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Hoisdorf und Großhansdorf in Stormarn

Hoisdorf (niederdeutsch Hoisdörp) ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Sie besteht aus den Ortsteilen Hoisdorf und Oetjendorf (niederdeutsch Mötendörp).

Oetjendorf wurde erstmals 1263 urkundlich erwähnt, der Name damals war Odickendorp. Hoisdorf wurde erstmals 1279 als Hogerstorpe urkundlich erwähnt.

Es entstand wahrscheinlich einige Jahrzehnte zuvor als Rodungsdorf. 1339 wurde es an das Hamburger Domkapitel verkauft. Nach der Reformation gelangte der Ort 1576 in den Besitz von Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, der es dem landesherrlichen Amt Trittau zuordnete, wo es zu den 17 so genannten Holzdörfern gehörte.

Die Trittauer Wassermühle wird erstmals in einer Urkunde erwähnt. Sie ist mit einem Zwangsrecht ausgestattet. Die Hoisdorfer und Oetjendorfer sind sog. "Zwangsgäste" und dürfen nur in dieser Mühle mahlen lassen. Wer zur "falschen Mühle" geht, muss mit einer Geldstrafe rechnen. So musste 1805 der Hoisdorfer Bauer Zehlhorn Strafe zahlen, weil er etwas Buchweizen statt zur Trittauer, zu einer anderen Mühle gebracht hatte.
1573 wird der "Große Teich" angelegt. Wer das gemacht hat, ist leider nicht überliefert. Soviel geht aber aus den Trittauer Amtsrechnungen von diesem Jahr hervor: "Vam Hoyerstorper Dieke geven Jochim Heyken und Beke Mollers thom Lutkensehe (= aus Lütjensee) jahrliches Hure (= Pacht) 6 M." Den Pächtern war es gestattet den Teich für Fischzucht zu nutzen, oder man ließ das Wasser ab und nutzte die dann trockenen und fruchtbaren Flächen als Weide und zur Heugewinnung.
Im Großen Nordischen Krieg (1700 bis 1721) ist Stormarn Aufmarsch- und Durchzugsgebiet der dänischen Truppen. Vom 22. März bis zum 29. Mai ziehen sie auch hier durch. Die Schäden betragen allein in Hoisdorf 3.556 Rt., in Oetjendorf 492 Reichstaler. 1713 ziehen russische Truppen hier durch und richteten erhebliche Schäden in den Hoisdorfer Waldungen an. 
Dem Hugenotten Martin Friedrich Duweijer (Duvier) wird 1756 vom Großfürsten Karl Peter die Konzession für die Einrichtung einer Schmiede in Hoisdorf erteilt. Gebühr pro Jahr: 2 Reichsthaler "Herrengeld".
Der Bauernvogt Peemöller und die gesamte Dorfschaft Hoisdorf werden 1788 mit einer Geldstrafe von vier Reichstalern belegt. Trotz ausdrücklicher Anweisung der Behörden die Hoisdorfer Schulkate zu reparieren hatte man nichts unternommen.
Der Bauernvogt Claus Friedrich Peemöller ist 1827 Inhaber der Höker-Konzession in Hoisdorf. Ein "Höker-Reglement" schreibt genau vor, wie das Sortiment zusammengesetzt sein soll. 1839 beantragt er eine Erweiterung seines Sortiments um "Kolonialwaren". Zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein war zu Beginn diesen Jahres eine neue Zollgrenze eingeführt worden. Es traten deshalb Engpässe in der Versorgung der Dorfbewohner auf. Der Amtmann in Trittau empfiehlt die Zustimmung der Regierung: "Zucker und Kaffee, auch Thee sind nach der Lebensweis der hiesigen Landleute eben so unentbehrlich, als Brodt."
Die Höker-Konzession geht 1867 von dem Pächter Hans Claus Friedrich Bielfeldt an den neuen Pächter Paul Harms über. Sein Sohn Heinrich Harms errichtete dann 1903 am Dorfteich "Harms Gasthof", verbunden mit einem Kaufladen.
1869 tritt die allgemeine Gewerbefreiheit in Kraft. Konzessionen sind nun nicht mehr nötig. 
1890 wird die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf gegründet. (Die Freiwillige Feuerwehr Oetjendorf erst 1949)
1895 erfolgt der Anschluss an das Telefonnetz und 1913 erhält der Ort Elektrizität.

1907 erhält Hoisdorf einen Bahnhof an der Südstormarnschen Kreisbahn (1952 stillgelegt), was zusammen mit der Endstation der Hamburger U-Bahn in Großhansdorf die Attraktivität des Ortes erhöht und nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Bevölkerungssteigerung führt. Einen weiteren deutlichen Zuwachs bewirkten die Folgen des Zweiten Weltkriegs: Ausgebombte Hamburger und Heimatvertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten siedelten sich im Dorf an.
1948 kam Hoisdorf zum Amt Lütjensee, nach dessen Auflösung 1972 zum Amt Siek.
In Hoisdorf befindet sich seit 1978 das Stormarnsche Dorfmuseum. Das Museum ist in dem historischen Bauernhaus „Am Thie“ eingerichtet, das ursprünglich als Dorfschmiede gebaut wurde.
Richard Emil Kuöhl (1880 - 1961) war ein deutscher Bildhauer, der auch als „Architekturplastiker“ bezeichnet wurde. Der Hummelbrunnen oder der Gänselieselbrunnen in Bad Oldesloe sind zum Beispiel von ihm. 
Eine Sammlung kleinerer Werke Kuöhls befindet sich in Besitz des Stormarnschen Dorfmuseums. Der Künstler betrieb in Hoisdorf eine Werkstatt.
Sport treibt man beim TuS Hoisdorf. Die Fußballsparte spielte in den 1990er-Jahren sogar in der Regionalliga Nord.

Man angelt beim Hoisdorfer Angelverein von 1981 e.V.


Der Nachbarort ist Großhansdorf. Hier ist ein spezieller Radsportverein aktiv.
Der Audax Club Schleswig-Holstein v. 2000 e.V.  wurde im November des Jahres 2000 gegründet. Mit zur Zeit 40 Mitgliedern sind wir ein kleiner, aber sehr aktiver Radsportverein. 
Der Audax Club Schleswig-Holstein v. 2000 e.V. Alter Achterkamp 65, 22927 Großhansdorf ist Deutschlands einziger eingetragener, gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich der Ausrichtung von Langstreckenfahrten widmet. Diese Veranstaltungen werden aufgrund der Art ihrer Durchführung und der Länge der Strecken Brevet genannt. Dieser Begriff stammt aus dem Französischen und bedeutet Prüfung. 
Den Reit- und Fahrverein Hoisdorf gibt es seit dem Juni 1923. Aus dem alljährlichen Pfingstvergnügen der ländlichen Reiterei wurde so einer der ältesten Reitvereine im Kreis Stormarn gebildet. Man trifft sich auf dem Reithof Düwiger an der Oetjendorfer Landstraße. Die Mitglieder und der Hofbesitzer haben immer eng zusammen gearbeitet und aus diesem Event ist heute ein sportlich orientierter Reitverein geworden. Die moderne, großzügige Reitanlage Düwiger bietet für anspruchsvolle Dressur- und Springreiter alles, was für den Pferdesport. Die Anlage bietet Platz für 50 Pferde und Ponys. Turnier- und Freizeitreiter finden allerbeste Trainingsmöglichkeiten vor. Im Vordergrund stehen pferdegerechte Haltung, hochwertige Fütterung, ausreichend Weidegang, sowie Auslauf im Winter  und qualifizierte Ausbildung. Turniersport, Jugendförderung sowie Weiterbildung bis in die hohen Turnierklassen werden groß geschrieben.Viele Veranstaltungen laden ein:  Sprung ins Neue Jahr, Dressur-+ Springlehrgänge, Reitabzeichenabnahme, Tagesseminare, Hausturniere mit Vereinsmeisterschaft, Weihnachtsreiten mit Grünkohlessen, Spielabende für die Vereinsjugend, Ausfahrten, div. Lehrgänge, Sichtungsturniere des KRB Stormarn, Ringreiten, Grillabende, Zeltnächte, große Pferdeleistungsschauen und noch viel mehr.
 

Lütjensee


 

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