Museum für Natur und Umwelt in Lübeck Sammlungen seit 1799

Die Geschichte des Naturhistorischen Museums, des einzigen seiner Art in Schleswig-Holstein, beginnt mit einer privaten Sammlung. Der Arzt Johannes Julius Walbaum hatte eine umfangreiche Sammlung naturkundlicher Gegenstände zusammengetragen. Bei seinem Tod 1799 vermachte Walbaum sie der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, die sie 135 Jahre bewahrte und vermehrte. Vor allem die lübschen Kapitäne, die von ihren Reisen rund um die Welt allerlei Merkwürdigkeiten mitbrachten, mehrten den Bestand. So wuchs die Sammlung bald über die räumlichen Möglichkeiten zur Ausstellung hinaus.
Die Chance zu einem passenden Neubau ergab sich, als der Kaufmann Georg  Blohm (* 9. November 1801 in Lübeck; † 6. März 1878 ebenda) in seinem Testament 1878 ein Legat von 150.000 Mark aussetzte. Damit konnte vor dem Dom ein Museum für die Sammlung der Gemeinnützigen Gesellschaft gebaut werden. 

Mühlenteich LübeckMühlenteich Lübeck

Georg Blohm war recht wohlhabend. Sein jüngster Sohn Hermann Blohm (1848–1930) wurde Mitbegründer der Werft Blohm & Voss. Georg förderte die Werftgründung mit einem Darlehen von 500.000 Mark.
Am 16. Mai 1893 öffnete  das "Dom-Museum" aber nun zum ersten Mal. 
Es präsentierte neben Ausstellungsstücken der Natur und der Völkerkunde auch eine Gemäldegalerie. Unter privater Obhut blieb das Museum bis 1934. Nach dem Luftangriff in der Nacht zum 29. März 1942 blieb von dem staatlichen neugotischen Bau nur noch eine Ruine. Aber schon bald fanden sich tatkräftige Bürger, die sich für den Wiederaufbau des Museums einsetzten. Besonders stark engagierte sich als Vorbesitzerin die Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. Angesichts der herrschenden großen materiellen Not wählte man die Bezeichnung für den Wiederaufbau bewusst bescheiden: "Biologisches Schulmuseum". 
Als solches fand es auch die notwendige Unterstützung von Bürgerschaft und Senat. Erst später mauserte es sich in das "Naturhistorische Museum der Hansestadt Lübeck - Museum für Natur und Naturgeschichte in Schleswig-Holstein."
Damit war aber auch die Zielsetzung neu und klar bestimmt. Die Völkerkundesammlung, die durch die Zerstörung beim Bombenangriff stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, gliederte man aus. Doch um die Bestände der Naturkunde sah es kaum besser aus. Lediglich eine Schneckensammlung und eine Sammlung von Tiefseekrebsen aus dem Pazifik waren erhalten geblieben. Die Krebse waren noch aus dem brennenden Bau gerettet worden. Und diese so dramatisch geborgenen Krebse passten noch nicht einmal in das neu entwickelte Konzept einer Schausammlung, die sich vornehmlich auf Schleswig-Holstein beschränken sollte. Die Krebse wurden gegen passende Exponate mit der zoologischen Sammlung des Bayrischen Staates getauscht. Das neue Museum öffnete am 4. Mai 1963 zum ersten Mal seine Türen - beinahe auf den Tag genau 70 Jahre nach dem Dommuseum.

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