 1767 in den Waxhaws; † 8. Juni 1845 nahe Nashville, Tennessee), 1829 bis 1837 siebter Präsident der Vereinigten Staaten gründete gemeinsam mit Martin Van Buren die Demokratische Partei der USA.  Am 30. Januar 1835 kommt es zum ersten Attentat auf einen Präsidenten der USA überhaupt. Jackson verlässt gerade das Kapitol, als der arbeitslose englische Anstreicher Richard Lawrence mit zwei Pistolen auf ihn zielt. Das Attentat scheitert jedoch.
1837 bis 1901 wird Queen Victoria Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland. Am 13. Juli 1837 wird dann auch der Buckingham Palace in London offiziell zur künftigen Hauptresidenz der britischen Monarchen.
Das Unternehmen Procter & Gamble (P&G) wird 1837 in den USA von William Procter (* 7. Dezember 1801 in Herefordshire, Großbritannien; † 4. April 1884 in Cincinnati, Ohio) , einem Kerzenzieher aus England, und James Gamble (* 3. April 1803 in Enniskillen, Nordirland, Vereinigtes Königreich; † 29. April 1891 in Cincinnati, Ohio), einem Seifensieder aus Irland, gegründet. Das Unternehmen kommt Anfang 2018 auf eine Marktkapitalisierung von 184,5 Mrd. USD.



 

1839


 

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