Schrill und global 1990 bis 99

Die Wiedervereinigung und der Euro, das sind die markigen Eckdaten dieses Jahrzehnts. Die Wiedervereinigung am Anfang, und der Euro (zunächst als Buchgeld) am Schluss. Dazwischen standen ein wirtschaftlicher Aufschwung und das Wachsen des "weltweiten Dorfs". Auf der ganzen Welt waren nun die Menschen durch Mobiltelefone, Anrufbeantworter und SMS ständig erreichbar. Der Computer war nicht länger nur ein Arbeitsgerät, sondern verbreitete sich mehr und mehr auch zuhause.
Einige Investoren fanden sich zusammen und es kam zur Gründung von Google am 7. September 1998 - mit einem Startkapital von 1,1 Millionen.
Es sind keine unbekannten Entwickler, die man hier mit Geld überschüttet. Überzeugend ist nicht nur die revolutionäre Suchmaschine, die sie präsentieren - ein ganzes Akademiker-Netzwerk der Stanford Universität bürgt für die beiden Elite-Uni-Absolventen. Mit dem Google Vorläufer "Backrub", der die Internetanbindung der Uni stark beanspruchte, hat Larry Page zusammen mit Scott Hassan, Alan Steremberg und Sergey Brin eine voll funktionsfähige Suchmaschine entwickelt. 
Auch ein anderes Unternehmen wächst heran. 
Amazon.com, Inc. ist eine Gründung des Informatikers Jeff Bezos. Die Idee eines elektronischen Buchgeschäfts entstand zusammen mit dem Investor David E. Shaw, als Bezos in dessen Finanzunternehmen D. E. Shaw & Co. arbeitete. 1994 verließ er es, um die Idee allein weiterentwickeln zu können, und gründete noch im selben Jahr das Stammhaus, das US-amerikanische Mutterunternehmen Amazon.com, im US-Bundesstaat Washington als Online-Buchhandlung („online bookstore“). Im Juli 1995 verkaufte das Unternehmen auf seiner Internetplattform sein erstes Buch: Douglas R. Hofstadters Werk Fluid Concepts and Creative Analogies: Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought.
Mit einem Umsatz von 193,2 Milliarden US-Dollar, bei einem Gewinn von 3,9 Mrd. Dollar, stand Amazon 2018 laut den Forbes Global 2000 auf Platz 53 der weltgrößten Unternehmen.

Dank der neuen technischen Möglichkeiten schritt auch die Globalisierung schneller voran, als vorstellbar. Was auch immer passierte - alle waren dabei, weltweit und jederzeit. Entfernungen spielten keine Rolle mehr. Massenmedien und das World Wide Web verbreiteten gute und schlechte Neuigkeiten innerhalb von Sekunden.
Deutschland wurde 1990 mit Teamchef Franz Beckenbauer zum dritten Mal Fußballweltmeister und Gerhard Schröder wurde 1998 - nach 16 Jahren Helmut Kohl - Bundeskanzler. Aufsehen erregte auch das Klonschaf Dolly. Es erblickte 1996 in einem englischen Stall das Licht der Welt nachdem es zuvor im Labor produziert worden war.
In der Fun-Gesellschaft der 90er-Jahre musste alles Spaß machen. Retro wurde aktuell Schlaghosen und Plateau-Schuhe, Afro-Look und Hippie-Kleider eroberten die Kleiderschränke zurück. Aber auch Marken tragen war "in".
Selbst US-Präsident Bill Clinton hatte Spaß in seinem Oval Office. Doch wäre er an der Affäre mit Monica Lewinsky fast gescheitert.
Für die Filmindustrie waren die 90er vor allem von einer Revolution der Tricktechnik geprägt, denn der rasante Leistungsanstieg der Computer machte es plötzlich möglich, Bilder auf die Leinwände zu zaubern, die so niemals zuvor gezeigt werden konnten. "Terminator 2", "Jurassic Park", die "Matrix"-Trilogie und der neuverfilmte, mit 11 Oscars prämierte  Untergang der "Titanic" leben von diesen neuen, computeranimierten Spezialeffekten. "Star Wars - Episode 1" ho9lte Millionen Fans in die Kinos. Aber auch die Romantik kam mit Julia Roberts in "Pretty Woman", Tom Hanks in "Forrest Gump" und Hugh Grant in "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" in diesem Jahrzehnt wahrlich nicht zu kurz.  

 

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