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Das Hafenmuseum Hamburg entsteht gerade neu

Hamburg erhält derzeit ein neues Museum, das Deutsche Hafenmuseum. Zur Zeit wird es als ein „Zwei-Standorte-Museum“ geplant. Ein Neubau wird gerade im Stadtteil Grasbrook errichtet. Der zweite Standort ist unter einem neuen Namen in die neue Saison gestartet: Rund um den Schuppen 50A hat man bereits den Besucherbetrieb begonnen. Hier befand sich schon einige Jahre das Hafenmuseum.
Ab April 2022 können Sie auch schon die historische Viermastbark Peking im Rahmen von exklusiven Baustellenführungen immer mittwochs, freitags, samstags und sonntags besuchen.

altes Hafenmuseumaltes Hafenmuseum

Das Hafenmuseum präsentiert im Kopfbau des Schuppens 50A  Australiastraße 20457 Hamburg eine einmalige Sammlung zum Güterumschlag im Hamburger Hafen, Hamburger Schiffbau sowie zur Schifffahrt auf der Elbe und im Hafen. Wer Geschichte und Entwicklung des Hamburger Hafens hautnah erleben möchte, ist im Hafenmuseum Hamburg an der 50er Strecke genau richtig.
Dieser Teil des Hafenmuseums befindet sich auf dem denkmalgeschützten Gelände eines Kaizungenensembles, dessen Schuppen 1907 - 12 erbaut wurden  und als letzte erhaltene Kaischuppen der Kaiserzeit in Hamburg gelten. Zu sehen sind Exponate und Großobjekte zu Güterumschlag, Elbschifffahrt und Schiffbau.
Der zwischen Bremer Kai und O'Swaldkai  auf dem Kleinen Grasbrook liegende Hansahafen wurde 1893 als kombinierter See- und Flussschiffhafen angelegt. Das diesseitige Ufer wurde zunächst "in Böschung gelegt" und war nur für Flussschiffe geeignet. Der gegenüber liegende O'Swaldkai wurde von Beginn an für Seeschiffe mit einer Kaimauer befestigt, der Asiakai mit den Schuppen 43 - 47 bebaut. Doch bereits 1903 wurde auch der diesseitige Bremer Kai mit einer Kaimauer versehen.
Namensgeber für den O'Swaldkai war William Henry O’Swald (* 23. August 1832 in Blankenese; † 7. Mai 1923 in Hamburg), einem Kaufmann, der Pionierarbeiten im Handel mit Ostafrika durchführte und zweitem Bürgermeister Hamburgs 1908–1910.
Von nun an legten an beiden Seiten des Hansahafens Seeschiffe direkt am Kai an, in der Mitte des Hafenbeckens lagen weiterhin Schiffe an Dalben.

alter Liegeplatz MS Bleichenalter Liegeplatz MS Bleichen

Heute befindet sich auf der Fläche der HHLA-Terminal O'Swaldkai, ein knapp 1 Mio. Quadratmeter großes Mehrzweckterminal. Im nördlichen Bereich legen RoRo-Schiffe (Roll-on/Roll-off) an, auf denen PKW und Container transportiert werden. Im Süden liegt das Frucht- und Kühlzentrum, wo jährlich mehr als 700.000 Tonnen Früchte umgeschlagen und gelagert werden.
Der O'Swaldkai ist der letzte regelmäßig angefahrene Umschlagplatz des Kleinen Grasbrooks und gleichzeitig die größte deutsche Anlage für Fruchtumschlag. Seit 2008 wird der O'Swaldkai mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Mio. Euro aus- und umgebaut. Waren es 2007 noch 507 abgefertigte Schiffe pro Jahr, sollen es in Zukunft ca. 560 Schiffe werden.
Die 50er Schuppen sind die letzten erhaltenen Kaischuppen aus der Kaiserzeit im Hamburger Hafen. Seit dem Bau der Speicherstadt wurden Güterumschlag und Lagerung getrennt. Während die Speicherstadt der langfristigen Lagerung diente, stand in den Kaischuppen der schnelle Umschlag im Vordergrund. Sie wurden auch die "Sortiertische des Hafens" genannt.
Die Bebauung der Kaizunge zwischen Hansahafen und dem ehemaligen Indiahafen mit den Schuppen 50, 51, 52 und 53 und dem Beamtenwohnhaus erfolgte zwischen 1908 und 1912. Das Ensemble zählte zu den modernsten und produktivsten Hafeneinrichtungen seiner Zeit. Zukunftsweisend war auch der Einbau von Sozialräumen und Sanitäranlagen für die Arbeiter.

HansahafenHansahafen

Heute sind die Schuppen 50 und 52 noch im Originalzustand erhalten, Schuppen 51 wurde nach Kriegsschäden  umgebaut. Der nach dem Zweiten Weltkrieg neu gebaute Schuppen 53 musste dem Zollamt weichen. 2002 übernahm die Stiftung Hamburg Maritim das Ensemble von der Hamburger Hafen und Logistik AG. Es steht unter Denkmalschutz und wird kontinuierlich restauriert.
Auf dem Gelände am Bremer Kai betreibt der Verein Freunde der historischen Hafenbahn e.V. eine Präsentation  auf einem Anschlussgleis an die Hamburger Hafenbahn. Von hier aus starten auch Hafenbahnrundfahrten mit dem Schienenbus Fridolin.

HafenbahnHafenbahn Hamburg

Die Hafenbahn nahm 1866 ihren Betrieb in Hamburg auf. Der Weitertransport von Gütern auf der Schiene trug wesentlich zum Aufstieg des Hafens bei. 1913 umfasste das Schienennetz der Hafenbahn 240 Gleiskilometer, heute sind es rund 300 km. Seit 1901 steht der Betrieb in der Verantwortung des Amtes für Strom- und Hafenbau (heute  Hamburg Port Authority"). Ursprünglich liefen auf beiden Seiten der Schuppen Gleise vom Veddeler Damm bis an die Kaispitze. Mit Hilfe von Halbportal-Kränen konnten Güter schnell und effektiv direkt vom Schiff oder aus den Schuppen auf Waggons verladen werden. In den 1950er Jahren wurde die Kaifläche verbreitert und mit drei Gleisen ausgestattet.
Im Sommer 2004 übernahm die Stiftung Hamburg Maritim vier historische Lokomotiven und 14 Waggons aus dem Bestand des ausgebrannten Wilhelmsburger Lokschuppens. Am Bremer Kai und teilweise am Veddeler Damm stehen Fahrzeuge wie die "221Hafen-Lok" von 1963, eine Vielzahl unterschiedlicher Waggons, ein Kranwagen, ein Schienenbus und eine Draisine.

Die ehemalige Hafenlok 221 ist aufgearbeitet, hat eine Zulassung und steht für Rangierfahrten auf dem Anschlussgleis zur Verfügung.
Die Dampfspeicherlok Sanella und die Dampflok Hobum werden vorerst nur erhalten und stehen als Denkmal zur Besichtigung bereit.
Von der Hamburger Hafenbahn hat der Verein auch den Dieseltriebwagen VT 4.42 übernommen, der aufgearbeitet wurde und für Gästefahrten eingesetzt wird.
Ein typischer Hafen-Arbeitszug bestehend aus Werkstattwagen, Kran mit Schutzwagen, Arbeitswagen und Schüttgut-Wagen kann auch besichtigt werden.

Ausstellungswagen der HafenbahnAusstellungswagen der Hafenbahn Hamburg 2019

Ein Schienen-Handkran, der ab 1869 im Hamburger Hafen seinen Dienst verrichtete, ist nach wie vor funktionsfähig (mit einem Transport-Rollwagen als Schutzwagen).
Drei gedeckte und vier offene Wagen stehen für den Ladungsumschlag zur Verfügung.
Einer der beiden genieteten Kesselwagen trägt eine Sponsorenbeschriftung. Weiterhin nutzt der Verein drei moderne geschlossene Güterwagen als Lager.
Der Hafenbahn-Wagen 48 ("Fresskiste") wird als Aufenthalts- und Versammlungswagen und ein 3-Achser Umbauwagen als Ausstellungswagen genutzt.
Eine zunächst geliehene Draisine konnte der Verein inzwischen erwerben und eine Grundinstandsetzung abschließen.
Hafenkräne
Die ersten Hafenkrane Hamburgs, sogenannte "Brownsche Dampfkrane", standen im Sandtorhafen. Dort konnten ab 1866 Seeschiffe erstmals direkt am Kai liegend be- und entladen werden. 1887 wurde am Kranhöft neben dem Segelschiffhafen ein Dampfkran in Betrieb genommen, der bis zu 150 Tonnen heben konnte und lange Zeit als der stärkste Kran der Welt galt.

Hafenkräne HamburgHafenkräne Hamburg

Ab Anfang des 20. Jhdt. verdrängten Elektrokrane ihre Vorgänger. Zunächst kamen Halbportalkrane zum Einsatz. Diese liefen auf der einen Seite auf einer Schiene an der Schuppenwand entlang. Zum Kai hin standen sie mit zwei Stützen auf Schienen an der Kaimauer. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich Vollportalkrane durch, die auf vier spinnenbeinartigen Stützen stehen.
Mit der Umstellung auf Container endete die Epoche der Hafenkrane. Sie wurden zunehmend durch Containerbrücken ersetzt. Einige der letzten original erhaltenen Exemplare aus dem Hamburger Hafen stehen entlang des Bremer Kais. Sie stammen von den bedeutendsten Kranbauern wie Nagel & Kamp (später Kampnagel), AEG, Siemens & Halske, Krupp und MAN.
Taucher

Das Museum zeigt unter anderem auch Exponate zur spezifischen Berufsgruppe der Taucher im Hamburger Hafen, die wahrlich Schwerarbeit unter Wasser leisten.
Der Hamburger Hafen hat seine eigene Unterwasserwelt, Spundwände, Brückenpfeiler, Schleusen und Siele gehören genauso dazu wie die Rümpfe der Schiffe vom Containerriesen bis zur Hafenbarkasse.
In dieser dunklen Welt verrichtet der Hafentaucher seine schwere Arbeit, wenn etwas gewartet, repariert, untersucht und geborgen werden soll. Starke Strömungen, Kälte und Eisgang erschweren die Arbeit oft zusätzlich.
Wie sieht dieser Beruf genau aus?
Ein Berufstaucher hat einen technischen Beruf erlernt, der Kenntnisse für die Arbeit unter Wasser vermittelt, und danach in einem Tauchunternehmen eine zweijährige Ausbildung absolviert. "Geprüfte Taucher" haben über 200 Stunden unter Wasser gearbeitet und 320 Stunden theoretischen Unterricht erhalten, bevor sie die Prüfung ablegen können.
Sie beherrschen u.a. die neuesten Schweiß- und Sprengtechniken und müssen immer wieder Lehrgänge besuchen.
Zu diesen Anforderungen kommen die Belastungen durch viele Reisen, unregelmäßige Arbeitszeiten und physische Anstrengungen.
Für ihre Arbeit benötigen die Berufstaucher hydraulische, pneumatische und mechanische Werkzeuge, Unterwasserscheinwerfer, Schweißgeräte u.a.m. Sie tragen einen Trockentauchanzug mit Vollgesichtsmaske oder Helm. Bei besonders gefährlichen Arbeiten schützen sie sich mit säurefesten und gasdichten Trockentauchanzügen. Die Atemluft beziehen sie aus Druckluftflaschen oder über Schläuche und Luftpumpen. Solches Gerät kommt oft von der Firma Dräger. Telefon und Videotechnik ermöglichen die Kommunikation mit den Kollegen an Land oder auf dem Schiff.
In der Regel werden diese Taucher eingesetzt für Reparatur- und Überprüfungsarbeiten an Schiffen und Bauwerken unter Wasser oder für Bergungsarbeiten.
Berufstaucher arbeiten dort, wo man sie anfordert: auf offener See, in Küstengewässern, in Häfen, in Binnengewässern und auf Baustellen.
Die Arbeit kann aber auch lebensgefährlich sein.
Steigt ein Taucher  nach einem längeren Tauchgang zu schnell an die Oberfläche, kommt es durch den plötzlichen Druckabfall zu schmerzhaften Krämpfen und Gefäßverengungen. Diese Symptome bezeichnet man als Taucherkrankheit (Stickstoffkrankheit). Um diese zu vermeiden, gibt es spezielle Druckkammern, in denen der Taucher nach dem Tauchgang stufenweise wieder an den Normaldruck gewöhnt wird.
Die MS Bleichen liegt jetzt in der Nähe am Bremerkai neben Schuppen 51 im östlichen Freihafen.



Sandtorhafen


 

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