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Eine Chance für den Frieden - Bertha von Suttner

Als Bertha Kinsky am 9. Juni 1843 in Prag zur Welt kam, war ihr Vater, Kaiserlicher Feldmarschalleutnant und Kämmerer bereits tot. Da ihre Mutter als Tochter eines Rittmeisters zum engen Kreis des altösterreichischen Adels nicht zugelassen war, fand sie in Wien nicht die erstrebte Anerkennung in den Adelszirkeln. Dennoch versuchte die Mutter trotz beschränkten Vermögens ihr Kind so zu erziehen, wie eine vom Leben enttäuschte ein schönes Mädchen eben erzieht: eines Tages eine glänzende Partie zu machen. Sie besuchten die eleganten Bäder von Wiesbaden, wo die Tochter den erträumten Zukünftigen suchte und die Mutter an der Spielbank ihre Vermögensverhältnisse aufzubessern sich bemühte. Beides missglückte. Bertha entschloss sich, dreißigjährig, eine Stelle als Erzieherin und Gesellschafterin anzunehmen und übernahm diese Aufgabe bei den heranwachsenden Töchtern des Wiener Großindustriellen Baron von Suttner. Sie fand dort auch bei einem jüngeren Sohn der Familie, Arthur Gundaccar, eine Liebe, die sie erwiderte, und sie verlobten sich heimlich. Am 12. Juni 1876 ließen sie sich in Wien heimlich trauen. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, gaben sie Unterricht, und schließlich begannen beide zu schreiben. 

Briefmarke Bertha von Suttner

Briefmarke Bertha von Suttner

Während eines Aufenthaltes im Winter 1886/87 in Paris, wo Bertha von Suttner auch Alfred Nobel traf, hörte sie von der Existenz einer Internationalen Friedensgesellschaft in London. Deren Bestreben nach Schaffung eines Internationalen Schiedsgerichtes zur Vermittlung in überstaatlichen Streitfällen und Verhinderung von Kriegen beeindruckte sie gewaltig, sie wurde zur unermüdlichen Kämpferin gegen den Krieg und drei Jahre später erschien ihr Roman "Die Waffen nieder", der ein sensationeller Erfolg wurde. Das Buch erschien in Deutschland bis 1907 in 37 Auflagen. Damit begann Bertha von Suttners aktiver Kampf für eine weltweite Friedensordnung zur Achtung kriegerischer Auseinandersetzungen.

Die von ihr 1891 gegründete Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde nahm bereits im selben Jahr an den seit 1889 stattfindenden Friedenskongressen teil. Bertha trat als Rednerin gegen die immer stärker werdende Rüstung auf. Alfred Nobel, mit dem sie seither eine freundschaftliche Verbindung hielt, würdigt testamentarisch ihr Engagement durch die Stiftung des Friedensnobelpreises.
Im November 1891 wurde sie anlässlich des Weltfriedenskongresses in Rom zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt
In der von ihr 1892 mitbegründeten Zeitschrift Die Waffen nieder schuf sie ein weiteres publizistisches Forum zur Verbreitung ihrer Friedensideen und  gründete 1892 die Deutsche Friedensgesellschaft, die binnen kurzer Zeit über 2.000 Mitglieder hatte.  Präsident von 1929 bis 1933 und 1946 bis 1951 war dann Paul von Schoenaich, der 1952 sogar zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde.
Bertha von Suttner  nahm vorher aber noch an mehreren internationalen Friedenskongressen teil, so etwa 1892 in Bern, 1894 in Antwerpen und 1897 in Hamburg. Am 3. Juni 1897 überreichte sie Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) eine Unterschriftenliste mit dem Plädoyer für ein internationales Schiedsgericht. 
1905 würdigte man ihren Kampf für die Achtung des Krieges endlich selbst mit der Verleihung des Friedensnobelpreises als erste Frau.
Das Schicksal meinte es gnädig mit ihr, als sie am 21. Juni 1914 in Wien einem Krebsleiden erlag. So blieb es ihr erspart, den Ersten Weltkrieg mit seinen Schrecken und Grauen nie gekannten Ausmaßes zu erleben.
Die Urne mit ihrer Asche wird im Columbarium im Krematorium Gotha aufbewahrt, das hatte sie so schon vorher testamentarisch verfügt.
Zahlreiche Würdigungen weltweit folgten.
In Hamburg gibt es den Verein Bertha-von-Suttner-Haus e.V. in Blankenese. Eine Straße, eine Schule und ein Park, der Bertha-von-Suttner-Park in Hamburg Altona wurden nach ihr benannt. 

 

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