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Entdecken Sie die Lübecker Wallanlagen

Erobern Sie die Reste der ehemaligen Wallanlagen der Altstadt von Lübeck.

Von der Gründung bis ins 18. Jahrhundert war Stadtpolitik zugleich auch Verteidigungspolitik. Stets mussten die Wehranlagen den ständig verbesserten Waffen angepasst werden. So nahm das Arbeiten an den Mauern und Wällen in Lübeck über Jahrhunderte hinweg kein Ende. Nach der Grabenordnung war jeder Bürger verpflichtet, bei den Schanzarbeiten zu helfen. Auch die Frauen. Allerdings war es möglich, sich von dieser Arbeit freizukaufen.
Von keiner Seite sahen die Verteidigungsanlagen der Stadt so mächtig und imposant aus wie von Westen, hier im Modell des Holstentormuseums zu sehen.


WallanlagenWestseite Modell Holstentormuseum Lübeck

An der östlichen und südlichen Seite, wo die breit aufgestaute Wakenitz einen fast natürlichen Schutz bot, ging man lässiger an die Arbeit. Mit der Folge, dass dort die Arbeiten nie ganz abgeschlossen wurden, die Modernisierung nicht vorangetrieben wurde - und folglich heute noch letzte Reste der alten Stadtmauer zu finden sind. Die westliche Seite der Stadt aber galt als besonders gefährdet. Zur großen Modernisierung schritt man hier 1475 bis 82, als ein neuer Wall aufgeschüttet, drei neue Türme (Plönniesturm, Dammansturm und goldener Turm) sowie das Holstentor errichtet wurden. Der Holstenwall (ursprünglich Knochenhauerwall) reichte vom Holstentor bis zur Engelsgrube. 

Wakenitzöstlich begrenzt durch die Wakenitz Modell Holstentormuseum Lübeck

Allerdings scheint man sich bei der Planung etwas übernommen zu haben, denn der Wall blieb unvollendet. Um 1500 sorgte man sich: "…so were ock woll gantz nutte unde gud, dat man den nyen wall uppe deme holstenvelde je er eher je lever an beiden enden slöte, wente de wal, so he nu noch och apen steit, mochte sere schedelick wesen dusser stadt."
Es gab allerdings in dieser Zeit auch viel zu tun. Am Mühlentor wurden ab 1535 mächtige Rundwälle aufgeschüttet, anschließend am Hüxterdamm. Und bestückt werden sollte die Verteidigungsanlage auch noch. Das ging gewaltig ins Geld. Ihren festen Platz auf den Wallanlagen hatten im Jahre 1526 insgesamt 447 Geschütze und größere Schusswaffen. Hinzu kamen noch die enormen Bestände, die für den Ernstfall in mehreren Zeughäusern geschützt gelagert wurden.
Ab 1613 beauftragte man den anerkannten Fachmann Jan van Valckenburg mit der  erfolgreichen Verbesserung der Wallanlagen.
Was die Feinde der Stadt nicht schafften, besorgten im 18. Jahrhundert permanenter Geldmangel und Nachlässigkeit: Die Wallanlagen verfielen. 1749 wird die Anlage am Holstentor so beschrieben: Der Wall sei ein "löchriger Sandberg", der Graben davor Wiese und Sumpf. Die Geschütze verschwanden von den Wällen. Statt dessen pflanzte man Ulmen und Linden. Die stolzen Verteidigungsanlagen von einst wandelten sich zu Spazierwegen.

WallanlagenOstseite Modell Holstentormuseum Lübeck

Da scheint es nur konsequent, dass der Rat der Stadt am 7. Dezember 1803 beschloss, die Wallanlagen zu beseitigen. Auch um die "reichsgesetzmäßig beygelegte Neutralität" unter Beweis zu stellen. Mit dem Abriss der Stadtmauer und der mittelalterlichen Türme hatte man bereits 1783 begonnen. Erst 1849 war dieses Werk vollends getan, der Blaue Turm stand sogar noch bis 1853. Die Wälle dagegen waren rascher beseitigt. Drei Jahre nach dem Ratsbeschluss von 1803 waren Lübecks Wälle nur noch Fragmente einer wehrhaften Vergangenheit.

Beginnen Sie den Rundgang von der Puppenbrücke aus und umrunden Sie auch den Katzenberg. Bei Schneefall wird der Katzenberg zum Rodeln genutzt.

Elbwanderweg

 

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