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Eutin Weimar des Nordens

Eutin ist die Kreisstadt des Kreises Ostholstein inmitten der Seenplatte der Holsteinischen Schweiz.

Neben der eigentlichen Stadt Eutin gibt es noch die vier Dorfschaften Fissau, Neudorf, Sibbersdorf und Sielbeck, die eigene Dorfvorstände bilden.
Der Name Eutin (ursprünglich Utin) ist slawischer Herkunft. Seine Bedeutung ist nicht ganz sicher, wahrscheinlich ist er von dem Personennamen „Uta“ abgeleitet. Die slawischen Obotriten besiedelten seit dem 7./8. Jahrhundert n. Chr. das östliche Holstein und errichteten auf der Fasaneninsel im Großen Eutiner See eine Burg.


Eutin Weimar des Nordens

1156 wurde Eutin Marktort und Residenz der (Fürst)bischöfe von Lübeck, die Stadtrechte erhielt es im Jahre 1257. Seit 1439 ist bei der Stadt "vor dem Lübecker Tor" ein Leprosorium nachweisbar, das St. Jürgenstift genannt wurde und später in das St.-Georg-Hospital aufging. Im Gebäude des Hospitals befand sich später das Kreisheimatmuseum, jetzt aber nicht mehr.

Als Reiseprediger begleitete Johann Gottfried Herder im Jahr 1770 den Eutiner Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm. Zwischen 1776 und 1829 erlebte Eutin eine kulturelle Blüte. Der Sturm-und-Drang-Lyriker Friedrich Leopold zu Stolberg, der Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß, der Dramatiker Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi und andere weithin bekannte Schriftsteller lebten hier und bildeten den Eutiner Kreis. Matthias Claudius, Friedrich Gottlieb Klopstock, Wilhelm von Humboldt sowie andere bedeutende Persönlichkeiten kamen nach Eutin und suchten den Gedankenaustausch mit ihnen. Der weltberühmte romantische Komponist Carl Maria von Weber wurde 1786 hier geboren. Der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein lebte und wirkte seit 1808 bis zu seinem Tode 1829 in der Stadt. Dies trug Eutin die Ehrenbezeichnung Weimar des Nordens ein.

In der Zeit der Weimarer Republik wurde Eutin eine sogenannte Hochburg der Nationalsozialisten. 1926 besuchte Hitler die Stadt. Von etwa Juli 1933 bis Mai 1934 betrieb die SA das KZ Eutin, ein frühes Konzentrationslager, in dem insgesamt 259 Zwangsarbeiter, meist Dissidenten, gefangen gehalten wurden. Ab 1936 versuchte der „Eutiner Dichterkreis“, unter nationalsozialistischen Vorzeichen an die Tradition des historischen Eutiner Kreises anzuknüpfen. Vorsitzender war Hermann Claudius. Im Vorstand vertreten war auch Gustav Frenssen. Der vom „Dichterkreis“ herausgegebene Almanach enthielt aber vor allem Heimatkunst und stellte sich in den Dienst der Blut-und-Boden-Ideologie. Das machte den „Eutiner Dichterkreis“ zu einer bedeutenden literarischen Gruppe Deutschlands in der Zeit des Nationalsozialismus. 

Eutin richtete die Landesgartenschau 2016 aus.

sehenswert:

Das Schloss mit dem Schlossgarten. 

 

Eutin hat eine Altstadt, die um den historischen Marktplatz gruppiert ist und sowohl frühneuzeitliche Fachwerkhäuser als auch klassizistische Bauwerke umfasst.

An einem kleinen Forstweg steht im Dodauer Forst die 500-jährige Bräutigamseiche mit eigener Postanschrift. Sie dient der Zusammenführung von Ehewilligen.

Alte Mühle Eutin

Eutiner Schloss mit Ursprüngen um das Jahr 1160 (Barockisierung bis 1729) in englischem Landschaftsgarten

Ostholstein-Museum im früheren Marstall

Eutiner Landesbibliothek im Kavalierhaus

Hofapotheke

Herzogliches Palais von 1786

St.-Michaelis-Kirche (13. Jahrhundert)

Rathaus

Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium

Carl-Maria-von-Weber-Schule

Neugotischer Wasserturm von 1909

Jagdschlösschen am Ukleisee

„Voss-Haus“: Am 29. Januar 2006 ging das fast 300 Jahre alte Traditionsgasthaus am Voßplatz 6 gegen 23:30h in Flammen auf und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Gartenhaus des Hofmalers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Stolbergstraße 8

Der Kaiser-Wilhelm-Turm (Eutin)

Der Carl-Maria-von-Weber-Hain

in der Nähe ist Gut Panker und der Aussichtsturm Hessenstein

Die Schauende (eine Bronze-Skulptur, 1984) 

Die Schauende Eutin

Die Schauende Eutin

Im Großen Eutiner See (nahe vom Eingang zum Rosengarten)
Gestaltet wurde sie von Karlheinz Goedtke  (*15. April 1915 in Kattowitz/Oberschlesien). 1931–1936 studierte er an der Werkkunstschule in Stettin bei Kurt Schwerdtfeger. 1938–1940 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Danach zog es ihn nach Ratzeburg, dort arbeitete er ab 1945 als freier Künstler. Der erste öffentliche und überregional beachtete Auftrag war 1950 die Plastik des Till Eulenspiegel für Mölln. Ein Jahr später zog er auch dahin. Im öffentlichen Raum in Schleswig-Holstein finden sich viele seiner über 200 Großplastiken, aber auch im übrigen Bundesgebiet und im Ausland ist er vertreten. So 1956 Der Rufer über den Strom, Stadt Lauenburg

1989 stellte Eutin auch seinen Der Dumm Hans aus.  

Der Dumm Hans

Der Dumm Hans Eutin


Am 23. August 1995 starb Karlheinz Goedtke in Mölln.  Mölln hat nach ihm eine Straße benannt. 


interessant:

Die Rettberg-Kaserne wurde nach dem einstigen Regimentskommandeur, Karl von Rettberg, des Infanterie-Regiments Lübeck benannt. Deren III. Bataillon wurde im Oktober 1913 hier im damaligen oldenburgischen Fürstentum Lübeck garnisoniert.

Zu Ehren Carl Maria von Webers finden seit 1951 im Schlossgarten auf einer Freilichtbühne die renommierten Eutiner Festspiele (ursprünglich Eutiner Sommerspiele) statt.

Sport treibt oder trieb man in mindestens dreißig eigenständigen Sportvereinen. Der erste Sportverein der Stadt war der Männerturnverein von 1880 Eutin. Heute heißt dieser Verein Turnerschaft „Riemann von 1821“ Eutin. Besonders bekannt  wurde der Verein regional durch seine erste Herren-Handballmannschaft. Diese spielte mehrere Jahre zwischen 1989 und 96 in der Regionalliga Nord und nahm sowohl als eigenständiger Verein als auch als Teil der SG Riemann/HTC Eutin am DHB-Pokal teil.

Söhne und Töchter der Stadt

Benedikt Bahr (* in Eutin - Sohn des Eutiner Bürgermeisters Thomas Bahr; † 15. August 1670 in Stralsund) war ein deutscher Pädagoge, später auch Jurist und Ratsherr der Hansestadt Stralsund.
Friedrich Breier (* 14. Mai 1813 in Eutin; † 24. August 1880 in Lübeck), deutscher Theologe, Altphilologe und Direktor des Katharineums zu Lübeck
Kirsten Bruhn (* 3. November 1969 in Eutin)  ist als Schwimmerin eine der bekanntesten und erfolgreichsten Aktiven im deutschen Behindertensport. 2004, 2008 und 2012 zum Beispiel gewann sie Gold bei den Paralympics über 100 m Brust. Sie war auch sechsfache Weltmeisterin.

Hubertus Buchstein (* 6. September 1959 in Eutin), deutscher Politologe und Professor am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Greifswald. Von 2009 bis 2012 war er Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft.

Imke Büchel (* 1961), Schauspielerin, Man sah sie schon in verschiedenen Kino- und Fernsehproduktionen wie SoKo Wismar, Tatort, Der Dicke oder Abschnitt 40. Von 2010 bis 2011 drehte sie einige Folgen der ARD-Telenovela Rote Rosen.

Lars Büchel (* 7. Juli 1966), Filmregisseur und -produzent

Roland Dieckmann (* 14. April 1965 in Eutin), deutscher Politiker (CDU), am 6. Mai 2005 rückte er über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Deutschen Bundestag nach. In der 16. Wahlperiode (seit Oktober 2005) gehört er dem Bundestag nicht mehr an.

Wilhelm Dittmann (* 13. November 1874 in Eutin; † 7. August 1954 in Bonn), deutscher Politiker, er leitete von 1917 bis 1922 als politischer Sekretär des Zentralkomitees der USPD maßgeblich die Arbeit der Partei. 1912 wurde er Reichstagsabgeordneter und von 1920 bis 1925 zudem einer der Vizepräsidenten des Reichstages. 

Hanni Ehlers (* 2. August 1954 in Eutin), übersetzt erzählende Literatur aus dem Niederländischen und Englischen ins Deutsche.

Peter Engel (* 10. November 1940 in Eutin) ist ein Verfasser von Erzählungen, Essays und Gedichten und gibt eine Literaturzeitschrift heraus.

Vadim Glowna  (* 26. September 1941 in Eutin, Schleswig-Holstein; † 24. Januar 2012 in Berlin), bekannt aus Film und Fernsehen, ab Mitte der 1960er Jahre wirkte er in über 160 Kino- und Fernsehfilmen mit. Er gründete 1980 mit seiner damaligen Ehefrau Vera Tschechowa – sie waren von 1967 bis 1991 verheiratet – die Produktionsfirma Atossa-Film.

Ludwig Haas (* 16. April 1933 in Eutin; † 4. September 2021 in Neumünster), deutscher Schauspieler

Seine bekannteste Rolle ist die des Dr. Ludwig Dressler in der WDR-Serie Lindenstraße. Ihn verkörpert er seit der ersten Folge aus dem Jahr 1985.

Conrad Heidenreich (* 19. Mai 1873 in Eutin; † 26. Juni 1937 Berlin), deutscher Architekt. Bekannt wurde Heidenreich mit seinem Partner Paul Michel vor allem durch die Errichtung des Weinhauses Huth in Berlin-Mitte an der Potsdamer Straße sowie durch die Berliner Waldbühne.

Wilhelm Hellwag  (* 18. September 1827 in Eutin; † 5. Jänner 1882 in Wien), Im April 1875 trat der Eisenbahningenieur  seinen Dienst als Oberingenieur zur Errichtung der Gotthardbahn an.

Günther Jansen  (* 14. Juli 1936), deutscher Politiker (SPD). Jansen war von 1988 bis 1993 Sozialminister und von 1992 bis 1993 auch Stellvertreter des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein.

Tim-Christopher Jost (* 27. November 1985 in Eutin), ehemaliger Handballspieler, in seiner Jugend spielte er für den THW Kiel und VfL Bad Schwartau. Der Linkshänder wurde auf den Positionen Rückraum und Rechtsaußen eingesetzt. Bis 2010 spielte er dann in der 2. Handball-Bundesliga. 

Ulf Kämpfer (* 16. Juni 1972 in Eutin) (SPD), seit April 2014 Oberbürgermeister in Kiel

Peter Kirchberger (* 7. Mai 1943 in Eutin) bekannt als Sänger der Hamburger Formation „Rudolf Rock & die Schocker“ ist sonst auch ein Schauspieler, Synchron-, Hörspiel- und Werbesprecher. 

Matthias Klagge (* 14. Dezember 1970 in Eutin), deutscher Rechtsanwalt und Fernsehdarsteller. Von 2002 bis 2007 in der pseudo-dokumentarischen Gerichtsshow Das Familiengericht., einer der festen Anwälte in der Gerichtsshow Das Jugendgericht auf RTL.
November 2011 bis 2013 bei VOX als Experte in der Rechtsstreit-pseudo-dokumentarischen TV-Sendung Verklag mich doch!. Seit Ende 2017 bei der RTL Pseudo-Doku Verdachtsfälle Spezial: Der Blaulicht Report, als Rechtsberater.

Christian Klees (* 24. Juni 1968 in Eutin) ein ehemaliger Sportschütze, mehrfacher Deutscher Meister, Olympiasieger 1996 in Atlanta, er gewann damals im Kleinkaliber liegend die erste Goldmedaille für Deutschland.

Fritz Latendorf (* 8. Februar 1924 in Fissau / Ostholstein; † 12. August 2000 in Lübeck), Kommunal- und Landespolitiker (CDU), Sportfunktionär, unter anderem war er von 1971 bis 1988 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein. Für den Sport war er langjährig unter anderem Vorstandsmitglied des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Vorsitzender des Kreissportverbandes Ostholstein, Vorsitzender der Eutiner Sportvereinigung von 1908 ( Eutin 08 ). Die Sportanlage in Eutin-Fissau heißt seit 1988 Fritz-Latendorf-Stadion. Die Sporthallen in Hutzfeld heißen Fritz-Latendorf-Hallen.

Jens Lüdtke (* 7. Januar 1971 in Eutin), Handballtrainer und ehemaliger  Handballspieler. Seine Karriere startete er beim VfL Bad Schwartau, spielte auch beim THW Kiel. In seiner Zeit als Bundesligaspieler erzielte er in insgesamt 243 Bundesligaspielen 410 Tore, davon 115 per Siebenmeter. Für die Nationalmannschaft bestritt Lüdtke acht A-Länderspiele in denen er zwei Tore erzielte. Trainer war er dann unter anderem für den Ahrensburger TSV, den ATSV Stockelsdorf und den schleswig-holsteinischen Landesligisten HSG Ostsee N/G.

Nikolaus Mercator (eigentlich: Nikolaus Kauffman, * zwischen 1619 und 1623, vermutlich aber 1620 bei Cismar oder in Eutin; † 4. oder 14. Januar oder 12. Februar 1687 in Paris) stammt vermutlich aus Eutin.
Bahnbrechend waren seine Arbeiten zu den Logarithmen, er entdeckte die Reihe für den natürlichen Logarithmus (in seiner 1668 veröffentlichten Arbeit Logarithmo-technica). Er lebte von 1658 bis 1682 in London und baute dort eine Pendeluhr, die genauere Zeitmessungen auf See zur Bestimmung des Längengrades erlaubte. Im Jahre 1682 ging er wieder nach Paris. Er erbaute die Fontänen von Versailles und starb dort im Jahre 1687.  

Wilhelm Ludwig Nitzsch (* 1. Juli 1703 in Eutin; † 28. April 1758 in Wittenberg) war der Sohn des kaiserlicher Pfalzgrafen, Geheimrats des Fürsten von Holstein und Bischofs von Lübeck, Gregor Nitzsch († 16. September 1705 in Eutin). Er ging 1750 als vierter Diakon an die Stadtkirche Wittenberg und stieg 1758 in das dritte Diakonat auf, das er bis zu seinem Lebensende innehatte.

Heinz Ohff (* 12. Mai 1922 in Eutin; † 24. Februar 2006 in Berlin), deutscher Kritiker und Autor. Er war unter anderem Feuilletonchef von Der Tagesspiegel.

Anna Oppermann (* 18. Februar 1940 in Eutin; † 8. März 1993 in Celle), deutsche bildende Künstlerin. Sie lehrte nach Gastprofessuren an der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den Jahren 1976 und 1978 von 1982 bis 1990 als Professorin an der Bergischen Universität Wuppertal. Bis zu ihrem Tod lehrte sie noch an der Hochschule der Künste Berlin (heute: Universität der Künste Berlin). 1972 stellte die Künstlerin die ersten Ensembles in der Hamburger Kunsthalle, in Trier und in Berlin aus. 1980 wurde sie zur Biennale in Venedig als wichtige Vertreterin der Kunst der 1970er Jahre eingeladen. Seit 2012 verleiht die Universität der Künste Berlin jährlich den Anna-Oppermann-Preis (für herausragende Leistungen in der künstlerischen Praxis des BA-Studiengangs der Fakultät Bildende Kunst).

Adolf Pansch (* 2. März 1841 in Eutin; † 14. August 1887 in der Kieler Förde), deutscher Anatom, Anthropologe und Polarforscher. Er nahm die erste wissenschaftliche Untersuchung des Manns von Rendswühren, eine Moorleiche zu bestaunen im Schloss Gottorf, vor.

Axel Prahl (* 26. März 1960 in Eutin), deutscher Filmschauspieler, bestens bekannt seit 2002 als Kriminalhauptkommissar Frank Thiel im Münsteraner Tatort.

Sandra Redmann (* 1. November 1965 in Eutin), Politikerin (SPD),Seit 2000 ist sie Mitglied des Landtages und Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt, Energie und Ländliche Räume der SPD-Landtagsfraktion, umweltpolitische Sprecherin und Mitglied im Fraktionsvorstand.

Daniel Richter (* 18. Dezember 1962 in Eutin), seine Werke als Maler (meist abstrakt) erzielen auf Auktionen bis zu 1,4 Millionen Euro, damit gehört er 2020 zu den teuersten Künstlern seiner Generation.

Michael Ryba (* 23. September 1947 in Eutin, Schleswig-Holstein; † 5. Februar 2014 in Buchenbach, Baden-Württemberg), Grafiker, bildender Künstler und Autor. Er zählt zu den Begründern und führenden Vertretern der Cartoonkunst.

Maximilian Heinrich Rüder (* 1. Oktober 1808 in Eutin; † 19. Dezember 1880 in Oldenburg), Jurist und Politiker, Im März und April 1850 amtierte er auch als Vizepräsident des  Paulskirchenparlaments .

Hedwig von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 22. März 1759 in Eutin; † 20. Juni 1818 in Stockholm), durch Heirat mit König Karl XIII. Königin von Schweden und Norwegen

Johann Friedrich Julius Schmidt (* 26. Oktober 1825 in Eutin; † 7. Februar 1884 in Athen, Griechenland), Astronom und Geologe, 1858 wurde er Direktor an der Sternwarte von Athen. Schmidt erstellte und veröffentlichte eine Mondkarte. Die Karte war vollständig und die genaueste Karte, die im 19. Jahrhundert erstellt wurde.

Gabriele Schopenhauer  (* 2. September 1951 in Eutin), Politikerin (SPD), Sie war zwölf Jahre lang, von 2008 bis 2020, Stadtpräsidentin der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck.

Christian Schröder (* 15. September 1953 in Eutin), Fernseh-Journalist und Moderator, moderierte unter anderem von 1994 bis 2013 das Schleswig-Holstein Magazin des NDR-Fernsehens 

Stefan Sell (* 3. Juli 1964 in Eutin), deutscher Sozialwissenschaftler und Professor an der Fachhochschule Koblenz und gilt als „Experte in Arbeitsmarktfragen“

Peter Thiesen  (* 1. Juni 1952 in Eutin), deutscher Pädagoge und Schriftsteller, Herausgeber von 71 Büchern und Standardwerken zur Sozial-, Spiel- und Schulpädagogik. Ein Großteil seiner Lehrbücher ist fester Bestandteil in der Ausbildung und Praxis von Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen im deutschsprachigen Raum und das seit über 25 Jahren.

Peter Thoms (* 1940), Schauspieler und Jazzmusiker, in den 1990er Jahren Mitglied der Band Hardcore von Helge Schneider. Im Sommer 2013 ging er wieder, zum ersten Mal seit 13 Jahren, mit Helge Schneider auf Tournee

Jan Friedrich Tönnies (* 10. Oktober 1902 in Eutin, Holstein; † 24. Dezember 1970 in Freiburg im Breisgau), Erfinder, Wissenschaftler, Fabrikant und Politiker, entwickelte das erste selbstschreibende EEG-Gerät. Die Medizinische Fakultät der Universität Freiburg ernannte ihn 1968 in Anerkennung seiner Verdienste um die neurophysiologische Forschung zum Dr. med. h. c.

Friedrich Adolf Trendelenburg (* 30. November 1802 in Eutin; † 24. Januar 1872 in Berlin), Philosoph,  Ehrendoktor der Rechte und der Theologie, war auch von 1849 bis 1851 Mitglied der 2. Kammer des Preußischen Abgeordnetenhauses

Friedrich August Ukert (* 28. Oktober 1780 in Eutin; † 18. Mai 1851 in Gotha), Historiker, Geograph, Bibliothekar. Ab 1842 gehörte er der Bayerischen Akademie der Wissenschaften als auswärtiges Mitglied an.

Kai Vogel (* 8. März 1968 in Eutin), Politiker (SPD), seit 2012 ist er Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages.

Hans Voss (* 17. Juni 1783 in Eutin; † 4. Oktober 1849 in Freiburg im Breisgau),  Architekt, ab 1844 Baurat, hat viele Kirchen gebaut

Carl Maria von Weber (1786–1826), deutscher Komponist

Horst Wiemann (* 18. Oktober 1960 in Eutin), Handballspieler und -trainer, spielte beim THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt, war Co-Trainer beim THW Kiel und Trainer der SG Bordesholm/Brügge.

Andreas Johannes Wiesand (* 1945), deutscher Kulturwissenschaftler, ab 1989 Professor für Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Heinrich Wiese  (* 29. Juli 1896 in Eutin; † 27. September 2000 in Eckernförde), deutscher Politiker (NSDAP). Sein höchster Rang, den er in der SA erreichte war der eines SA-Oberführers (1943). Mitglied des Eutiner Stadtrates war er von 1931 bis 1933.
Abgeordneter für den Wahlkreis 13 (Schleswig-Holstein) im nationalsozialistischen Reichstag war er vom 12. November 1933 bis zum Frühjahr 1945.
Wiese verstarb im Jahr 2000. Er erreichte 104 Jahre. Damit war er der vorletzte verstorbene Abgeordnete des Reichstags aus der NS-Zeit, überhaupt der drittletzte verstorbene Reichstagsabgeordnete aus der Zeit des Deutschen Reiches, einzig die ehemaligen Abgeordneten Josef Felder (SPD) († 28. Oktober 2000 in München) und Emil Klein († 22. Februar 2010 in München) (NSDAP) überlebten ihn.

Dirk von Zitzewitz (* 14. Oktober 1968 in Eutin), Motorrad-Rennfahrer, neben anderen hat er schon 15 Mal die Deutsche Enduromeisterschaft gewonnen.

Weitere Persönlichkeiten, die in Eutin wirkten

Hans-Adolf Asbach (* 18. September 1904 in Demmin; † 31. März 1976 in Eutin), deutscher Politiker (Vertriebenenpartei Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 1950 bis 1957 war er Sozialminister des Landes Schleswig-Holstein, berufen von Walter Bartram (* 21. April 1893 in Neumünster; † 29. September 1971 in Latendorf) (CDU), dem vierten Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins. 

Heinrich Aye (* 29. Januar 1851 in Frestedt (Dithmarschen); † 22. Juni 1923 in Bad Schwartau), deutscher Pastor, Heimatforscher, Initiator des Ostholstein-Museum Eutin & Archäologe

Gabriel Gottfried Bredow (* 14. Dezember 1773 in Berlin; † 5. September 1814 in Breslau) Schon 1794, da war Bredow nur zwanzig Jahre alt, wurde er in das Lehrerkollegium des Gymnasiums zum Grauen Kloster in Berlin aufgenommen. Nur zwei Jahre darauf kam er auf Einladung von Johann Heinrich Voß an die Eutiner Gelehrtenschule, wo er unter anderem Religion, Geschichte, Geographie, Mathematik sowie Naturkunde unterrichtete und darüber hinaus Johann Voß bei seinen Aufgaben als Schulleiter unterstützte. Nach Voß’ Pensionierung wurde Bredow das Amt des Schulleiters übertragen, das er von 1802 bis 1804 innehatte.

Matthias Claudius (* 15. August 1740 in Reinfeld; † 21. Januar 1815 in Hamburg), deutscher Dichter

Lieselotte Clemens (* 2. Februar 1920 in Berlin; † 4. Dezember 2011 in Malente), deutsche Schriftstellerin und Sachbuchautorin, von 1966 bis 1980 Musiklehrerin an der Carl-Maria-von-Weber-Schule in Eutin. Sie veröffentlichte, auch in plattdeutscher Sprache, Gedichte und Geschichten über ihre pommersche Heimat.

Emanuel Geibel (* 17. Oktober 1815 in Lübeck; † 6. April 1884 ebenda), deutscher Lyriker

Torhaus Gut WellingsbüttelTorhaus Gut Wellingsbüttel

Georg Greggenhofer (* 1718 oder 1719 in Greggenhofen bei Immenstadt; † 4. Mai 1779 in Eutin) war ein deutscher Baumeister. Er wirkte 1753/54 beim Bau des Drottningholmstheaters in Stockholm mit. Er war an vielen Herrenhäusern beteiligt. 1757 schuf er beispielsweise das Torhaus am Herrenhaus Wellingsbüttel, nach seinen Plänen wurde auch das Schloss Oldenburg (Oldb.) von 1774 bis 1778 erweitert.


Gerhard Anton von Halem (* 2. März 1752 in Oldenburg (Oldb); † 4. Januar 1819 in Eutin) wirkte von 1814 bis 1819 als 1. Rat der Regierung. Seine ehm. Privatbibliothek bildet den Grundstock der Eutiner Landesbibliothek.

Christoph Friedrich Hellwag  (* 6. März 1754 in Calw; † 16. Oktober 1835 in Eutin), Physikus des Fürstentums Lübeck, führte erfolgreich die Pockenimpfung ein

Lotte Herrlich (* 1883 in Chemnitz; † 1956 in Eutin), deutsche (Akt-) Fotografin. Außerdem veröffentlichte sie zahlreiche Bücher zum Thema Aktfotografie und Naturismus.

Gerhard Hurte (* 19. August 1906 in Emstal; † 6. Oktober 1976 in Eutin), Glasmaler. 1951 bis 1961 war seine erste Schaffensperiode. Mit ihm entstanden zahlreiche Mosaike für Säulen, Wände und Brunnen in Dresden, Zwickau und Berlin. Dann siedelte er nach Eutin um und es entstanden Wandfriese in verschiedenen Schulen Kiels und Arbeiten in Plön, Fleckeby, Ratekau, Eutin und Seeretz. Er malte Aquarelle und Zeichnungen in Rötel, Feder und Kohle.
Sein letzter größerer Auftrag bestand in der Restaurierung der Katharinenkirche (Lübeck).

Friedrich Heinrich Jacobi (* 25. Januar 1743 in Düsseldorf; † 10. März 1819 in München) gehört zu den bedeutendsten Repräsentanten der klassischen deutschen Philosophie. Er musste vor den anrückenden französischen Revolutionstruppen nach Hamburg und Holstein fliehen und fand erst 1798 wieder festen Wohnsitz in Eutin. Bedeutende Briefpartner waren u. a. Matthias Claudius, Johann Gottlieb Fichte, Fürstin Amalia von Gallitzin, Immanuel Kant, Friedrich Gottlieb Klopstock, Jean Paul, die Familie Reimarus, Friedrich Schiller, Friedrich Schlegel und F. D. E. Schleiermacher. 1805 wechselte Jacobi nach München und folgte damit einem Ruf der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, deren erste Präsidentschaft nach der Umwandlung von einer freien Gelehrteneinrichtung zu einer staatlichen Zentralanstalt er in den Jahren 1807 bis 1812 übernahm.

Oskar Kehr-Steiner (* 31. Januar 1904 in Altona; † 1990 in Eutin), Maler. Ab 1955 arbeitete er in der Orangerie des Eutiner Schlosses, wo er auch lebte. Als Maler schuf er Gemälde von Hamburg und Umgebung und hatte Ausstellungen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Wilhelm Kieckbusch (* 28. Mai 1891 in Hamburg; † 26. März 1987 in Stockelsdorf), 1929 noch Landpastor in Malente-Gremsmühlen, ab 1930 Landesprobst mit der späteren Bezeichnung Bischof der Eutiner Landeskirche

Matthias Ludwig Leithoff (1778–1846), Orthopäde

Philipp Lindemann (1783–1861), Advokat, war Obergerichtsrat in Eutin und im Oldenburgischen Landtag. Er wirkte am Staatsgrundgesetz von Oldenburg mit.

Heinrich Lüth (* 25. August 1864 in Kremperkate bei Lensahn; † 11. November 1949 in Eutin), großherzoglicher Hofgarteninspektor und letzter Hofgärtner Eutins. Unter seiner Anleitung entstand 1934 der Seepark.

Johann Friedrich Meister (* vor 1638 in Peine; † 28. Oktober 1697 in Flensburg) war befreundet mit der herzoglichen Familie im nahe gelegenen Schloss Glücksburg, seine Instrumentalmusik wurde wahrscheinlich für den Bedarf im Schloss komponiert. Mitglieder der herzoglichen Familie wurden Paten zweier Kinder Meisters. Er fand eine Anstellung beim Bischof August Friedrich von Lübeck in Eutin. Sein Instrument war die Orgel.
Hartwig von Passow († 7. Januar 1706 in Eutin) Generalmajor, zuletzt Inspekteur der dänischen Infanterie. Bei der Belagerung von Schloss Eutin am Silvestertag 1705 wurde er von einer Gewehrkugel so schwer am Bein verwundet, dass er nach einer Amputation des Beins eine Woche später starb.

Johann Wilhelm Petersen (* 1. Juli 1649 in Osnabrück; † 31. Januar 1727 auf dem Gut Thymern (Thümern) bei Lübars (Möckern)), Theologe. Gehörte bei den Verhandlungen um den Westfälischen Frieden in Osnabrück der Gesandtschaft des Lübecker Syndicus David Gloxin von 1643 bis 1649 als Notar an.

Heinrich Arminius Riemann  (* 5. Dezember 1793 in Domhof Ratzeburg; † 26. Januar 1872 in Friedland (Mecklenburg)), Theologe. Vor 500 Studenten hielt er auf dem Wartburgfest 18. Oktober 1817 in Eisenach die Festansprache, in der er zu Freiheit und Einheit aufrief. Gemeinsam mit Karl Müller, ebenfalls einem ehemaligen Lützower, erarbeitete er das liberale Programm Grundsätze und Beschlüsse des 18. Oktobers.
Hugo Rönck  (* 12. April 1908 in Altenburg; † 1990), Theologe, letzter DC-Bischof der Thüringer Evangelischen Kirche, wurde 1945 aus seinem Kirchenamt gedrängt, von den US-Militärbehörden vorübergehend festgenommen und hat anschließend als Pastor in Eutin gewirkt

Wolfgang Saalfeldt * 9. Oktober 1890 in Berlin; † 30. April 1954 in Eutin), Ortsgruppenleiter (OGL) und Kreisleiter der NSDAP in Eutin

Robert Schade (* 3. März 1850 in Neubrandenburg; † 19. März 1916 in Eutin), Goldschmied, Eutiner Ratsherr, Förderer des Feuerwehrwesens und Förderer der Wohlfahrt

Johann X. von Schleswig-Holstein-Gottorf  (* 18. März 1606 auf Schloss Gottorf; † 21. Februar 1655 in Eutin),genannt Bischof Hans, protestantischer Fürstbischof des Fürstbistums Lübeck. Als erster Lübecker Fürstbischof war Bischof Hans ständiger Wohnsitz das Eutiner Schloss,

Johann Georg Schlosser (* 7. Dezember 1739 in Frankfurt am Main; † 17. Oktober 1799 ebenda), Jurist, Staatsmann, Schriftsteller. Er, der Schwager Johann Wolfgang von Goethes, setzte sich kritisch mit Immanuel Kant auseinander und war Mitglied der Wiener Freimaurerloge Zur wahren Eintracht.

Hans-Heinrich Sievert (* 1. Dezember 1909 in Grittern bei Erkelenz; † 6. April 1963 in Eutin), Leichtathlet und Olympiateilnehmer. Er siegte bei den Europameisterschaften 1934 und stellte am 8. Juli 1934 in Hamburg einen Zehnkampf-Weltrekord auf. Sievert wurde außerdem vierfacher Deutscher Meister im Zehnkampf (1931, 1933, 1934 und 1938), je zweimal im Kugelstoßen (1930 und 1933) und im Diskuswurf (1933 und 1934) sowie einmal im Fünfkampf (1938).

Ludwig Philipp Strack  (* 10. August 1761 in Haina, Hessen[A 1]; † 27. Januar 1836 in Oldenburg), Maler, Hofmaler des Eutiner Schlosses

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein  (* 15. Februar 1751 in Haina (Kloster); † 26. Juni 1829 in Eutin), Maler

Ferdinand Tönnies  (* 26. Juli 1855 bei Oldenswort; † 9. April 1936 in Kiel), Soziologe, Professor in Kiel, von 1909 bis 1933 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, wohnte von 1901 bis 1921 in der Auguststraße 8 (heute Albert-Mahlstedt-Straße)

Johannes Vahldiek (* 12. September 1839 in Braunschweig; † 22. Januar 1914 in Eutin), Kunstmaler und Züchter von Obst. Das bekannteste Ergebnis seiner Züchtungen ist Sämling Nr. 3 (ein Sämling des Cox Orange), der später den Namen „Holsteiner Cox“ bekam. Heute ist dies eine der Hauptanbausorten in Schleswig-Holstein.


Hans Voß (* 28. April 1894 in Schellhorn; † 29. Mai 1973 in Eutin), deutscher Konteradmiral der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Sein letztes Kommando hatte er ab 1. April 1945 als Chef des Oberwerftstabes im Marineoberkommando Norwegen.

Johann Heinrich Voß (* 20. Februar 1751 in Sommerstorf, Mecklenburg-Schwerin; † 29. März 1826 in Heidelberg), Dichter und Übersetzer, lebte ungefähr 20 Jahre in Eutin, wo er bis 1802 Rektor der Eutiner Lateinschule war. 1920 wurde das altsprachliche Gymnasium aufgelöst und die letzten Klassen mit denen des Realgymnasiums im Gebäude der heutigen Johann-Heinrich-Voß-Schule zusammengelegt. Johann Heinrich Voß ist der Übersetzer von Homers „Ilias“ und „Odyssee“.

Wincent Weiss (* 21. Januar 1993 in Bad Oldesloe; bürgerlich Wincent Weiß) ist ein deutscher Popsänger und Songwriter und wuchs in Eutin auf

Wilhelm Wisser (* 27. August 1843 in Klenzau (Ostholstein); † 13. Oktober 1935 in Oldenburg (Oldb)), Märchen- und Mundartforscher. Von 1855 bis 1862 besuchte er das Großherzogliche Gymnasium in Eutin Dann studierte er Alte Sprachen und Germanistik an den Universitäten Kiel und Leipzig. Ab 1867 war er als Hauslehrer auf dem Gut Rothensande (Immenhof) tätig. Am Rosengarten in Eutin steht eine Plastik von einer Zentralfigur der Märchen des „Dummhans“.

Erster Ehrenbürger Eutins ist Leonhard Boldt (* 26. Dezember 1875 in Eutin; † 9. April 1963 in Hamburg). Auf seine Initiative, er war Porträt- und Landschaftsmaler, aber finanziell unabhängig, gehen in Eutin unter anderem die Anlage und Gestaltung des Rosengartens, der Stadtbucht und des Seeparks zurück. 1926 ließ Boldt auch das Fissauer Fährhaus erbauen.


Ernst-Günther Prühs (* 12. Oktober 1918; † 22. November 2016) war vom 23. April 1974 bis 24. April 1990 Kreispräsident des Kreises Ostholstein. 1990 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und wurde Ehrenbürger Eutins


Malente

Stand: April 22

 

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