Undeloh und die Lüneburger Heide

Immer einen Ausflug wert ist die Lüneburger Heide (niederdeutsch Lümbörger Heid). Wir treffen eine große, geografisch überwiegend flachwellige Heide-, Geest- und Waldlandschaft 30 bis 60 Minuten von der Traveregion und Hamburg entfernt. Sie ist benannt nach der Stadt Lüneburg und umfasst den Hauptteil des früheren Fürstentums Lüneburg. 
Besonders in den zentralen Teilen der Lüneburger Heide sind weiträumige Heideflächen erhalten. Besonders schön anzusehen, wenn die Blüte einsetzt. Das ist unterschiedlich der Fall, 2019 war dies Ende Juli der Fall, das kann aber witterungsabhängig auch abweichen.
Die Heideflächen bedeckten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weite Teile Norddeutschlands, sind aber inzwischen außerhalb der Lüneburger Heide fast vollständig verschwunden. Die Heidelandschaften sind seit der Jungsteinzeit durch Überweidung der ehemals weit verbreiteten Wälder auf unfruchtbaren Sandböden im Bereich der Geest entstanden. 

Lüneburger HeideLüneburger Heide

Die noch vorhandenen Reste dieser historischen Kulturlandschaft werden vor allem durch die Beweidung mit Heidschnucken offengehalten. Mit Hinblick auf ihre Landschaftsform ist die Lüneburger Heide für den Tourismus in Norddeutschland von Bedeutung. Sie wird teilweise in Naturparks gepflegt. 
Kaum ein Nutztier wird so artgerecht gehalten wie die Heidschnucke im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Abgesehen von einigen Wochen in der Lammzeit ziehen die Schnuckenherden täglich durch die Heide. Die Heidepflanze bildet die Futtergrundlage der Heidschnucke. Die Tiere werden tagsüber auf den weiten Heideflächen im Gebiet gehütet und naschen dabei Gras und die frischen Triebe der Heide. Daher stammt auch der Name, denn "Schnucke" kommt aus dem Niederdeutschen von "snickern", das soviel wie "naschen" bedeutet. Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide existieren 2018 acht Schnuckenherden, davon sind sechs im Besitz der Stiftung Naturschutzpark. Eine Herde besteht aus etwa 350 "Muttern", je nach Saison bis etwa 400 Lämmern und einigen wenigen Böcken.

HeidschnuckenHeidschnucken in der Lüneburger Heide

Die Heideflächen im Naturschutzgebiet sind mit über 5.500 ha die größten zusammenhängenden Reste binnenländischer Zwergstrauchheiden Mitteleuropas, die aus bäuerlicher Tätigkeit entstanden sind. Sie haben deshalb für eine spezielle Tier- und Pflanzenwelt eine überlebenswichtige Bedeutung.
Der hohe Waldanteil von über 65 % macht das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide gleichzeitig zu einem der größten Waldnaturschutzgebiete Deutschlands. Der Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) pflegt seine Wälder (ca. 3.000 ha) nach den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW).Der Schutz von Kulturdenkmälern ist ebenfalls Aufgabe des VNP. Man erhält mehr als 220 Gebäude, Schafställe und Bienenzäune. Daneben pflegt man viele kulturhistorisch bedeutsame Landnutzungsformen wie Stühbusch und Hutewald. Die Landwirtschaft im Naturschutzgebiet erhält durch den VNP neue Impulse. Der Tourismus, oft Tagestourismus lässt sich aus diesem Gebiet nicht wegdenken. 
Durch Rodungen und Beweiden mit Vieh hatte der Mensch starken Einfluss auf die Entwicklung der Lüneburger Heide. 
Durch die intensive Nutzung und die daraus folgende Auflichtung der Wälder gelangte viel Licht auf den Boden, und der Heidestrauch konnte sich aussamen, eine Pflanze, die dem Verbiss durch das Weidevieh gut standhält und dem Menschen zu vielfältiger Nutzung diente. Es entwickelte sich die Heidebauernwirtschaft. Seit dem späten Mittelalter wurden die Heideflächen beweidet und mit der "Twick" geplaggt. Die so gewonnenen Plaggen brachte man als Einstreu in die Schnuckenställe und danach, versetzt mit dem Dung der Tiere, als Dünger auf die Äcker. Für die Heide war diese Wirtschaftsweise genau richtig, denn sie braucht nährstoffarmen Boden.

Man kann auch öfter einen kontrollierten Heidebrand beobachten. Keine Panik: Solch ein Feuer trägt zum Nährstoffaustrag und zur Verjüngung der Heidepflanzen bei.
Ohne eine dauerhafte Pflege würde heute aus der Lüneburger Heide innerhalb weniger Jahre der Lüneburger Wald. Auch die Luftverschmutzung gefährdet den Fortbestand der Heide. Erhebliche Stickstoffmengen regnen auf die Landschaft und führen zu einer Überdüngung. Neben der Beweidung wird nach dem Vorbild der Heidebauern alte Heide gemäht oder gebrannt. Durch maschinelles Abschieben der obersten Bodenschichten wird aufgebauter Rohhumus entnommen. Im Boden vorhandene Heidesamen können aufkeimen und sich durch die nährstoffarmen Bedingungen gegenüber Gräsern und Gehölzen durchsetzen.

All dies kann man auch im Heide-ErlebnisZentrum in Undeloh erleben.
Unser Tipp: Besuchen Sie Undeloh und unternehmen eine Kutschfahrt

Undeloh mit seinen Ortsteilen Wesel, Wehlen, Meningen, Heimbuch und Thonhof liegt mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Durch seine zentrale Lage ist Undeloh der ideale Ausgangspunkt für die Entdeckung dieser einmaligen Landschaft. Zu Fuß, mit dem Rad oder auf der Kutsche: Die kulturellen, geschichtlichen, landschaftlichen und gastronomischen Attraktionen warten auf Ihre Erkundung.

Alte Fachwerkhöfe, knorrige Dorfeichen, urige Findlingsmauern und viele historische Gebäude tragen zum Flair des Ortes bei.
Heidelehrwege
Die Heidelehrwege in Undeloh und Wesel führen durch typische Landschaftsteile des Naturschutzgebietes. Infotafeln entlang der Wege erläutern die Merkmale der Kulturlandschaft. In Undeloh beginnt der 7,2 km lange Rundweg am Dorfteich in der Wilseder Straße. Vorbei an Wacholdern und Bienenzäunen zu dem Gebiet der Wilseder Roten und Dülmener Pferde. Der Weseler Heidelehrweg (6,2 km) beginnt am Hexenhaus, Höllenhoff Nr. 1. 
Heide-Erlebnis-Zentrum
Erlebnis für die ganze Familie und bei jedem Wetter. Moderne Ausstellung zum Thema Heide. Von der Entstehung in der Eiszeit bis zu den heutigen Pflegemaßnahmen. Spannend und erlebnisreich. Der Eintritt ist frei! Wilseder Str. 23 Näheres hier…

Kutschfahrten in der Lüneburger HeideKutschfahrten in der Lüneburger Heide

Heidekutschfahrten: Mit der Pferdekutsche durch die Heide - ein besonderes Erlebnis! Ob romantisch zu zweit, mit der Familie oder mit Freunden, eine Kutschfahrt ist zu jeder Jahreszeit reizvoll.
Das älteste Gebäude dieses Heideortes, anno 1190, ist die St. Magdalenenkirche. Sie ist aus Findlingssteinen erbaut, Typisch in dieser Region ist der extra stehende hölzerne Glockenturm. Täglich geöffnet Wilseder Str. 2 Näheres dazu hier …
Außerdem kann man hier wunderbar Lokal Einkaufen, neudeutsch shopping genannt: Hofstände, Schmökerecken im Sommer und Flohmarkt am Wochenende laden zum Stöbern ein. Es gibt kleine, feine und selbstgemachte Produkte von Honig über Marmeladen, Schaffelle bis hin zu Heidekränzen und Heidegestecken.

Sie erreichen Undeloh:
PKW: Autobahn A7 Abfahrt Egestorf oder Garlstorf, Parkplatz Ende Wilseder Straße
Bahn: Bahnhöfe Handeloh, Buchholz und Lüneburg
Heide-Shuttle: 15. Juli bis 15. Oktober täglich Ring 2 und 3 www.heide-shuttle.de
Anschluss an "Lüneburger Heide-Radbus" (nur an den Wochenenden)

Alle Fotos: Klaus Niepelt 2017

 

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