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Sehenswertes in der nahen Hansestadt Wismar

Unter den "Backsteinstädten" Mecklenburg-Vorpommerns ragt diese besonders gut erhaltene heraus, Die Altstadt von Wismar repräsentiert heute noch idealtypisch die entwickelte Hansestadt  aus der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert. Die Stadt bewahrte ihren mittelalterlichen Grundriss mit Straßennetz sowie der Quartier- und Parzellenstruktur bis heute nahezu unverändert und legt damit Zeugnis für die Anlage von Seehandelsstädten nach Lübischem Recht ab. Die überlieferte Bausubstanz stellt ein anschauliches Dokument für die politische und wirtschaftliche Bedeutung sowie den außerordentlichen Reichtum der Städte im Mittelalter dar. Insbesondere die sechs monumentalen Backsteinkirchen bilden einen einzigartigen Querschnitt durch die berühmte Sakralarchitektur der Hansestädte im südlichen Ostseeraum.

Wismar besitzt mit 76 Hektar die größte im Ostseeraum erhaltene Altstadt und ist ein Flächendenkmal für mittelalterliche Bau- und Lebensweise par excellence. Erhalten blieben u.a. das Hafenbecken in seiner Lage und Form, die durch die Stadt fließende Grube (letzter erhaltener künstlicher Wasserlauf in einer mittelalterlichen Altstadt Norddeutschlands) und der mit 1 ha größte Marktplatz an der Ostsee.
Während wir uns die Zeittafel zur Geschichte Wismars ansehen stellen wir gerne einiges Sehenswertes vor.


1229 Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Wismar
1250 Bau der dreischiffigen Basilika St. Marien (bis 1370)
Heute ist weithin sichtbar nur der hohe Turm der einst mächtigen Marienkirche erhalten geblieben. Das Kirchenschiff wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1960 schließlich gesprengt. Im Marienkirchturm wird in der Dauerausstellung "Wege zur Backsteingotik" die Bedeutung der mittelalterlichen Backsteinbaukunst gezeigt. 
Lübeck, Rostock und Wismar schließen 1259 einen Vertrag zur Sicherung ihrer Handelswege.
Wrangel-Uhr
Das Zeigerwerk der Turmuhr von St. Marien wurde 1647 von dem schwedischen Generalmajor Helmut von Wrangel gestiftet. 1981 renoviert und in Stand gesetzt, wurde sie im April 1982 wieder in Betrieb genommen. Das Zifferblatt befindet sich in 75 m Höhe und hat ein Ausmaß von 5 x 5 m. Der Minutenzeiger ist 3,30 m und der Stundenzeiger 2,40 m lang.

1276 ist das Jahr des Baubeginnes der Stadtmauer, die später fünf Stadttore und 36 Wiekhäuser besaß.
Grube
Die sogenannte Grube, einer der ältesten städtischen Wasserläufe Deutschlands, wurde Mitte des 13. Jahrhunderts, auf Grundlage eines natürlichen Bachlaufs, künstlich angelegt. Ihr Wasser trieb Mühlräder an, wurde als Löschwasser verwendet, diente der Wasserversorgung der Bewohner von Wismar und war Transportweg. Die Grube verbindet den Schweriner See über den Wallensteingraben und den Mühlenteich seit dem 16. Jahrhundert mit der Ostsee. Sehenswerte Gebäude entlang des Wasserlaufs sind die Nikolaikirche, das Schabbell-Haus und das Gewölbe als Überbrückung der Grube.


Ein Krieg gegen Dänemark wird mit dem Stralsunder Frieden 1370 beendet. Wismar steht in voller Blüte während der Hansezeit.
Der Name des Seeräubers Klaus Störtebeker taucht 1380 in einem städtischen Gerichtsbuch auf.
Alter Schwede
An der Ostseite des Marktplatzes steht eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt. Die Backsteinfassade des um 1380 erbauten Hauses gehört zu den wertvollsten und letzten spätgotischen Giebelhausfassaden der Stadt. Die volkstümliche Bezeichnung "Alter Schwede", die an die Wismarer Schwedenzeit erinnern soll, erhielt das Gebäude erst viel später, als im 19. Jahrhundert eine Gastwirtschaft unter diesem Namen in das Gebäude einzog. Der Name ist geblieben, auch heute befindet sich ein Restaurant in den historischen Räumen des "Alten Schweden". Das schwedische Königspaar Carl XVI. Gustaf und Silvia besuchen Wismar 1993 und speisen hier.
St.-Nikolai-Kirche
Die St.-Nikolai-Kirche, ein monumentaler Backsteinbau, wurde von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut. Bei einem Orkan 1703 stürzte der 60 Meter hohe Turmhelm ein und zertrümmerte Dach und Gewölbe des Langschiffes sowie den Innenraum. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden Kanzel und Altar erneuert. So kam die spätgotische Kirche zu einer barocken Innenausstattung. Der imposante dreischiffige Sakralbau ist mit seinem 37 Meter hohen Langhaus das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands.
Wrangel-Grabmal
Generalmajor Helmut von Wrangel (geb. um 1600) stammt aus einem baltischen Adelsgeschlecht. Er stifte Wismar die Wrangel-Uhr in St. Marien. Der schwedische General starb im August 1647 in Triebel in Böhmen. Vier Wochen nach seinem Tod wurde er nach Wismar gebracht. In der Marienkirche errichtete man eine barocke Grabkapelle. Im Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkrieges zu großen Teilen zerstört, wurden die geborgenen Teile des Grabdenkmals bis 1996 in St. Nikolai aufbewahrt und sind heute Bestandteil der Ausstellung zur Geschichte der Stadt im Rathauskeller. Die überlebensgroßen Holzfiguren des Generals und seiner Frau entstanden vermutlich in der Werkstatt des Wismarer Bildschnitzers Christian Möller.
Mevius-Epitaph
Das Epitaph des Gründungsdirektors des Wismarer Tribunals, David Mevius (* 6. Dezember 1609 in Greifswald; † 14. August 1670 ebenda) , befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg in St. Marien und wurde nach deren Zerstörung in St. Nikolai untergebracht. Es ist reich geschmückt mit barocken weiblichen Allegorien zu den Charaktereigenschaften des Geehrten, wie Glaube, Gerechtigkeit, Hoffnung, Beständigkeit, Nächstenliebe, Mäßigung und Klugheit. Im oberen Teil befindet sich das Brustbild des Geehrten auf einer Metallplatte, im Hauptteil werden in einem Schriftfeld Lebensweg und Verdienste von Mevius in Latein dargestellt. Mevius war ja einer der bedeutendsten Juristen des usus modernus (sinngemäß: zeitgemäße Praxis zum römischen Recht). Er war Verfasser des commentarius in ius lubecense (Kommentar über das Lübsche Recht) (1641/42). Im unteren Bereich findet sich das Meviussche Wappen. Das Epitaph besteht aus 1,5 t Eichen- und Lindenholz und wurde 2009 zum 400. Geburtstag des Geehrten restauriert übergeben. 

Infolge von Unruhen werden der Bürgermeister und ein Ratsherr 1427 auf dem Marktplatz enthauptet. 
Rathaus und Marktplatz
Der Wismarer Marktplatz gehört mit seiner Fläche von 10.000 m² zu den größten Marktplätzen in Norddeutschland. Rund um den Platz stehen historische Bauwerke. Das dominierende Gebäude ist dabei das Rathaus auf der Nordseite des Marktplatzes. Der klassizistische Bau wurde nach Plänen des Ludwigsluster Hofbaumeister Johann Georg Barca (* 4. Juni 1781 in Schwerin; † 3. Mai 1826 in Ludwigslust) von 1817 bis 1819 erbaut, nachdem das ursprüngliche spätgotische Rathaus 1807 eingestürzt war. Auf der Ostseite des Rathauses befindet sich der Eingang zu einer stadtgeschichtlichen Ausstellung im ehemaligen Ratsweinkeller. Das Kreuzrippengewölbe stammt noch aus dem 13. Jahrhundert.
Als Wahrzeichen von Wismar gilt die Wasserkunst auf dem Marktplatz.
Die Wasserkunst ist ein pavillonartiges, freistehendes Gebäude. Das aufwendige Bauwerk wurde von 1579 bis 1602 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philippe Brandin (* um 1535 in Utrecht; † 1594 in Nykøbing in Dänemark) im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. Die Wasserkunst diente bis 1897 zur Trinkwasserversorgung der Stadt.

Wasserkunst WismarWasserkunst Wismar

Während des 30-jährigen Krieges vertreiben schwedische Truppen 1632 die kaiserliche Besatzung.
Die "Stadt und Herrschaft Wismar" wird mit Ende des 30-jährigen Krieges 1648 durch den Friedensschluss von Osnabrück Schweden zugesprochen.
Das Königlich-Schwedische Tribunal wird als Oberster Gerichtshof für alle Besitzungen Schwedens auf deutschem Boden 1653 im Fürstenhof eingerichtet.
Wismar wird durch dänische, brandenburgische und kaiserliche Truppen belagert und kapituliert 1675.
Mit dem Ausbau Wismars zur größten Festung Europas beginnt man 1672 mit 18 Bastionen, 9 Ravelins und 2 Zitadellen sowie 700 Kanonen. Die Insel Walfisch erhält ein Fort (Abschluss 1700).
Kommandantenhaus
Das Gebäude Am Markt 15, das im späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert entstand, wurde während des 30-jährigen Krieges von der Stadt Wismar erworben und als schwedisches Kommandantenhaus eingerichtet. 1658 erlitt es durch einen Brand schwere Beschädigungen, wurde aber wiederhergestellt. Im 18. Jahrhundert war das Haus wohl verputzt und mit zwei Volutengiebeln versehen. 1801 baute man das Doppelhaus vollständig um - eine neue Fassade mit Rustikagliederung täuschte nun ein zweites Obergeschoss vor.
Bis 1879 gehörte das Haus dem Kaufmann David Thormann. Sein Bruder , der Baumeister Heinrich Gustav Thormann (* 18. April 1816 in Wismar; † 15. Februar 1890 ebenda), verlieh dem Gebäude in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sein heutiges Aussehen, indem er es von allen störenden Zutaten befreite und die Fassade im Stil der niederländischen Renaissance restaurierte. 1930 ging das Doppelhaus Am Markt 15 in den Besitz der Sparkasse Wismar über, die es bis heute nutzt 
Das Provianthaus am heutigen Lindengarten wird 1690 erbaut.
Lindengarten
Die denkmalgeschützte Parkanlage entstand 1815 auf dem Gebiet der ehemaligen schwedischen Zitadelle. Sie war Teil einer der größten Befestigungsanlagen Europas, welche die Stadt umgab. Am nordwestlichen Ende des Parks befindet sich der letzte erhaltene Wehrturm der Anlage, der restaurierte "Alte Wasserturm" aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts..
Alter Wasserturm
Die Wasserversorgung der Stadt Wismar hat eine lange Geschichte und erzeugt Respekt vor der ingenieurtechnischen Meisterleistung vergangener Jahrhunderte. Der Turm wurde ab 1682 in das Netz der Wasserversorgung der Stadt eingebunden. Bis 1897 speiste der Turm Wasser in das Leitungsnetz ein. Das Baudenkmal wurde in den Jahren 1994/96 restauriert.

Provianthaus 
Gegenüber dem Alten Wasserturm steht das 1690 erbaute Königlich-Schwedische Provianthaus, das in folgenden Jahrhunderten manche Nutzungs- und Bauveränderung erlebte. Als Packhaus diente es ab 1750 für die Waren, auf die Akzise erhoben wurde. Sie konnten hier gewogen, sortiert und preislich eingestuft werden.
Die Ratswaage befand sich am gleichen Ort. Die "Litzenbrüder" stellten die Waren den Empfängern zu. Als die Akzise wegfiel, beendete das Packhaus seine Funktion. 1870/71 wurde es vorübergehend für die Unterbringung französischer Kriegsgefangener genutzt. Ein Umbau zu einer Kaserne folgte in den Jahren 1881/82. Heute wird das sanierte Haus als Büro-, Geschäfts- und Ärztehaus genutzt.
Zeughaus
Heute Sitz der Stadtbibliothek beherbergte das Zeughaus zur Schwedenzeit das Waffenarsenal der in Wismar stationierten schwedischen Garnison. Ausgelöst durch ein heftiges Gewitter wurde das ursprüngliche Waffenlager der Stadt, ein Pulverturm 1699 durch eine gewaltige Explosion zerstört. Um 1700 wurde das heutige Zeughaus nach den Plänen eines schwedischen Festungsbaumeisters errichtet. Das Zeughaus gilt als eines der bedeutendsten barocken Zeugnisse schwedischer Militärarchitektur in Deutschland. Der schwedische Baumeister Erik Dahlberg errichtete das neue Zeughaus direkt an der ehemaligen Wasserkante. Von besonderer denkmalpflegerischer Bedeutung ist der einzigartige Dachstuhl, der durch seine doppelte Hängekonstruktion ein stützenfreies Obergeschoss von 60 x 15 m ermöglicht. Die Last des Dachstuhls ruht also nur auf der Umfassungsmauer. Dadurch entsteht ein idealer Lagerraum für damals größtes Kriegsgerät, das über eine schräge Rampe mit Pferdekraft in das Obergeschoss befördert wurde.
Nach den Nordischen Kriegen wurden Wismars militärische Anlagen geschleift. Dem Zeughaus blieb dieses erspart, da einige Wismarer es kauften. 1993 begann die komplexe Sanierung des Gebäudes. Für die originalgetreue Wiederherstellung des schwedischen Königswappens auf dem Hauptportal ließ König Carl XVI. Gustav 80.000 Kronen bereitstellen. Heute beherbergt das Zeughaus die Stadtbibliothek.

Im April 1716 muss Schweden die Herrschaft über Wismar den Hohen Nordischen Alliierten während des Nordischen Krieges übergeben.
Die Festungsanlage wird 1717 auf Verlangen der Dänen geschleift. Zitadellen, Bastionen und der Turm auf der Insel Walfisch werden gesprengt.
Im Siebenjährigen Krieg wird Wismar 1757 durch preußische Truppen erobert.
Wismar geht 1803 per Pfandvertrag über 1.250.000 Taler für 100 Jahre an das Großherzogtum Mecklenburg zurück. Das Königreich Schweden verzichtet 1903 nach Ablauf der 100 Jahre auf die Auflösung des Pfandes. Wismar wird endgültig dem Großherzogtum Mecklenburg eingegliedert.
Rudolph Karstadt eröffnet 1881 in der Krämerstraße ein Tuch-, Manufaktur- und Konfektionsgeschäft. An dem Standort Karstadt-Platz 1 lädt im Erdgeschoss heute auch ein Rudolph-Karstadt-Museum ein, das Arbeits- und Einrichtungsgegenstände aus der Anfangszeit des Unternehmens zeigt. 
Die Krämerstraße zählte bereits im Mittelalter zu den drei großen Hauptstraßen der Hansestadt und ist seit der Stadtgründung eine Geschäftsstraße gewesen. Auch das Stammhaus  der späteren Karstadt AG, ein viergeschossiger Jugendstilbau befindet sich hier. Auch heute befinden sich in den farbenfrohen Giebelhäusern der Krämerstraße verschiedene Geschäfte, individuelle kleine Läden, Galerien, Restaurants und Cafés.
Das neugotische Zollamt am Alten Hafen wird 1888 gebaut.
Die Podeus'sche Waggonbaufabrik wird 1893 gegründet. 1926 wurden dort 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der Triebwagenbau im Waggonbau Dessau konzentriert.  Jetzt erinnert nichts mehr an diese große Firma.
1934 bis 1938 fertigt man auf den Fabrikanlagen von Podeus bei den Norddeutschen-Dornier-Flugzeugwerken die Baumuster Do 11, Do 13 und Do 23 bzw. Teile dafür. 

Neue Getreidesilos werden am Alten Hafen 1935 in Betrieb genommen.
Das sogenannte Gotische Viertel mit der Marienkirche als Mittelpunkt wird durch den 12. und letzten Luftangriff des Zweiten Weltkrieges zerstört. Insgesamt fielen bei den 12 Luftangriffen 460 Tonnen Bomben auf Wismar.
Die Mathias-Thesen-Werft (heute MV Werft) wird 1946 gegründet und der Hafenbetrieb wird wiederaufgenommen. Europas größtes überdachtes Baudock, die Kompaktwerft 2000 wird 1994 gebaut.
Der Wiederaufbau der St.-Georgen-Kirche beginnt 1990.
St.-Georgen-Kirche
Der mächtige Sakralbau ist eine der drei Hauptkirchen Wismars und ein herausragendes Bauwerk norddeutscher Backsteingotik. In einer Jahrhundertelangen Bautätigkeit wurde die Kirche mehrfach verändert und 1594 fertiggestellt. Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde wieder aufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche wiedereröffnet. Als Ort mit besonderer Atmosphäre finden in St. Georgen Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Theaterstücke statt. Eine Aussichtsplattform in 35 Metern Höhe bietet eine eindrucksvolle Aussicht auf Weimar.
Fürstenhof
In unmittelbarer Nachbarschaft von St. Georgen wurde der Fürstenhof als Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar in zwei Bauabschnitten errichtet. Das sogenannte "Alte Haus" entstand 1512/13 im spätgotischen Stil, das "Neue Haus" von 1553 bis 1555 im Stil der italienischen Renaissance. Das "Neue Haus" ist mit plastischem Werkstein- und Terrakottaschmuck reich verziert. Die Werksteinfriese schildern Ereignisse des Trojanischen Krieges (Straßenseite) und das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Hofseite). Der Terrakottafries zeigt Porträtmedaillons. Mit Beginn der schwedischen Herrschaft 1648 wurde im Fürstenhof das höchste schwedische Gericht für Besitzungen in Deutschland eingerichtet. Heute ist das bedeutende Bauwerk Sitz des Amtsgerichts Wismar.

Zur Hundertjahrfeier der endgültigen Rückkehr Wismars zum Land Mecklenburg  wird im August 1903 der Schwedenstein enthüllt. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) war Wismar durch den Westfälischen Frieden Schweden zugefallen. Der fast 20 Tonnen schwere und rund 2 m hohe Granitfindling war ein Geschenk des Großherzogs Friedrich Franz IV. an seine Stadt Wismar und wurde im damaligen Bürgerpark auf dem Wischberg aufgestellt. Der Stein ist mit Jahreszahlen und Hinweistafel sowie mit den schwedischen, mecklenburgischen und wismarschen Wappen versehen. Ursprünglich war der Schwedenstein noch mit einem Bronzeadler bekrönt. Heute steht der Stein ziemlich unauffällig im Wohngebiet Köppernitztal. Die Straße die hinführt heißt wenigstens "Am Schwedenstein". 
Im Juni 2002 wurde das Denkmal "Historische Zentren von Stralsund und Wismar" in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Seit 2004 wird jetzt für das ZDF die Serie SOKO Wismar gedreht und gesendet. Zur Titelmelodie von Udo Lindenberg ermitteln wechselnd Polizisten und Gerichtsmediziner zu meist banalen Todesfällen. Oft werden Wasserleichen an den Stränden der Wismarer Bucht gefunden. Große Bekanntheit erringt dabei zum Beispiel Mathias Junge (* 1974 in Marne) als Polizeihauptmeister Kai Timmermann. Junge ist auch als Theaterschauspieler aktiv. So spielte er unter anderem 2005 am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. 2009 bis 2010 trat er am Ohnsorg-Theater in Hamburg auf. Christiane Hagemann hatte hier auch schon eine Rolle.
Heiligen-Geist-Kirche
Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, wurden in der sogenannten Spitalkirche zunächst kranke und gebrechliche Menschen versorgt. Später diente die Kirche auch zur Unterbringung von Obdachlosen und Pilgern und war Gotteshaus, Klinik und Herberge. Besonders sehenswert sind die kunstvoll bemalte Holzbalkendecke, die prächtig verzierte Kanzel und das aufwendig gestaltete Glasfenster.
SOKO-Wismar-Zuschauern dürfte die Kirche wohlbekannt sein, schließlich dient das Tor zum Kirchhof als Kulisse für die Einfahrt zum Polizeirevier der Fernsehserie. Hier ist übrigens auch ein Teil des 1922 gedrehten Stummfilms Nosferatu entstanden. Im Hof der Heiligen-Geist-Kirche wurde die Abreise Hutters aus Wisborg gedreht.
Die Promenade am Alten Hafen wird 2007 saniert und der Speicher wird restauriert.
Die Komplettsanierung des ehemaligen Brauhauses "Zum Weinberg" gelingt 2014.

Zum Weinberg
Das Gebäude "Zum Weinberg" im Herzen der Altstadt wurde 1355 als Brauhaus im Stil der Backsteingotik errichtet. Besonders sehenswert ist die Diele des Hauses mit seiner bemalten Balkendecke und den Fachwerkeinbauten aus dem Barock. Seit 1648 wurde das Gebäude nachweislich als Weinhandlung genutzt und bekam 1751 die Bezeichnung "Zum Weinberg". Bis 2014 wurde der "Weinberg" aufwendig saniert und beherbergt heute ein beliebtes Restaurant.
Lohberg
Der Lohberg in Wismar ist kein Berg, sondern ein malerisches Plätzchen am Rande der Altstadt in unmittelbarer Nähe des Alten Hafens. Die alten Lagerhäuser und Speichergebäude der Häuserzeile sind rekonstruiert und farbenprächtig saniert und bieten nun Raum für Cafés, Kneipen, Bars und Restaurants. 
Brauhaus am Lohberg
Das Haus wurde bereits im Jahre 1452 zum Zwecke des Bierbrauens errichtet. Im 15. Jahrhundert gab es in Wismar über 180 verschiedene Braustätten, die eine große Menge köstlichen Gerstensaften brauten. Auch die große Anzahl von 148 Hopfengärten deutet auf die rege Brautätigkeit der Wismarer hin. Unter schwedischer Herrschaft ist das Gebäude auch als Provianthaus genutzt worden. Seit 1995 wird hier wieder nach alter hanseatischer Tradition gebraut. Verschiedene selbst gebraute Biere sind die Spezialitäten des Hauses, wie die vollmundige und malzaromatische Wismarer Mumme und der mildaromatische Rote Erik. 
2014 wird auch die Aussichtsplattform St. Georgen und das Welt-Erbe-Haus eröffnet.

Welt-Erbe-Haus
Das historische Dielenhaus aus der Zeit der Hanse, über die Jahrhunderte selbst Zeuge der bewegten Vergangenheit Wismars, beherbergt heute die Ausstellung zum Weltkulturerbe der UNESCO in speziellen Themenräumen des denkmalgeschützten Gebäudeensembles wird durch unterschiedliche Schwerpunkte ein lebendiger Eindruck der Geschichte der Hansestadt vermittelt. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören der Stadtgrundriss auf dem Fußboden des Welterbe-Raumes und die wertvollen, ringsum verlaufenden Papierdrucke im Tapetenzimmer.
2017 wird dann das stadtgeschichtliche Museum, das Schabbell-Haus neu eröffnet.
Schabbellhaus
Dieses Schabbell-Haus hat nichts mit dem Schabbelhaus in Lübeck zu tun, das auf Heinrich Schabbel (* 24. Juli 1861 in Lübeck; † 12. Dezember 1904 ebenda), dem Bäckermeister zurückgeht. Hinrich Schabbell (1531–1600), Kaufmann, Ratsherr und Bürgermeister dieser Stadt, war Bauherr des Schabbelhauses. Er ließ sein Wohn- und Brauhaus von 1569 bis 1571 nach den Plänen des Utrechter Baumeister Philipp Brandin errichten. Das Schabbellhaus, eines der frühesten Renaissancebauten im Ostseeraum, das benachbarte Gebäude an der Schweinsbrücke und die dazugehörigen Höfe haben nach einer behutsamen Sanierung wieder ihre Tore als stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar mit Ausstellungsflächen geöffnet. Der Museumskomplex "Schabbell" zeigt Kultur und Geschichte der Hansestadt in Vergangenheit und Gegenwart.

Hafen Wismar mit dem WassertorHafen Wismar mit dem Wassertor

Wassertor
Das Wassertor ist das letzte erhaltene von ursprünglich fünf Stadttoren als Bestandteil der städtischen Wehranlage. Das im Stil der Backsteingotik um 1450 gebaute Wassertor war das einzige Tor, durch das man direkt vom Hafen in die Stadt gelangte. Zur Stadtseite weist das Tor einen typischen spätgotischen Stufengiebel auf, der um 1600 umgebaute Nordgiebel zeigt sich in Form eines Dreiecks. Im Zuge der industriellen Entwicklung 1869/70 wurden Stadtmauern, Türme und die anderen vier Stadttore abgerissen.
Baumhaus
Das Baumhaus, direkt an der Einfahrt des Alten Hafens gelegen, ist ein Barockbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Seinen Namen verdankt das Gebäude den sog. "Bohmschlütern". Angestellte der Hafenverwaltung, die früher in dem Haus wohnten und bei drohender Gefahr und in der Nacht den Hafen versperrten, Ursprünglich wurde ein schwimmender Schlagbaum vor die Hafeneinfahrt gezogen. Das Eingangsportal des Baumhauses wird von zwei Schwedenköpfen flankiert. Die Schwedenköpfe sind zwei Herkulesbüsten in barocker Bemalung. Die Originale standen einst auf Dalben in der Hafeneinfahrt in Höhe von Wendorf. Nachdem 1902 ein finnischer Leichter die Köpfe beschädigt hatte, wurden diese originalgetreu nachgegossen und ein Jahr später wieder an gleicher Stelle aufgesetzt. Ein Original ist erhalten geblieben und befindet sich im Stadtgeschichtlichen Museum "Schabbell". Herkunft und Bedeutung der Schwedenköpfe sind nicht eindeutig belegbar. Nachgewiesen werden konnte, dass 1672 ein Pfahl, nämlich der äußerste der Hafenbegrenzung, als "Schwede" bezeichnet wurde und dass Anfang des 19. Jahrhunderts zur Erinnerung an die Schwedenzeit die beiden Köpfe aufgesetzt worden waren. Mit größter Wahrscheinlichkeit waren die beiden Originale Ruderköpfe und gehörten einst zum plastischen Heckschmuck eines Schiffes.

Wismar am HafenWismar am Hafen

Scheuerstraße
In der Scheuerstraße stehen wertvolle Giebel- und Traufenhäuser aus den Epochen der Gotik, des Barocks und des Klassizismus. Sehr sehenswert ist das ehemalige Brauhaus des damaligen Konsuls Häußler. Das alte Speicherhaus verfügt über einen. Gotischen Giebel und ein herrliches Eingangsportal.
Archidiakonat
Ein prächtiges Beispiel norddeutscher Backsteingotik ist das ehemalige Wohnhaus und Verwaltungsgebäude des Archidiakons, also des Stellvertreters des Bischofs im Mittelalter. Wer da zuletzt residiert hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls beherbergen die Innenräume des Archidiakonats heute die Landessuperintendentur der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs sowie eine Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche. Von besonderer Bedeutung ist der reich gegliederte und mit Windlöchern verzierte Staffelgiebel an der Nordseite des um 1407/1408 errichteten Bauwerkes. Neben dem Marienkirchturm ist das aufwendig sanierte Archidiakonat heute das letzte mittelalterliche Bauwerk am Marienkirchplatz.

Trittau


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