Aufbruch in das neue Jahrtausend 2000 bis 2020

Was war das nur für ein Beginn des neuen Jahrtausends. Da gab es zunächst eine wahre Hysterie. Die Computer, so die große Angst zum Wechsel des Millenniums, verkraften das neue Datum nicht. Die Zahl 2000. Wenn sie abstürzten, drohe eine zivilisatorische Katastrophe. Kraftwerke könnten stillstehen, Ampeln erlöschen, Tankstellen und Wasserleitungen versiegen und Neugeborene womöglich vom Amt gemahnt werden, bitte rasch den Rentenantrag einzureichen. 

Es passierte nichts. Das "Jahr-2000-Problem", Y2K auf Englisch, wurde Legende, in dem es sich auflöste in einer heiteren Party. Die Computer versagten den Absturz und funktionierten weiter. Und doch sollte die Macht der elektronischen Vernetzung in diesem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends auf dramatische Weise fortwirken am Umsturz unseres Alltags. Und auch reale, die Welt erschütternde Abstürze sollten folgen. Der erste folgte kaum zwei Jahre später.
In New York steuerten islamistische Selbstmord-Attentäter Verkehrsflugzeuge in die beiden Wolkenkratzer des Welthandelszentrum und auf das Pentagon. In einem Inferno stürzten die Türme in sich zusammen. Mehr als 3000 Menschen starben. Ein Ereignis, das unsere Welt verändern sollte. Eine beteiligte Terrorzelle mit dem Flugzeugführer Mohammed Atta operierte dabei von Hamburg aus (in der Marienstraße 54 im Stadtteil Harburg).
Auch die Computer veränderten unsere Welt im Turbo-Tempo.
"Wir gingen online", erklärte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, als er gebeten wurde, die "Nuller-Jahre" mit einem Satz zu charakterisieren. Genau besehen ist das nicht korrekt, denn wir gingen nicht, wir rannten. Und hatten dabei das Gefühl immer hinterherzulaufen und nie beizeiten anzukommen. Gerade so wie im Märchen vom Hasen und dem Igel der Gebrüder Grimm: "Bin schon da!"
Menschen, die es gewohnt waren, sich von Freunden Schallplatten oder CDs auszuleihen, mussten erkennen, dass ein simples Computerprogramm genügte, um Musikstücke zu tauschen, auch ohne Freunde. Mit eBay wuchs der Flohmarkt, mit Flickr das Bilderalbum und mit YouTube das globale "Verstehen Sie Spaß?" des Internet. Zur Erinnerung: Das Videoportal ging erst im Frühjahr 2005 ans Netz. Wir chatteten, simsten, skrypten und posteten. Wir like-ten, verlinkten, bloggten, googleten und twitterten. Und fragten uns nicht einmal mehr, ob es für alle diese Tätigkeiten deutsche Begriffe gäbe.
Widersprüchlich stolperte die Geschichte in das neue Jahrzehnt - und so blieb sie. Wir fuhren in Geländewagen den sog. SUVs ( Sport Utility Vehicles ) durch die Städte und priesen die Sparsamkeit der Smarts. Wir tranken "to go" und speisten "slow". Wir feierten Börsenhöchststände und diskutierten Hartz-Gesetze. Und ehe wir uns versahen riss uns der nächste Absturz in eine neue Krise. In den USA platzte die Immobilienblase.  Lehman Brothers musste durch die US-Immobilienkrise und Subprime-Markt-Krise  zunächst 3,3 Milliarden US-Dollar abschreiben und musste am 15. September 2008 in die Insolvenz gehen. Das brachte das Weltfinanzsystem ins Wanken. Im selben Herbst 2008 wählten die Amerikaner den Demokraten Barack Obama zu ihrem ersten schwarzen Präsidenten. Wie im Flug schien das Jahrzehnt an uns vorbeizuziehen. Doch die historische Verdichtung war nicht der einzige Grund, warum alles so schnell gegangen war. Denn der größte Beschleuniger und Zeitvertilger unserer Epoche, das Internet, hatte sich unseres Lebens bemächtigt.




Die Elbphilharmonie in Hamburg wurde endlich fertig. In der Grundlagenermittlung wurden 77 Millionen Euro Kosten für die Freie und Hansestadt Hamburg veranschlagt. Daraus wurden dann wohl 789 Millionen. Bauzeit: April 2007 bis 11. Januar 2017. Hurra!

Dafür ist der Hauptstadtflughafen BER  Berlin Brandenburg, der am 5. September 2006 begann, erst im vierten Quartal 2020 nach 14-jähriger Bauzeit eröffnet worden. (Baukosten: Über 7 Milliarden Euro, vermutlich sogar höher) Die Landesregierung Brandenburg beantwortete 2011 eine Große Anfrage zur Wirtschaftlichkeit: „Die Angaben über die Wirtschaftlichkeit des Flughafens Berlin Brandenburg, auf die die vorliegende Große Anfrage zielt, fallen teilweise in den Bereich der Geschäftsgeheimnisse."
Und der unglaubliche Wandel, durch digitale Vernetzung und mobile Technik stetig vorangetrieben, nahm kein Ende. Und jetzt verschärfte sich die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum. Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien haben mit schwerwiegenden Haushaltsdefiziten und daraus folgender hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen.
Aufstände in weiten Regionen Nordafrikas sowie dem Nahen Osten breiteten sich aus, die Unruhen in Syrien mündeten in einen bis heute andauernden Bürgerkrieg. Vor diesem Hintergrund und durch die wachsende Bedrohungslage durch den "Islamischen Staat" machten sich immer mehr Menschen auf den Weg über das Mittelmeer nach Europa, was 2015/2016 zu einer europaweiten Flüchtlingskrise nie gekannten Ausmaßes führte.
In Großbritannien entschied sich das Volk für den Austritt aus der EU, genannt "Brexit".
In Deutschland geht es den Menschen dagegen so gut wie lange nicht - die Wirtschaftslage ist stabil, die Arbeitslosigkeit gering. Der Einfluss der neuen Medien, insbesondere der sozialen Netzwerke hat zu einer Veränderung der politischen Meinungsbildung geführt. Digitalisierung in all seinen Facetten ist das Stichwort. Immer mehr Geräte erledigen immer mehr Dinge für uns und interagieren miteinander. Die Gallionsfigur ist dabei das Smartphone, das sich in diesen Jahren wie kein anderes Gerät in den Alltag gedrängt hat.
In der Musik sind deutsche Sänger und Bands wieder auf dem Vormarsch. Ob Tim Bentzko, Andreas Bourani, Jupiter Jones, Wincent Weiss oder Max Giesinger - viele deutsche Liedermacher finden sich in den Charts. Unter den Filmhelden dieser Tage finden sich Hobbits, Minions, Faultiere und Mammuts. Die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde" lässt jedoch mit über neun Millionen Besuchern alle anderen Kinohits weit hinter sich.
Am 31. Dezember 2019 wurde der Ausbruch einer neuen Lungenentzündung mit noch unbekannter Ursache in Wuhan in China bestätigt und die Welt erlebt einen Albtraum. Das Virus ist Ende Februar 2020 in Deutschland, Deutschland erlebt die erste Welle und das Unheil nimmt seinen Lauf. Machtlos erlebten wir fast den Zusammenbruch des Gesundheitssystems mit vielen Toten und einen starken wirtschaftlichen weltweiten Schaden, der viele Existenzen vernichtet.  Am 28. Januar 2021 überstieg die Anzahl der weltweit bestätigten Infektionen die Marke von 100 Millionen. Bis zum Redaktionsschluss für diese Seite hält die Pandemie noch an.



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