Das Jenisch-Haus mit seinem Park an der Elbe

Das Jenisch Haus, der ehemalige Landsitz des Hamburger Senators Martin Johan von Jenisch, wurde 1831-1834 errichtet. Die Villen-Architektur und seine Lage im Park zeichnen das Haus ebenso aus wie die abwechslungsreiche Gestaltung der Räume in Stilstufen vom Barock bis zum Biedermeier. Im Westflügel der ersten Etage widmet sich eine Dauerpräsentation dem Leben und Wirken von Caspar Voght.



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Jenisch-Haus HamburgJenisch-Haus Hamburg

Das Museum für Kunst und Kultur an der Elbe wird als Außenstelle des Altonaer Museums geführt und zeigt im Erdgeschoss repräsentative Säle. In den oberen Etagen präsentieren wechselnde Ausstellungen Themen aus der Kunst- und Kulturgeschichte insbesondere des 19. Jahrhunderts.
Das Gebäude besteht aus einem kompakten Kubus, der sparsam mit klassizistischen Elementen dekoriert ist. Auffälligste Zierde sind der dorische Portikus zur Elbseite sowie das zierliche Geländer oberhalb des Dachgesimses. Die Aufteilung des Hauses steht – obwohl für einen Bürger gebaut – noch ganz in der Tradition des fürstlichen Landschlösschens. Im Erdgeschoss, das zugleich das Stockwerk mit der höchsten Raumhöhe ist, befinden sich die großen Repräsentations- und Gesellschaftsräume. Hervorzuheben sind hier das Vestibül mit dem durch alle Etagen reichenden Treppenhaus, der in weiß gehaltene Speisesaal sowie der zum Strom gerichtete Elbsalon. 

Jenisch-Park HamburgJenisch-Park Hamburg

Der umgebende Park war um 1800 von Caspar Voght als rural farm angelegt worden, der heutige, 42 Hektar große Jenischpark bildete seinen parc du midi und wurde 1828 nach dem Erwerb durch Jenisch von Johann Heinrich Ohlendorff umgestaltet. Von der Elbchaussee führt das neobarocke Kaisertor (erbaut 1906, restauriert 2005) in den Park, in dem neben dem Ernst-Barlach-Haus (1961 nach Plänen von Werner Kallmorgen erbaut) auch die „Eierhütte“ (Nachbau der „Mooshütte“ von ca. 1790 mit der von Voght stammenden Giebelinschrift Amicis et quieti, dt. den Freunden und der Muße [gewidmet]) zu finden ist. Teile des Parks, insbesondere die Feuchtwiesen der Flottbek, stehen seit 1982 als Naturschutzgebiet Flottbektal unter Naturschutz. 1927 wurde der private Park von der Stadt Altona gepachtet, 1939 erworben und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Landhaus wurde in den Jahren 1794 bis 1797 von dem Hamburger Baumeister des Klassizismus Johann August Arens  (* 10. Februar 1757 in Hamburg; † 18. August 1806 in Pisa, Italien) im damals typischen Stil erbaut. Nach seinem Studium in Göttingen und Hamburg reiste er nach Frankreich als Stipendiat der Patriotischen Gesellschaft, nach England und nach Italien, wo er Johann Wolfgang von Goethe kennen lernte. Dieser holte ihn als fürstlichen Baurat nach Weimar, wo Arens zunächst  1789–1792 den Wiederaufbau des Weimarer Stadtschlosses organisierte. 1791 kehrte er nach Hamburg zurück. Hier schuf er etwa 30 Stadt- und Landhäuser, Gartenanlagen und Denkmäler, von denen außer dem Landhaus Voght nur noch die Friedhofskapelle St. Petri in der Jungiusstraße und das Denkmal des Johann Georg Büsch im Grün  Ecke Edmund-Siemers-Allee und Rothenbaumchaussee vor der Universität Hamburg erhalten geblieben sind.

Die großen Parks und Gärten mit ihren repräsentativen Landhäusern ergänzten ab Mitte des 18. Jahrhunderts die westlich von Altona vorherrschenden dörflichen Strukturen. Die Entdeckung der Schönheit der Landschaft zur Zeit der Aufklärung und des Klassizismus machten Altona zur "Stadt der Parks an der Elbe". Herausragende Persönlichkeiten dieser Zeit waren: Der Kaufmann Caspar Voght dem Begründer der "Ornamented Farm" um diesen Jenisch-Park und der Reeder Johan Cesar VI. Godeffroy mit ausladenden Parks und Aufforstungen in Blankenese (Hirschpark) und am Falkenstein. Die Architekturen dominierte Christian Frederik Hansen, dem dänischen Baumeister des Klassizismus in Altona. Wichtigster Landschaftsgestalter war der Gartenkünstler und Architekt Joseph Ramée. Große Verdienste für den Erhalt und für die öffentliche Erschließung von Landschaft und Parkanlagen hatten in den 1920er-Jahren der damalige Oberbürgermeister des noch selbständigen Altona Max Brauer und sein Bausenator Gustav Oelsner, dem Nachfolger von Johann August Arens.


 

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