Von Imkern, Honigbienen und Wildbienen

Es gibt weltweit mehr als 20.000 Bienenarten, davon sind nur neun Arten Honigbienen.

Bienen bestäuben rund 80 % aller Nutz- und Wildpflanzen.
Bienen spielen bei rund 35 % der weltweiten Lebensmittelproduktion eine zentrale Rolle.
Bienen sorgen durch ihre Bestäubungsleistung für eine Wertschöpfung von rund 200 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Honigbiene ist nach Schwein und Rind das drittwichtigste Nutztier.
Schon gewusst, dass ein Volk von Honigbienen im Sommer bis zu 60.000 und im Winter bis zu 20.000 Tiere stark ist?
Deutschland zählt laut Deutschem Imkerbund 2018 etwa 130.000 Imker mit etwa 870.000 Bienenvölkern. Rund 95 % der Imker in Deutschland sind Freizeitimker. Wenige betreiben die Imkerei im Nebenerwerb, und nur etwa 500 sind Berufsimker. Seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg werden überwiegend Hybriden der Kärntner Biene (Carnica) verwendet. Belegstellen gibt es aber auch für die Buckfast-Biene und seit 2015 wieder auch für die ursprünglich in Deutschland heimische Dunkle Europäische Biene.


In der Agrarwirtschaft und vor allem im Obstanbau herrscht mittlerweile Bienenknappheit. Imker setzen deshalb dort schon lange Honigbienen gezielt ein. Unzählige Völker werden dazu über hunderte Kilometer auf Felder und Plantagen transportiert. Trotzdem reichen Honigbienen alleine nicht aus, um alle Nutzpflanzen ausreichend zu bestäuben.
Als Forscher die Leistung von Honigbienen und Wildbienen verglichen, stellten sie fest, dass Wildbienen Blüten viel effizienter bestäuben als Honigbienen. Sie erreichen mit der gleichen Anzahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz. Konkret heißt das: 100 Honigbienen und 50 Wildbienen bestäuben ein Feld besser als 150 Honigbienen. In der Agrarwirtschaft könnte man also viel mehr Erträge erzielen, wenn man die fleißigen Wildbienen fördert.
Schon gewusst, dass Bienen wahrscheinlich schon so lange existieren, dass sie den Dinosauriern noch begegnet sind ?

Die älteste Biene der Welt
Vor rund 65 Mio. Jahren erlebten die Blütenpflanzen eine wahre Artenexplosion und wurden zu den vorherrschenden Pflanzenarten an Land. Forscher sind mittlerweile sicher, dass ihnen bei dieser Verbreitung die Bienen als Bestäuber geholfen haben. Das älteste Bienenfossil, das je entdeckt wurde, ist noch viel älter: es stammt aus dem asiatischen Burma und ist in ein 100 Mio. Jahre altes Stück Bernstein eingeschlossen. Es hat sowohl Merkmale einer Biene als auch einer Wespe.

Schon gewusst, dass Wildbienen …
… Insekten sind?
… ebenso wie Ameisen, Honigbienen, Hornissen, Hummeln und Wespen zwei durchsichtige Flügelpaare besitzen und deshalb alle gemeinsam zur Ordnung der Hautflügler gehören?
… zwischen 7 und 40 Millimeter lang sind?
… selten gelb-schwarz, sondern meistens braun oder braunschwarz gefärbt sind?
… nicht immer behaart sind?
… manchmal sogar metallisch glänzende Körper haben?
… nur etwa 30 Tage leben, während Honigbienen oder Ameisen mehrere Jahre überleben können?
… Menschen nicht stechen können, weil ihr Wehrstachel so kurz ist, dass er die Menschliche Haut nicht durchdringt? Große Arten wie Hummeln können allerdings wirksam stechen, tun dies aber nur sehr ungern.

Schon gewusst, dass es weltweit nur neun Honigbienen-Arten gibt und dass davon lediglich eine Art in Europa vorkommt?   

Schon gewusst, dass Drohnen keinen Vater haben? Die männlichen Bienen entwickeln sich aus den unbefruchteten Eiern der Königin.

Wie war das überhaupt mit der Königin?
Als einziges geschlechtsreifes Weibchen kann allein die Königin für Nachkommen sorgen. Dazu geht sie zwischen ihrem sechsten und neunten Lebenstag auf "Hochzeitsflug" und paart sich mit bis zu zwölf Drohnen. Kehrt sie zum Stock zurück, trägt sie Millionen Spermien in ihrer Samenblase. Aus diesem Vorrat legt sie dann in den folgenden Jahren pro Saison rund 200.000 Eier. Eine Königin kann drei bis fünf Jahre alt werden.
Während die Königin Eier legt und den Stock nie wieder verlässt, wird sie von einer ganzen Schar Arbeiterbienen geputzt und gefüttert. Dabei gibt sie ständig einen chemischen Botenstoff (Pheromon) ab. Durch gegenseitiges Füttern im Stock gelangt dieses Pheromon in das gesamte Volk. Fehlt es, wissen alle Bienen, dass die amtierende Königin entweder tot ist oder Platz gemacht hat für eine Nachfolgerin. Dazu schwärmt sie im Frühjahr mit zwei Dritteln ihres Volkes aus und ermöglicht den Zurückbleibenden die Gründung eines neuen Staates. Zuvor legt sie dafür noch einige Eier in besonders großen Brutzellen ab. Diese heißen auch Weiselzellen. In ihnen werden neue Königinnen aufgezogen.

Und was wird alles produziert?
Schon gewusst, dass die Deutschen jährlich 70.000 t oder rund 1 kg Honig pro Person verzehren?
Es gibt aber noch mehr Produkte die Ihren Ursprung bei diesen interessanten Tieren finden und in den Bereichen Entspannung, Schönheit usw. eingesetzt werden.
Das "königliche Gelée"  ist eines der wertvollsten Bienenprodukte. Alle Larven bekommen es in den ersten drei Tagen ihres Lebens. Später bleibt die eiweißreiche Kraftnahrung nur der Königin vorbehalten. In der Kosmetik wird Gelée Royal gerne in Hautcremes eingesetzt. Es soll die Zellen aktivieren und die Haut vor dem Altern schützen.
Alle Honigbienen schwitzen winzige Wachsplättchen aus. Die Arbeiterinnen vermengen sie mit Speichel und übergeben sie an die Baubienen. Diese formen dann in völliger Dunkelheit die sechseckigen Wabenzellen, die als Brutnester und Honigdepots dienen. Traditionell werden aus Bienenwachs Kerzen hergestellt. In der Physiotherapie verwendet man es auch als Wärmepackung. Die pharmazeutische und kosmetische Industrie benutzt es für Cremes, Salben, Lotionen oder Lippenstifte. Auch Süßigkeiten wie Gummibärchen schwören darauf. Sie bekommen einen hauchdünnen Mantel aus Bienenwachs, damit sie nicht aneinander kleben.
Tipp: Wer sich mehr mit dieser interessanten Thematik auseinandersetzen möchte, besucht am besten den Lehrpfad im Lübecker Schulgarten.
Wer etwas gegen die zunehmende Bienenknappheit unternehmen möchte legt zusätzliche Wildblütenwiesen an oder folgt den Empfehlungen des NABU etwa.

 

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