1816 bis 1821 Feldmarschall Blücher zu Gast in Stormarn

1811

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Feldmarschall Blücher ist 1816 zu Gast in der Grander Mühle

Grönwohld: Im 17. Jahrhundert erbaut hier die Hamburger Kaufmannsfamilie Amsinck eine große Drahtmühle in Grönwohld, die als Produktionsstätte für Feindraht dient. 1817 erwirbt der Lübecker Kaufmann Hasse die Mühle und baut sie zu einer Papiermühle um.

Hamburg: Am 14. Dezember 1818 stirbt in Hamburg Johann Michael Hudtwalcker (* 21. September 1747 in Hamburg;) Der Kaufmann  wird am 18. Januar 1788 in den Hamburger Rat gewählt und ist unter anderem Landherr für Hamm und Horn. Als Mitglied der Patriotischen Gesellschaft engagiert er sich für die Förderung der Gemeinnützigkeit, die er als praktische Umsetzung seiner ethisch-moralischen Ziele ansieht. Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Georg Heinrich Sieveking und Caspar Voght gehört er zu jenen Teilen des hamburgischen Großbürgertums, die die Gedanken der Aufklärung in Hamburg und Norddeutschland verbreiteten. Nach ihm sind die Hudtwalckertwiete und die Hudtwalckerstraße in Hamburg-Winterhude benannt.

Grander MühleGrander Mühle

Ein anderer Hudtwalcker, nämlich sein Sohn  Martin Hieronymus Hudtwalcker (* 15. September 1787 in Hamburg; † 16. August 1865) wird gegen seinen Willen im März 1820 zum Hamburger Senator gewählt; nach Hamburger Recht war eine Ablehnung der Wahl nicht möglich, wollte man Bürger der Stadt bleiben. Martin Hudtwalcker bleibt vierzig Jahre lang Senator in Hamburg bis zum Eintritt seines Ruhestands im Jahr 1860.

1819 wird Karl Sieveking (* 1. November 1787 in Hamburg; † 30. Juni 1847 ebenda) zum Vertreter der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen in St. Petersburg ernannt, ein Jahr darauf zum Syndikus des Hamburger Senates. Auch in diesem Amt wirkt Sieveking vorrangig auf dem Gebiet der auswärtigen Beziehungen Hamburgs: So wirkt er an der Ausarbeitung der Elbschifffahrtsakte über den zollfreien Handel auf der Elbe mit. 1827 handelte er in Rio de Janeiro einen Handelsvertrag mit dem gerade unabhängig gewordenen Brasilien aus und eröffnet den Hamburger Kaufleuten so den lukrativen südamerikanischen Markt. Obwohl nie Bürgermeister oder Senator, zählt er zu den prägendsten Persönlichkeiten Hamburgs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Außerdem ermöglicht er die Gründung des Rauhen Hauses für verwahrloste Kinder, indem er Johann Hinrich Wichern ein Grundstück aus seinem Privatbesitz überlässt.

1820 wird Johann Heinrich Bartels (* 20. Mai 1761 in Hamburg; † 1. Februar 1850 ebenda) Bürgermeister von Hamburg. In der Zeit der französischen Besetzung wird Bartels Kammerpräsident des kaiserlichen Gerichtshofes in Hamburg. Nach dem Ende der „Franzosenzeit“ spielt Bartels die zentrale Rolle bei der Wiederherstellung der alten Verfassung und der Reorganisation der Polizei.

Der Botanische Garten in Hamburg (jetzt heißt er Loki-Schmidt-Garten) wird 1821 von Johann Georg Christian Lehmann gegründet. Ursprünglich 2,5 ha groß wurde er mehrfach erweitert; jetzt sind es zusammen ca.24 ha.


Deutsche Geschichte

Auf Basis der während des Wiener Kongresses beschlossenen Bundesakte tritt im Palais Thurn und Taxis in Frankfurt am Main erstmals am 6. November 1816 der Bundestag als Gesandtenkongress der Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes zusammen.

In Wien enden am 15. Mai 1820 die Beratungen zu den Grundlagen des Deutschen Bundes, die in der Wiener Schlussakte zusammengefasst sind.

Die Weser, das erste von einem deutschen Schiffbauer auf einer Bremer Werft gebaute Dampfschiff, hat ihren Stapellauf am 30. Dezember 1816. Aus der Werft wird später die Vulkan-Werft.

Etwa 500 studentische Vertreter deutscher Universitäten treffen sich am 18./19. Oktober 1817 aus Protest gegen das ihrer Ansicht nach reaktionäre politische System zum Wartburgfest in Eisenach. Man demonstriert für einen Nationalstaat mit einer eigenen Verfassung. Die Festansprache hält Heinrich Arminius Riemann  (* 5. Dezember 1793 in Domhof Ratzeburg; † 26. Januar 1872 in Friedland (Mecklenburg)), in der er zu Freiheit und Einheit aufrief.

Auch Friedrich Sieveking (* 28. April 1798 in Hamburg; † 25. Dezember 1872 ebenda) schon am Wartburgfest der Burschenschaft teil. Er wird in den folgenden Jahren 1861 und 1862 zum Ersten Bürgermeister, in den Jahren 1864 und 1867 zum Zweiten und 1865 und 1868 wieder zum Ersten Bürgermeister bestimmt.

Die Gründung des ersten Seebades in Schleswig-Holstein erfolgt 1819 in der Gemeinde Wyk auf Föhr (Nordfriesland).


Europäische Geschichte

Am 20.Juni 1818 stirbt in Stockholm Prinzessin Hedwig Elisabeth Charlotta von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 22. März 1759 in Eutin). Hedwig war die Tochter von Friedrich August, Fürstbischof von Lübeck und Herzog von Holstein-Gottorp und Oldenburg und seiner Frau, der Landgräfin Ulrike Friederike Wilhelmine von Hessen-Kassel und wuchs in Eutin auf. Sie war eine Nichte von König Adolf Friedrich von Schweden sowie eine Cousine von Katharina II. (Katharina der Großen) Zarin von Russland und Peter Friedrich Ludwig, Herzog von Oldenburg. 1774 heiratete sie als 15-Jährige ihren Cousin Karl, den Herzog von Södermanland und späteren König Karl XIII. 1809 und 1814 wurde sie dadurch Königin von Schweden und Norwegen.

Die Oper Der Freischütz wird am 18. Juni 1821 unter Carl Maria von Webers musikalischer Leitung im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt mit aufsehenerregendem Erfolg uraufgeführt.

1822

 

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