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Historisches vom Schabbelhaus Lübeck

Der Lübecker Bäckermeister Heinrich Schabbel (* 24. Juli 1861 in Lübeck; † 12. Dezember 1904 ebenda) gab dem Doppelhaus Mengstr. 48/50 den Namen. Dabei hat es, genau genommen nicht viel mit ihm zu tun. Das eigentliche Schabbelhaus stand ein paar Hausnummern weiter, in der Mengstr. 36. Durch eine großherzige Stiftung des Bäckermeisters konnte es 1906 erworben und in ein Museum lübscher Wohnkultur verwandelt werden. Beim Bombenangriff vom Palmsonntag auf Lübeck sank auch das Schabbelhaus in Schutt und Asche. Statt dessen kaufte die Stadt das Renaissance- und das Barockhaus auf derselben Straßenseite und gab sie in die Obhut der Lübecker Kaufmannschaft. 1955 wurde das neue Schabbelhaus als traditionsreicher Versammlungsort der Kaufleute und Restaurant eröffnet.

Heinrich Schabbel soll übrigens der Erfinder eines berühmten Lübecker Kleingebäcks gewesen sein. Er erfand den „Hanseaten“, ein mit Glasur überzogenen Keks, Die Zuckerglasur ist in den lübschen Farben Rot und Weiß gehalten.

SchabbelhausSchabbelhaus Lübeck

Die Geschichte des heutigen Schabbelhauses lässt sich bis in das späte 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Erste Besitzer waren der Tuchhändler oder Gewandschneider Rotger von Cusfeld und Liborius Lof, wahrscheinlich auch ein Gewandschneider, der aus Brügge stammte. Rotger von Cusfeld gehörte einer bedeutenden Lübecker Patrizierfamilie an, die großen Einfluss im Rat der Stadt ausübte.
Die Eigentümer wechselten rasch, denn sobald die Geschäfte einmal schlechter gingen, ließen sich so große, repräsentative Häuser nicht mehr halten. Die Familie des Stockholmfahrers Johann van Lune bewohnte das Haus Nummer 50 von 1363 bis 1410, was schon ein auffallend langer Zeitraum war. Danach übernahmen Bergenfahrer beide Häuser, denn sie bevorzugten die Mengstraße und die Alfstraße als Wohnsitz.
Wenig Glück war allerdings dem Bergenfahrer Peter Jode im späteren Schabbelhaus beschieden. Der Stockfischhändler hatte einen noch lukrativeren Geschäftszweig entdeckt und lieferte Schießpulver nach Spanien, das die damalige Großmacht für ihre Kriege brauchte. Peter Jode musste größere Mengen Pulver in seinem Haus gelagert haben, denn im Frühling des Jahres 1561 erschütterte eine gewaltige Explosion die Mengstraße. Unter den Trümmern fand man die Leichen des Kaufmanns Jode und seiner Frau. Nur ein Kind, das unter einem Tisch spielte, soll unverletzt geblieben sein.
Nach dem Wiederaufbau zogen Kaufleute ein, die es durch den Handel mit den baltischen Ländern und Russland zu Wohlstand gebracht hatten. Der Weinkranz, der heute über dem Portal des Schabbelhauses hängt, deutet darauf hin, dass es einige Zeit auch im Besitz von Weinhändlern war. Auch ein Küster von St. Petri wohnte zeitweise hier. Er hatte das Patrizierhaus geerbt. 1863 hielt die Kommissions- und Speditionsfirma Erasmi in beiden Häusern Einzug. Ihr gehörten sie bis zum Jahr 1950. Dann kaufte die Stadt das Doppelhaus in der Absicht, das Schabbelhaus daraus zu machen. 

Schabbelhaus LübeckHistorisches Schabbelhaus in der Mengstraße Lübeck

So ist jetzt eines der ungewöhnlichsten Restaurants mit edler Speisekarte aus dem Doppelhaus geworden. Jeder Raum hat sein eigenes Ambiente. Die Räumlichkeiten sind geeignet für jeden Anlass. Dies wurde in der Vergangenheit auch für gekrönte Häupter genutzt. Nachweislich waren in vergangenen Zeiten der dänische König mehrmals und der Schah von Persien hier zu Gast. Genießen auch Sie Ihre Speisen inmitten historischen Mobiliars aus alter Zeit.

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