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Andreas Hermes und die Gründung der CDU

 

Eugen Gerstenmaier (* 25. August 1906 in Kirchheim unter Teck; † 13. März 1986 in Oberwinter bei Remagen) war von 1954 bis 1969 mit einer Amtszeit von 14 Jahren, 2 Monaten und 15 Tagen der am längsten amtierende Bundestagspräsident. Zu recht hat er einmal gesagt, dass "die Konstituierung der CDU in den Gefängnissen von Tegel begonnen hat". 
Im Chaos des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur kam es unmittelbar nach Kriegsende 1945 überall in Deutschland – unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Würzburg, München – zu fast gleichzeitigen, spontanen, voneinander unabhängigen Gründungen der Christlich-Demokratischen sowie der Christlich-Sozialen Union. Ihre Idee war in den Widerstandskreisen und Gestapogefängnissen im Bewusstsein gemeinsamer Schicksale, politischer Überzeugungen und Leitbilder unabhängig von der Konfession entstanden. 

1945 traten Katholiken der Deutschen Zentrumspartei und evangelische Christen in einer konfessionsübergreifenden politischen Bewegung zusammen, aus der die CDU hervorging. Im Gegensatz zur katholisch geprägten Deutschen Zentrumspartei ist die CDU für jeden „offen, der Würde, Freiheit und Gleichheit aller Menschen anerkennt“.
Andreas Hermes und der Trittauer Theodor Steltzer kamen fast unmittelbar aus den Todeszellen zur Gründung der neuen Partei. Andere wie Jakob Kaiser und der schon erwähnte Eugen Gerstenmaier kamen aus den Gestapo-Gefängnissen oder aus ihren Verstecken vor den Nazi-Häschern. Konrad Adenauer wurde am 26. November 1944 aber aus dem Gefängnis Brauweiler vorzeitig entlassen. 

Briefmarke Andreas Hermes

Briefmarke Andreas Hermes

Andreas Hermes (* 16. Juli 1878 in Köln; † 4. Januar 1964 in Krälingen)  Interesse galt schon früh der Landwirtschaft. Er erlangte 1900 das Diplom der Bonner Landwirtschaftlichen Fakultät und wurde wenig später promoviert. In der Weimarer Republik ist Hermes zunächst Reichsminister der Ernährung und Landwirtschaft und später auch Finanzminister. Politisch stand er der Zentrumspartei nahe und vertrat diese dann auch im Preußischen Landtag und später im Reichstag. Aus seiner Ablehnung des Nationalsozialismus macht Hermes auch nach der Machtergreifung Hitlers keinen Hehl. Bereits im März 1933 wird er erstmals von den Nazis verhaftet und 1945 von den Nationalsozialisten noch zum Tode verurteilt. Nach dem Krieg wurde er Gründungsvorsitzender der ostdeutschen CDU, verließ Berlin aber bald darauf Richtung Westen. Schon im Juli 1945 eröffnete er die „Reichsgeschäftsstelle“ der CDU in Berlin und wurde deren Erster Vorsitzender.

 

 

 

 

Heinrich Hertz

 

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