1792

1803 bis 1805 Oldesloe bekommt sein Rathaus

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Im ganzen Land wird 1805 die Leibeigenschaft aufgehoben.
Lübeck:
Johann Georg Niederegger (geb. 1777 in Ulm) kommt 1803 nach Lübeck, ihm wird nachgesagt das Lübecker Marzipan zur Marktreife gebracht zu haben.
1804 bekommt Matthias Ludwig Leithoff (* 22. Mai 1778 in Lübeck; † 20. November 1846 ebenda) einen ganz besonderen Auftrag. Er wird vom Senat der Stadt Lübeck mit der Errichtung von Hospitälern für Flüchtlinge beauftragt. 

1809 war er dann auch Gründungsmitglied des Ärztlichen Vereins zu Lübeck. 1818 eröffnet Leithoff schließlich ein Orthopädisches Institut in Lübeck. Es hat ab 1819 seinen Sitz im ehemaligen Palais Brömserhof in der Schildstraße 12–14, heute Sitz der Stadtverwaltung Fachbereich Kultur der Hansestadt Lübeck. Dort erzielt er durch neuartige Heilmethoden und selbsterfundene Maschinen so gute Erfolge, namentlich bei Kindern, dass dieses in seiner Art erste Institut in Deutschland bald europäischen Ruf erlangt und Leithoff über die Grenzen des Landes hinaus bekannt macht.

Stormarn:
Der Bau des Rathauses Bad Oldesloe beginnt 1803. Bauleiter ist Christian Frederick Hansen, dem wir auch weitere Prachtbauten der Gegend verdanken. 1805 wird Hansen auch Landesbaumeister des Herzogtum Schleswig.

Historisches Rathaus Bad OldesloeHistorisches Rathaus Bad Oldesloe

Der Gutsbesitzer von Jersbek und Stegen Paschen von Cossel (* 21. Dezember 1714 in Anklam) stirbt am 17. Januar 1805 in Jersbek.
Hamburg:
1803 veröffentlicht er, heute würde man sagen die Nummer Eins in der Bestsellerliste der Literatur, im Hochdeutschen, den Reineke Fuchs: Dietrich Wilhelm Soltau (* 15. März 1745 in Bergedorf; † 13. Februar 1827 in Lüneburg)
1949 wird die Soltaustraße in Hamburg-Bergedorf nach Dietrich Wilhelm Soltau benannt.
In Hamburg stirbt am 14. März 1803 der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg) . Nach seinem Tod am 14. März 1803 im Alter von 78 Jahren wird er am 22. März 1803 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung neben Meta auf dem Friedhof der Christianskirche in Ottensen beigesetzt. In mehr als 65 Städten und Orten werden Straßen nach Klopstock benannt, u. a. in Berlin, Dresden und Leipzig. Im selben Jahr stirbt auch Johann Gottfried von Herder.
Am 2. September 1805 stirbt in Hamburg Elise Reimarus (eigentlich Margaretha Elisabeth Reimarus; * 22. Januar 1735 in Hamburg). Sie war eine deutsche Schriftstellerin, Pädagogin, Übersetzerin und Salonnière im Zeitalter der Aufklärung. Elise Reimarus, die Tochter des Rektors des Akademischen Gymnasiums Hermann Samuel Reimarus, gilt als eine der gebildetsten Frauen Hamburgs und stand in einem Briefwechsel mit den wichtigsten Persönlichkeiten der Aufklärung, z. B. Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Heinrich Jacobi und Carl Leonhard Reinhold. Ihre rege Beteiligung an den philosophischen und literarischen Auseinandersetzungen der Aufklärung lässt sie zur „vielleicht bedeutendste[n] Frauenpersönlichkeit der deutschen Aufklärung“ werden.
Zum Beweis seiner Neutralität in den Koalitionskriegen lässt der Hamburger Rat 1804 die Befestigungsanlagen von Hamburg einreißen. Wegen der strategischen Bedeutung der Stadt für die Durchsetzung der Kontinentalsperre lässt Napoleon die Stadt im vierten Koalitionskrieg besetzen. Am 19. November 1806 marschieren französische Truppen in Hamburg ein und halten die Stadt bis 1814 besetzt. Nach dem Ende der Franzosenzeit wird Hamburg als "Freie und Hansestadt" Mitglied des Deutschen Bundes.

Deutsche Geschichte
Der Reichsdeputationshauptschluss (Hauptschluss = ‚Abschlussbericht‘) von Regensburg ordnet das Heilige Römische Reich Deutschland neu.
Der Beschluss (eigentlich Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation) wird im März 1803 gefasst. Es wurde festgelegt, dass die weltlichen Fürsten für ihre linksrheinischen Gebietsverluste an Frankreich abgefunden werden sollten. Dies geschah durch Säkularisation kirchlicher sowie durch Mediatisierung kleinerer weltlicher Herrschaften bisheriger Reichsstände rechts des Rheins. Insgesamt wurden 2 Kurfürstentümer, 9 Reichsbistümer, 44 Reichsabteien und 45 Reichsstädte aufgelöst. 45000 km² Land und fast 5 Millionen Menschen erhielten neue Landesherrn. Mit diesem Beschluss 1803 blieb Lübeck noch reichsunmittelbare Stadt, um dann mit Fortfall des Heiligen Römischen Reiches 1806 ein souveräner deutscher Staat zu werden.

Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg, Preußen) Kant verbringt nahezu sein ganzes Leben im damals weltoffenen Königsberg, wo er am am 12. Februar 1804 fast 80-jährig stirbt. Seine letzten Worte waren angeblich: „Es ist gut.“
Am 9. Mai 1805 stirbt Friedrich Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar) im Alter von 45 Jahren an einer vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufenen akuten Lungenentzündung in Weimar. Seine sterblichen Überreste werden am 16. Dezember 1827 in die Fürstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof überführt, wo später auch Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar) auf eigenen Wunsch „an Schillers Seite“ bestattet wird.

27. Oktober 1804: Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (* 25. Oktober 1757 in Nassau; † 29. Juni 1831 in Cappenberg) wird preußischer Ministerpräsident. Stein gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.

Europäische Geschichte
21. Oktober 1805: In der Seeschlacht vor dem Kap Trafalgar fällt der britische Vizeadmiral Horatio Nelson. Trotzdem siegen die Briten über die französisch-spanische Flotte. Napoleons Pläne einer Invasion der Britischen Inseln zerschlagen sich dadurch. Diese Seeschlacht legt die Grundlage für die mehr als ein Jahrhundert dauernde britische Vorherrschaft zur See.

1806


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