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Die legendäre Schlacht bei Sventana 798

In der Schlacht auf dem Sventanafeld, also dem Schwentinefeld bei Bornhöved, besiegten 798 die slawischen Abodriten mit fränkischer Unterstützung die Sachsen Nordalbingiens.

Was steckt hinter dieser kurzen Notiz?

 

Bis hierhin hatte Karl der Große in den Sachsenkriegen die südlichen Gebiete bis zur Elbe bereits befriedet. Man spricht heute auch immer noch von den Sachsenkriegen. 
776 schlug er die Westfalen, doch deren dux Widukind flüchtete zu den Nordmannen, wobei offenbleiben muss, ob damit die Dänen oder die Nordalbingier gemeint waren. Letztere könnten mit den Nordleudi identisch sein, von denen sich 780 nach dieser Schlacht an der Elbe viele taufen ließen.
Die Sachsen sollten aber auch das Gebiet nördlich der Elbe Karl dem Großen mit Hilfe der Slawen, in der Hauptsache dem Stamm der Abodriten (auch Abotriten, Obotriten oder Bodrizen) überlassen. 

Schlacht
Foto: Manuel Grywatz 2015

  
Dieser entsandte deshalb zur Durchsetzung der Kapitulationsbedingungen zunächst Königsboten (missi) zu den nordalbingischen Sachsen in den dortigen Gauen Stormarn, Dithmarschen und Holstein. Die Sachsen nahmen zu Ostern 797 die königlichen Gesandten gefangen, von denen sie einige sofort niedermetzelten, andere für Lösegeld zurückbehielten. 
Karl näherte sich dann 798 Nordalbingien mit einem großen Heeresaufgebot von Süden. Der abodritische Fürst und Heerführer Drasco versammelte auf Veranlassung des fränkischen Militärberaters Eburis sein Heer im slawischen Ostholstein, um die Sachsen von Nordosten anzugreifen. 
Informationen darüber gibt es in den Reichsannalen und der Chronik von Moissac.
Die Annales regni Francorum („Annalen des Fränkischen Reiches“), auch Reichsannalen genannt, sind eine schriftliche Auflistung von Ereignissen im Fränkischen Reich des 8. und 9. Jahrhunderts. Die Bezeichnung geht auf Leopold von Ranke zurück; zuvor waren sie nach dem Fundort der ältesten Handschrift als Große Lorscher Annalen (Annales Laurissenses maiores) bekannt. Die Autoren der Reichsannalen sind nicht namentlich bekannt. In einigen Handschriften liegt eine stilistisch (bis 812), teils auch inhaltlich (bis 801) überarbeitete Fassung der Reichsannalen vor, die sogenannten Einhardsannalen. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass früher Einhard als Autor dieser Handschriften vermutet wurde, was in der modernen Forschung jedoch abgelehnt wird. Einhard hatte die überarbeiteten Reichsannalen aber für seine Vita Karoli Magni herangezogen.

Den Sachsen waren die Aufmarschbewegungen auf slawischer Seite nicht entgangen, und sie traten den Abodriten unmittelbar am Grenzsaum entgegen, der Ebene des Schwentinefeldes, einer unbesiedelten Sanderfläche in der Nähe von Bornhöved. Auf der Seite der Abodriten führte Drasco das Aufgebot in die Schlacht. Den rechten Flügel befehligte der Franke Eburis, möglicherweise mit fränkischen Hilfstruppen. Der Kampf wurde als offene Feldschlacht geführt. Über den Verlauf gibt es unterschiedliche Angaben. Nach der Darstellung in den fränkischen Annales regni Francorum fielen 4000 der angreifenden Sachsen, die angesichts der sich abzeichnenden Niederlage vom Schlachtfeld geflohen seien. Viele der Flüchtenden sollen anschließend ergriffen und hingerichtet worden sein. Demgegenüber überliefert die Chronik von Moissac einen Angriff der Abodriten und 2901 getötete Sachsen. Abodritische oder sächsische Schriftzeugnisse sind nicht vorhanden.

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Foto: Manuel Grywatz 2015


Da die Unruhen nicht aufhörten, zog Karl der Große 804 erneut mit einem Heer gegen die Wigmodier und die Nordalbingier und deportierte die Besiegten mit Frauen und Kindern ins Frankenreich. Sein Biograph Einhard spricht von 10.000 Familien.

Die drei Gaue der Nordalbingier überließ Karl der Große zunächst seinen Verbündeten, den Abodriten. Als diese sich gegen den Dänenkönig nicht behaupten konnten und tributpflichtig wurden, schickte Karl der Große 808 seinen Sohn Karl den Jüngeren mit einem großen Heer an die Elbe. Am 15. März 809 begannen sächsische Legaten und Grafen mit der Errichtung der Burg Esesfeld. Vermutlich durften jetzt die deportierten Nordalbingier in ihre Heimat zurückkehren.
Das Gebiet wurde gegen über den Slawen abgegrenzt durch den Eisenwald (Isarnho) und der Limes saxoniae wurde erreichtet. Diese Grenze wurde durch Grenzbefestigungen geschützt. Ein Teil der Trave und weiter nördlich ein Teil der Schwentine (Sventana) bildeten natürliche Hindernisse.

Die Schlacht war also ein erster Meilenstein für den Norden um das Herrschaftsgebiet von Karl dem Großen festzulegen.
Direkten Bezug auf dieses Stück regionaler Geschichte nimmt deshalb ein Event ein, das spektakulär diese Schlacht nachstellt, verbunden mit frühmittelalterlichem Handwerkermarkt und Heerlager.
Ein Ausflugstipp für die ganze Familie.
Aktuelle Infos immer hier…
Ort: ErlebnisWald Trappenkamp, Tannenhof 24635 Daldorf

 

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