A-Z

Das Trittauer Schloss an der Krim


Bis 1775 stand am Ende der Straße Zur Krim das Trittauer Schloss. Die Schlossinsel ist noch heute gut zu erkennen. Im 13. Jahrhundert gehörte Trittau zum Kloster Reinfeld. 1326 gelangte es in den Besitz des Grafen Johann III. von Plön. Dieser machte sich die verkehrsgünstige und grenznahe Lage Trittaus im südöstlichen Holstein zunutze und ließ hier eine Burg errichten. Diese wurde Mittelpunkt des Vogteibezirkes und späteren Amtes Trittau. Aufgrund ihrer Lage war sie häufig Schauplatz historischer Ereignisse. Die Burg wurde während der Grafenfehde 1534 durch die Lübecker erobert und nach dem Frieden von Stockelsdorf wieder an Dänemark zurückgegeben. Herzog Adolf I. ließ wahrscheinlich um 1581 die alte Burg weitgehend abbrechen und ein neues Schloss in Stil der niederländischen Renaissance errichten, ähnlich dem Schloss im benachbarten Reinbek.

Plan von 1650
Matthäus Merian [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

Auf der nicht genordeten Karte befindet sich rechts der (nördlich gelegene) Mühlenteich, die linke Bildhälfte wird vom Lauf der (südlich fließenden) Bille durchschnitten

1627 belagerte ein 30.000 Mann starkes Heer Tillys die Burg. Zusammen mit Wallenstein nutzte er das Schloss zum vorübergehenden Hauptquartier für ihren Zug gegen Holstein, im umliegenden Gelände wurden die Söldner einquartiert.Unter Herzog Friedrich III. beherbergte das Schloss 1657 König Karl X. Gustav von Schweden und 1659 den Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Anschließend spielte es keine bedeutende Rolle mehr in der Landesgeschichte. Es diente, neben dem Schloss in Reinbek, als Sitz des Amtmanns.Im 18. Jahrhundert geriet Trittau – wie fast ganz Holstein – durch den Vertrag von Zarskoje Selo vollständig in dänische Hände. Für das mittlerweile baufällige Trittauer Schloss fand sich keine Verwendung mehr und es wurde 1775 abgebrochen.Von 1783-86 lebte der berühmte Pädagoge und Schriftsteller Joachim Heinrich Campe auf dem ehemaligen Amtshof. 1874 kauften die Kirchspiele Trittau, Eichede und Siek das Areal und richteten eine Armenanstalt ein. Von 1934 – 38 befand sich hier ein Lager des Reichsarbeitsdienstes.Vom Schloss sind keine Reste mehr erhalten. Das einstige Schlossgebiet wird noch immer als Vorburg bezeichnet und die heutige Straße Zur Krim markiert den ungefähren Standort des Schlosses. Der Bereich der früheren Schlossinsel ist durch den umgebenden Baumbewuchs aus der Luft noch zu erkennen, wenngleich die Wassergräben heute nicht mehr existieren.