Spare in der Zeit, so hast Du in der Not - Sparkasse zu Lübeck

Eine Sparkasse könne "bei Dienstmädchen zu einer vernünftigen Sparsamkeit führen und eine gesunde Ordnung erleichtern, vielleicht sogar die Veranlassung mancher Ehe werden." Zudem werde auf diese Weise so mancher Spargroschen, der nutzlos "im Kasten" liege, für die heimische Wirtschaft aktiviert. Das waren die Gedanken, von denen sich die Mitglieder der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit leiten ließen, als sie am 15. April 1817 die Ziele einer Spar- und Anleihekasse in Lübeck festlegten. Von da an ging alles sehr rasch. Bereits am 12. Juni 1817 eröffnete die Sparkasse im Vorsteherzimmer des Waisenhauses erstmals ihre Schalterstunde. Es war die Geburtsstunde der bundesweit ältesten freien Sparkasse, die 2017 ihr 200jähriges Jubiläum feierte.

Über die ersten Überlegungen, eine Sparkasse in der Stadt zu gründen, berichtet die Jubiläumsschrift zum 140jährigen Bestehen 1957: "In Lübeck hielt am 24. Februar 1801 der Pastor Bernhard Heinrich von der Hude eine Vorlesung über den Nutzen einer "Spaar Casse für Dienstboten und dergleichen Leute der niederen Stände". Seine Anregung fiel auf fruchtbaren Boden. Schon am 24. März 1801 bildete sich ein Ausschuss zur Prüfung des Gedankens. Die Gründung einer solchen Kasse wurde jedoch zurückgestellt, weil die Brauerzunft "ähnliche Geldoperationen" durchführte. Im Jahre 1809 griff Ludwig Suhl, Gründer der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, den Gedanken wieder auf. Unter dem "Druck der französischen Zeit", die von 1806 bis 1813 auf Lübeck lastete, war alle Unternehmungslust weitgehend gehemmt. Am 12. März 1816 schlug der damalige Direktor der Gesellschaft…, Dr. med. Nik. Heinrich Brehmer, erneut die Errichtung einer Sparkasse vor. 
Der Erfolg stellte sich bald nach Gründung der Sparkasse ein. Sie war die erste, die nicht ausschließlich den Minderbemittelten diente, sondern allen Bürgern, die den Ertrag ihrer Ersparung oder ihres Erwerbes sicher und zinsbar anzulegen wünschten". Zwei "Jungfrauen", ein Landmann aus Sierksrade und der Vorsteher der Sonntagsschule sind als erste Sparer eingetragen. Dabei war die Mindesteinlage von zehn Kurant-Mark nicht gering. Bis 1867 genügte wöchentlich eine Schalterstunde - donnerstags zwischen 12 und 13 Uhr.
Mit wachsender Zahl der Einlegebücher - und somit der angelegten Gelder, musste ab 1898 der Geschäftsbetrieb ganztägig ausgedehnt werden. Sogar sonnabends von 15 bis 19 Uhr! 1905 erfolgt die Umwandlung der Sparkasse zu einer Stiftung des öffentlichen Rechts, mit starker Bindung an die "Gemeinnützige". Seit 1957 trägt das Unternehmen den Titel "Sparkasse zu Lübeck". Und handelt weiterhin, trotz neuer gesetzlicher Regelungen, eigenständig.  

 

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