Ein einmaliges Industriedenkmal - Die Wasserkunst Kaltehofe auf der Elbinsel Hamburg

Die Filtrationsanlage Kaltehofe wurde von Oberingenieur Andreas Meyer, dem Erbauer der Speicherstadt, entworfen und konnte 1893, ein Jahr nach der verheerenden Choleraepidemie eingeweiht werden. Heute ist die Elbinsel ein Natur-, Kultur- und Industriedenkmal. Ein Naturlehrpfad führt entlang der ehemaligen Filtrationsanlage und ihren wilhelminischen Schieberhäuschen. 

Schon gewusst …
… dass sich in der historischen Villa der Wasserkunst früher Büro- und Wohnräume und ein Labor des Hygienischen Instituts befanden? Hier wurde das gefilterte Elbwasser regelmäßig untersucht.
1848 ging die Stadtwasserkunst Rothenburgsort in Betrieb. Diese versorgte einen Teil der Haushalte mit ungefiltertem Elbwasser als Trinkwasser. Ungereinigte Abwässer aus Stadt und Hafen verschmutzten die Elbe jedoch so stark, dass es kaum noch genießbar war und 1892 zur großen Choleraepidemie führte. Auf Kaltehofe ging daher 1893 ein Filterwerk zur Reinigung des Elbwassers in Betrieb. Es galt als eines der größten und modernsten seiner Zeit.

Es bestand aus zwei Hauptteilen: Dem Schöpfwerk auf der Billwerder Insel und dem Filterwerk Kaltehofe. Im Schöpfwerk reinigten Absetzbecken das Elbwasser vor. Anschließend floss das Wasser in die Filterbecken auf Kaltehofe. Dort sickerte es durch Sand- und Kiesschichten, die Schmutz und Bakterien zurückhielten.

Die zunehmende Verschmutzung der Elbe erschwerte die Reinigung. Deshalb begann Hamburg ab 1905, zusätzlich Grundwasser als Trinkwasser zu nutzen. Auch beim Schöpfwerk auf der Billwerder Insel und auf Kaltehofe entstanden Brunnen. Ab 1964 konnte Hamburg auf Elbwasser verzichten. Kaltehofe filtrierte nun nur noch Grundwasser. 

Die Abgase und Einleitungen der umgebenden Industrie belasteten jedoch weiterhin Luft und Boden. Schadstoffe drohten in die Brunnen auf Kaltehofe zu sickern. Technische Entwicklungen ermöglichten die Deckung des Trinkwasserbedarfs Hamburgs ab 1989 über 17 Wasserwerke. Kaltehofe zählte nicht mehr zu den modernen Werken und ging 1990 außer Betrieb.
Nach der Schließung entstanden verschiedene Pläne zur Nutzung des Geländes. Während der Diskussion um die Zukunft Kaltehofes, eroberte die Natur das Gelände zurück. Seit der Eröffnung der Wasserkunst 2011 ist die Natur mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna zu einem wichtigen Teil des Industriedenkmals Kaltehofe mit ihrer für die Stadtgeschichte Hamburgs einmaligen Filteranlage geworden.

Die Stiftung hat sich dem Erhalt des ehemaligen Wasserwerks in Hamburg-Rothenburgsort verpflichtet und bietet neben der Dauerausstellung spannende Veranstaltungen
Kaltehofe-Hauptdeich 6 - 7, 20539 Hamburg
S-Bahn-Stationen Tiefstack/Rothenburgsort
Auch ein spannendes Industriedenkmal zum gleichen Thema ist das Museum Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe.
Öffnungszeiten:
Museum, Shop, Cafe und Außengelände
März - Oktober Di - So 10  - 18 Uhr
November - Februar Di - So 10 - 17 Uhr
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Elbinsel Kaltehofe Kaltehofe Hauptdeich 6 – 7 20539 Hamburg


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