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Olaf Scholz und das Ringen um die Macht

Olaf Scholz (* 14. Juni 1958 in Osnabrück) ist das älteste von drei Kindern der Hamburger Eheleute Scholz. Er wächst in einer linksliberal geprägten Unternehmerfamilie in Hamburg-Rahlstedt auf; die Eltern waren in der Textilbranche tätig. Die Grundschule besucht Olaf Scholz zunächst in der Grundschule Bekassinenau im Ortsteil Oldenfelde und wechselt dann zur Grundschule Großlohering im Ortsteil Großlohe. Noch vor dem Abitur am Gymnasium Heegen in Hamburg-Rahlstedt tritt Olaf Scholz den Jusos bei. Als Jurastudent wird er 1982 deren stellvertretender Bundesvorsitzende und behält das Amt bis 1988.

1994 steigt er in Hamburgs Sozialdemokratie auf und wird Vorsitzender des Kreisverbandes Altona, von 2000 bis 2004 und noch einmal von 2009 bis 2018 ist er Chef der Hamburger SPD.
1998 wird er erstmalig in den Bundestag gewählt, dem er mit Unterbrechungen bis 2011 angehört. 
Als Landesvorsitzender ist er 2001 für sechs Monate Hamburgs Innensenator im Senat von Ortwin Runde, dann wird die SPD-geführte Regierung abgewählt.
Olaf Scholz wird während der Amtszeit von Bundeskanzler Gerhard Schröder 2002 für zwei Jahre Generalsekretär der SPD und steht als solcher für die Agenda 2010.

Olaf ScholzOlaf Scholz bei der SPD Regionalkonferenz zur Wahl des SPD-Vorsitzes am 10. September 2019 in Nieder-Olm. Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE

2007 bis 2009 tritt er das erste Mal der Bundesregierung bei. Das erste beerbte Ministeramt auf Bundesebene: Olaf Scholz folgt Franz Müntefering als Bundesarbeitsminister.
2011 kehrt er nach Hamburg zurück und kandidiert für das Amt des Ersten Bürgermeisters und gewinnt. 2015 wird er wiedergewählt. 2017 gerät er allerdings wegen der Unruhen rund um den G-20-Gipfel in der Stadt in die Kritik und beschließt den Wechsel zurück nach Berlin.
Im Frühjahr 2018 wird der Sozialdemokrat Bundesfinanzminister im Kabinett IV von Angela Merkel, gleichzeitig wir er Stellvertreter der Kanzlerin.
2009 bis 2019 ist er auch Stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.
Nach dem Rücktritt von Martin Schulz übernimmt Scholz am 13. Februar 2018 auf Beschluss des Parteipräsidiums als dienstältester stellvertretender Parteivorsitzender kommissarisch den Parteivorsitz. Im April 2018 wird dann aber Andrea Nahles Bundesvorsitzende.
Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Bundesvorsitzende im Sommer 2019 schließt Olaf Scholz eine Kandidatur für dieses Amt zunächst aus, tritt dann doch an - und verliert gegen Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. 
Am 10. August 2020 nominiert der Parteivorstand Olaf Scholz für den Bundestagswahlkampf. Scholz soll als Kanzlerkandidat der abgestürzten SPD die Partei wieder nach vorn führen.
Belastet wird das Vorhaben aber durch Erinnerungslücken beim „Cum-Ex-Steuerraub“ und den schweren Verfehlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal für deren Kontrolle Scholz als Bundesfinanzminister verantwortlich gemacht wird. 

Martin Schongauer


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