1816

1822 bis 1827 Die Ode An die Freude entsteht

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Das Casino Travemünde nimmt 1822 seinen Betrieb auf.
Hohenfelde wird 1822 von Siedlern aus Trittau und Hamfelde gegründet. Es ist damit die jüngste Gemeinde im Kreis Stormarn.
Ein weiteres Schicksal ereilt den aufblühenden Flecken Reinfeld 1823: Bis auf wenige Gebäude brennt das Dorf nieder, wird aber schnell wieder aufgebaut und wächst nun stetig. Eine Vielzahl neuer Häuser entsteht an der Hauptstraße, der heutigen Paul-von-Schoenaich-Straße, der unteren Ahrensböker Straße, im Gebiet Alter/Neuer Garten und Hamburger Straße. Außerdem werden die Gemeinden Hamberge und Hansfelde angeschlossen.


Hamburg:
1822 beginnt die Seehandlungsgesellschaft das erste größere überseeische Unternehmen mit dem Vertrieb schlesischer Textilwaren nach Mittel- und Südamerika. Einer der ersten Präsidenten ist offenbar August Friedrich Bloch (* 4.11.1780 oder 1781 Teplitz, † 10.5.1866 Berlin. (israelitisch, seit 1816 evangelisch)).  Dieses Geschäft dehnt sie weltweit aus. Zugleich befördert sie den Schiffsbau, indem sie in Nordamerika Schiffe kauft, welche den preußischen Reedern als Muster dienen. Sie beteiligt sich auch an vielen anderen Unternehmungen, wie etwa dem Straßenbau in Preußen und fördert den Eisenbahnbau. Den durch die massive Zuwanderung entstehenden Problemen werden unter anderem durch die Gründung des allgemeinen Krankenhauses St. Georg (1823), der Hamburger Sparkasse (1827 durch Abendroth) und des Rauhen Hauses (1833) begegnet. Außerdem wird ein öffentliches Nahverkehrssystem aufgebaut (ab 1824). Zunächst wird eine Droschkenlinie nach Altona angeboten, 1830 und 1840 folgen weitere Linien. Ab 1842 wird es auch möglich, mit der Eisenbahn nach Bergedorf zu fahren. Bis 1871 kommen noch Linien nach Lübeck, Altona und Berlin dazu. Der Eisenbahnbau erhöht die Nachfrage und bringt Beschäftigung für schleswig-holsteinische Unternehmen wie die Carlshütte, Schweffel und Howaldt in Kiel oder Dittmann und Jensen in Flensburg. Zugleich wird die landesinnere Verkehrslage deutlich verbessert. Benötigt die Schnellpost auf der 1832 erbauten Chaussee von Altona nach Kiel außerhalb der Wintermonate für die gesamte Strecke zwölf Stunden, so beträgt die Fahrzeit des 1850 zwischen beiden Städten verkehrenden Personenzuges nur noch drei Stunden. Mit der Eisenbahn können zugleich solche Standorte für Industriebetriebe erschlossen werden, die vorher mangels eigener Rohstoffe, wie Kohle oder Roheisen fast ausschließlich in Hamburg oder Lübeck angesiedelt sind.


Im Herbst 1824 gründet Johann Gerhard Oncken (* 26. Januar 1800 in Varel, Niedersachsen; † 2. Januar 1884 in Zürich) mit dem evangelisch-lutherischen Pastor Rautenberg einen Sonntagsschulverein, der am 9. Januar 1825 im Hamburger Stadtteil St. Georg eine Sonntagsschule eröffnet, um die ärmsten Kinder sowohl im christlichen Glauben als auch im Lesen und Schreiben zu unterrichten. Die Sonntagsschule wird eine der Keimzellen der später von Johann Hinrich Wichern ins Leben gerufenen Inneren Mission. 1834 wird Oncken Baptist und in der Folgezeit zu einem der bedeutenden Kirchengründer im Europa des 19. Jahrhunderts.

Passat TravemündePassat Travemünde


1824 kehrt Ferdinand Laeisz (ausgesprochen: „Leiß“, * 2. Januar 1801 in Hamburg; † 7. Februar 1887 ebenda) nach Hamburg zurück und gründet ein kleines Handelsunternehmen; später sollte daraus die Reederei F. Laeisz hervorgehen. 2022 betreibt die Reederei Containerschiffe, Massengut-, Gas- und Car Carrier und Forschungsschiffe. Fast alle Schiffe tragen heute Namen, die mit „P“ beginnen, darunter auch Pamir, Passat und Peking. Mit der Peene Ore als Flaggschiff betrieb die Reederei das größte Handelsschiff unter deutscher Flagge.
Der preußische König ehrt ihn am 15. November 1826 mit der Verleihung des Schwarzen Adlerordens, der höchsten Auszeichnung des Königreiches Preußen. Gleichzeitig erhält er vom Hamburger Senat das Ehrenbürgerrecht der Stadt: August Otto Graf Grote (* 19. November 1747 in Celle; † 24. März 1830 in Hamburg) Schon unter großer Anteilnahme begeht er 1818 sein 50-jähriges Dienstjubiläum und 1826 die seltene Jubiläumsfeier einer 50-jährigen Residenz in Hamburg. 1806 erhält er das Prädikat Exzellenz. Nach der Besetzung Hamburgs durch französische Truppen im Jahre 1806 begibt er sich als akkreditierter Minister für das Herzogtum Holstein nach Altona, geht aber 1807, nach dem Tilsiter Frieden, wieder nach Hamburg. Für seine Verdienste wird er vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. am 1. September 1809 in den erblichen Grafenstand erhoben.
Der König ehrt ihn am 15. November 1826 mit der Verleihung des Schwarzen Adlerordens, der höchsten Auszeichnung des Königreiches Preußen. Gleichzeitig erhält er vom Hamburger Senat das Ehrenbürgerrecht der Stadt.
Was war passiert? Wikipedia verrät es uns:
Als Hamburg von Napoleon dem französischen Kaiserreich angegliedert wurde, ging Grote zunächst nach Berlin, kehrte aber 1812 als Generalkommissar bei den damaligen Departements der Elbe, Weser und Ems zu seinem früheren Wohnsitz zurück unter gleichzeitiger Beibehaltung seiner früheren preußischen, sowie der ihm seit kurzer Zeit ebenfalls übertragenen mecklenburgischen Gesandtschaft. Durch seine Intervention zu Gunsten einer Anzahl französischer Kriegsgefangener rettete er das Leben und Vermögen von mehreren tausend Hannoveranern, die als Erwiderung des von ihm veranlassten humanen Vorgehens der russischen Militärbehörde von den Franzosen freigelassen wurden. Während der zweiten Besetzung Hamburgs durch die Franzosen begab er sich nach Rostock an den mecklenburgischen Hof, kehrte jedoch noch vor dem Abzuge der französischen Truppen im Mai 1814 nach Hamburg zurück. Seine großen Verdienste während der Zeit der politischen Wirren, wurden durch Verleihung des Eisernen Kreuzes und 1815 mit der Verleihung des Großkreuzes des Guelphenordens gewürdigt.
1827 hat der alte Holzbau der Hamburger Oper am Gänsemarkt ausgedient. Das neue „Stadt-Theater“ an der Dammtorstraße mit einem Fassungsvermögen von 2.800 Sitzen eröffnet am 3. Mai 1827 mit Goethes „Egmont“ und der Schauspielmusik Beethovens.

Am 19. April 1828 zum 5-jährigen Jubiläum der Hamburger Liedertafel wird erstmals öffentlich die Hamburg-Hymne Hammonia vorgetragen. Ab 1823 ist Albert Methfessel (* 6. Oktober 1785 in Stadtilm; † 23. März 1869 in Heckenbeck) Musiklehrer und Dirigent in Hamburg, dort gründet er am 19. April 1823 die Hamburger Liedertafel und komponiert die Hymne.
Deutsche Geschichte
In Aachen wird 1825 das Unternehmen Aachener und Münchener (Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft) von David Hansemann  (* 12. Juli 1790 in Finkenwerder bei Hamburg; † 4. August 1864 in Schlangenbad)  gegründet. Die AachenMünchener war 2022 nach laufenden Beiträgen der zweitgrößte Lebensversicherer in Deutschland und betreut derzeit als Generali Deutschland Lebensversicherung mehr als 4,3 Millionen Kunden.
Die Februarflut 1825 am 3. bis 4. Februar, auch als Halligflut bezeichnete Sturmflut, verursacht schwere Schäden an der gesamten Nordseeküste und kostet rund 800 Menschen das Leben. Teile Sylts werden ins Meer gerissen.
Das Seebad Helgoland wird 1826 gegründet.
Die Kessler Sekt GmbH & Co. KG ist eine am 1.Juli 1826 gegründete Sektkellerei und damit der älteste Sekthersteller in Deutschland. Die Jahresproduktion beträgt um 2010 etwa 1,3 Millionen Flaschen. Der Gründer war Georg Christian von Kessler (* 30. März 1787 in Heilbronn; † 16. Dezember 1842 in Stuttgart)
Die Stadt Bremen kauft am 11. Januar 1827 vom Königreich Hannover ein Stück Land an der Wesermündung zur Anlage eines Seehafens, der Ort wird Bremerhaven genannt.
Europäische Geschichte
Carl Maria von Weber (* 18. oder 19. November 1786 in Eutin, Hochstift Lübeck) stirbt am 5. Juni 1826 in London. Er  war ein bedeutender deutscher Komponist, Dirigent und Pianist und prägte die Romantik.
Heinrich Heine veröffentlicht 1827 das Buch der Lieder, seinen ersten großen Gedichtband. Damit beginnt sein Erfolg als Dichter.  Die Werke kaum eines anderen Künstlers deutscher Sprache wurden bis heute so häufig übersetzt und vertont.
Weltgeschichte
Am  26. März 1827 stirbt in Wien Ludwig van Beethoven (getauft am 17. Dezember 1770 in Bonn, Kurköln).  Er bereitete der Musik der Romantik den Weg und wird zu den herausragendsten Komponisten der abendländischen Musikgeschichte gezählt. Der letzte Satz seiner 9. Sinfonie mit dem Chorfinale zu Schillers Gedicht Ode An die Freude ist besonders bekannt. 1972 wird dann das Hauptthema des letzten Satzes vom Europarat zu seiner Hymne erklärt und 1985 von der EU als offizielle Europahymne angenommen.

1828

 

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