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Friedrichsruh-Aumühle und der Sachsenwald

Friedrichsruh ist ein Ortsteil der Gemeinde Aumühle, Kreis Herzogtum Lauenburg, in Schleswig-Holstein, östlich von Hamburg.

Die Gemeinde Aumühle mit den Ortsteilen Aumühle, Billenkamp und Friedrichsruh liegt etwa 20 Kilometer östlich von Hamburg im Sachsenwald, dem größten Waldgebiet Schleswig-Holsteins, das Naherholungsgebiet für die Metropolregion Hamburg ist.

Aumühle wurde im Jahr 1350 als „Au-Mühle“ („Owmole“: Mühle an der Schwarzen Au) erstmals urkundlich erwähnt, 1750 entstand die Bauernschaft Billenkamp.
Der Sachsenwald ist mit knapp 70 km² Schleswig-Holsteins größtes zusammenhängendes Waldgebiet. 

Aumühle Bismarck-Mausoleum

Aumühle Bismarck-Mausoleum

Bereits im Mittelalter war das Eigentum am Sachsenwald begehrt und nach heftigem Streit mit den Herzögen von Sachsen-Lauenburg gelangte mit dem Vertrag von Perleberg im Jahr 1420 eine Hälfte des Sachsenwaldes an die Hansestädte Hamburg und Lübeck, die diesen Anteil mit Geesthacht und den Vierlanden von ihrem beiderstädtischen Amtssitz Bergedorf aus verwalteten.

Kaiser Wilhelm I. schenkte Otto von Bismarck am 24. Juni 1871 den Sachsenwald in Anerkennung seiner Verdienste um die Reichsgründung. Der Wald befindet sich heute noch überwiegend im Besitz seiner Nachfahren. Im Jahr 2003 erwarb der Reeder Eberhard von Rantzau ein Drittel des Sachsenwalds von der Familie von Bismarck.

Fürst Otto von Bismarck, erster Reichskanzler des Deutschen Reiches, zog sich nach seinem Rücktritt nach Friedrichsruh zurück, starb hier am 30.7.1898 und liegt im Bismarck-Mausoleum.

Sehenswürdigkeiten und besuchenswertes:

Lokschuppen Aumühle
Bismarckmuseum
Bismarckturm Aumühle
Fürst-Bismarck-Mühle

Heilig-Geist-Kirche Wohltorf

Heilig-Geist-Kirche Wohltorf


Ausflugstipp:
Schmetterlingsgarten

Schlosskapelle mit Bismarck-Mausoleum


 

Söhne und Töchter von Aumühle
Carl Josef Wilhelm Cuno (* 2. Juli 1876 in Suhl; † 3. Januar 1933 in Aumühle) war vom 22. November 1922 bis 12. August 1923 deutscher Reichskanzler. Cuno vertrat konservative und wirtschaftsliberale Ansichten. Er war Direktor der HAPAG und als Wirtschaftsvertreter bei zahlreichen Konferenzen und Gremien vertreten.
Werner von Scheven (* 26. Januar 1937 in Aumühle/Friedrichsruh) ist ein Generalleutnant a. D. des Heeres der Bundeswehr bis 2009 Vizepräsident für Technik des ADAC.
Berthold Paul (* 1948), deutscher Komponist, Pianist und Dirigent
Holger Berg (* 1950), deutscher Schauspieler und Regisseur
Andreas Blunck (* 20. Dezember 1871 in Krempe; † 12. April 1933 in Aumühle) Politiker, zuletzt für die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP), saß mehrere Jahre in der Hamburger Bürgerschaft und dem Reichstag. Der normalerweise Steuerrechtler  war außerdem von 1913 bis 1933 im Aufsichtsrat der H. Maihak AG in Hamburg. Nach dem Rücktritt des Kabinett Bauer in der Weimarer Republik wurde Blunck am 27. März 1920 in das Kabinett Müller als Reichsjustizminister berufen und musste die strafrechtliche Seite des Kapp-Putsches bearbeiten.

Kristin Heyne (* 25. Februar 1952 in Aumühle; † 30. Januar 2002 in Berlin) war eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Kristin Heyne war erst Ende 2001 zur alleinigen Vorsitzenden des Hamburger Grünen-Landesverbandes gewählt worden. Im Dezember 2001 gelang der Politikerin eine parteiinterne Revolution. Bei ihrer Wahl zur GAL-Vorsitzenden setzte die Bundestagsabgeordnete gleich das Ende von zwei grünen Ur-Grundsätzen durch: der Trennung von Amt und Mandat und der Doppelspitze. Nur gut sieben Wochen später verlor sie den Kampf gegen den Krebs. Die Haupt- und Realschullehrerin war 1982 Gründungsmitglied der Grün-Alternativen Liste (GAL) in Hamburg.



Der Stifter dieses Steines, der österreichische Politiker Georg von Schönerer (1842 bis 1921) war ein glühender Verehrer von Otto von Bismarcks. Dieser hatte ihn auch wegen seiner rassistischen Einstellung stets abgelehnt. Schönerers fanatischer Antisemitismus wurde von den Nationalsozialisten aufgegriffen und führte zum Holocaust. Aumühle gedenkt aller Opfer der Verbrechen, deren Wegbereiter Schönerer war.

Ammersbek



 

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