Schon mal vom Frieden von Traventhal gehört ? - Geschichte des Herrenhauses

Am 18. August 1700 stand hier noch ein Schloss, ein Lustschloss. Es war der Sommersitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön. Im 18. Jahrhundert war die Anlage vor allem für seinen spätbarocken Garten bekannt, der als die größte und bedeutendste Anlage in den Herzogtümern galt. Für ein Ereignis erlangte das aus Holz gebaute Lustschloss oder Jagdschloss eine gehörige Bedeutung.

Hier kam es zum Frieden von Travenda oder Traventhal.

Der Anlass war ein Konflikt zwischen Dänemark und der Großmacht Schweden. Johann Reinhold von Patkul (* Juli 1660 in Stockholm; † 11. Oktober 1707 beim Kloster Kasimierz bei Posen) der livländische und sächsische Staatsmann stellt Livland unter polnischen Schutz. Er erreichte, dass 1699 mit Dänemark und Russland ein gegen Schweden gerichtetes Bündnis abgeschlossen wurde.

Herrenhaus Traventhal

Es ging anfänglich um die Erbfolge des Herzogs von Gottorp, Friedrich IV. (* 18. Oktober 1671 auf Schloss Gottorf (Schleswig)), dem ältesten Sohn von Christian Albrecht, die vom dänischen König Friedrich IV. angezweifelt wurde. Friedrich IV. (auch Frederik IV., * 11. Oktoberjul./ 21. Oktober 1671greg. in Kopenhagen; † 12. Oktober 1730 in Odense) war König von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein von 1699 bis 1730.  Während Friedrich IV. (Frederik) nachdem er den dänischen Thron bestiegen hatte, sich sogleich mit August dem Starken und Peter dem Großen gegen Schweden verbündet hatte begann August der Starke mit seinem Angriff auf das schwedische Livland den Großen Nordischen Krieg. König Friedrich IV. versuchte dafür die herzoglichen Anteile des Herzogtums Schleswig zu gewinnen. Der junge schwedische König Karl XII. war der Schwager des Herzogs von Gottorp, der um die Vormachtstellung Schwedens kämpfte. So kam es also hier, das auf der einen Seite der Trave, in der Umgebung von Hamdorf dänische Truppen in einer Stärke von 18.000 Mann lagen. Auf der anderen Uferseite, wo es zudem noch sumpfig war, lagen 18.000 mit Schweden alliierte Soldaten. Die Schweden begannen, die Dänen vor sich herzutreiben und immer wieder anzugreifen. Im Verlauf der Auseinandersetzung zogen die Alliierten, die aus dem Lüneburger Raum anmarschiert kamen und zwischenzeitlich immer mehr Verstärkung erhielten, über Büchen und Altona nach Oldesloe. Von Oldesloe aus begann man jetzt Stützpunkte zu errichten, entlang der Trave in Benstaben, Wesenberg, Hamberge und Moisling bis nach Lübeck. Die Truppen beschlagnahmten alles für den täglichen Bedarf, Lebensmittel vor allem. Die Pferde der Kavallerie hatten in diesem Gebiet bereits die Wiesen kahl- und die verfügbaren Hafervorräte aufgefressen. Im Juli 1700 wurde letztendlich ein Lager bei Bad Segeberg aufgeschlagen, bis dahin war ging die Aktion sehr zu Lasten der Bevölkerung - Verwüstungen, Hunger, Elend. Der König entschied sich daraufhin zu einer ungewöhnlichen Aktion. Mit britisch-holländischer Flottenhilfe landet Karl XII. auf Seeland und marschierte Richtung Kopenhagen. Der dänische König Friedrich IV. war zu dieser Zeit in Rendsburg. Um schlimmeres zu vermeiden schlug er deshalb Friedensverhandlungen vor und man traf sich am 18. August 1700 im Lustschloss zu Traventhal. Das war gerade neutraler Boden, da es weder dem Haus Gottorp noch dem dänischen König unterstand. Die antischwedische Koalition im Großen Nordischen Krieg verlor damit Dänemark als ihren Partner. Außerdem musste Dänemark 260.000 Reichstalern an "Gottorf und deren Modalitäten" zahlen, trotzdem hielt der Frieden nicht lange 1721 wurde der Krieg fortgeführt.

Herrenhaus TraventhalHerrenhaus Traventhal

So richtig genutzt wurde das ältere Holzschloss kaum, es wurde dann komplett abgerissen und 1738 durch einen Neubau ersetzt. Aber rund um das neue Schloss entstand parallel zum Travelauf ein großer Garten im Stil des Rokoko, der als die aufwändigste Anlage dieser Art in Schleswig-Holstein galt. Unter anderem diente das Schloss ab 1773 auch als Sitz des Amtmanns.
Aber so richtig kam es nie zu einer Nutzung, sodass das Herrenhaus und der Garten ungepflegt war und herunterkam. 1999 wurde ein Verein gegründet, der sich der Erforschung und der Konservierung des erhaltenen Bestands verschrieben hat. Erst 2010 wurde das Schloss aufwändig renoviert, es entstand ein Hotel-Restaurant-Cafe. Der Schlosspark ist zu den Öffnungszeiten zugänglich. Die angrenzenden Gebäude gehören zum Landgestüt. 2009 wurde schon ein Spitzzaun errichtet, welcher die Gesamtanlage trennt.  Zum Erhalt der Anlage gehörte auch die Einrichtung eines Museums, in dem auch verschiedene Veranstaltungen wie Kunsthandwerks- und Trödelmärkte stattfinden. 


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