Die Arbeit der Internationalen Fernmeldeunion ITU seit 1865

Die Internationale Fernmeldeunion (englisch International Telecommunication Union, ITU; spanische und französische Abkürzung UIT; deutsch auch Weltnachrichtenverein) hat ihren Sitz in Genf. Im Folgenden nennen wir sie ITU.
Die ITU geht auf den Welt-Telegraphenverein zurück, der durch den Welt-Telegraphenvertrag am 17. Mai 1865 in Paris gegründet wurde. In diesem Vertrag, den 20 europäische Länder, darunter 7 deutsche, unterzeichneten, wurden erstmals Richtlinien über den internationalen Betrieb von Telegrapheneinrichtungen festgelegt sowie Gebührenabsprachen getroffen.
Mit Einführung der Funktelegraphie zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren auch auf diesem Gebiet internationale Absprachen erforderlich, deren Koordination vom Weltfunkverein wahrgenommen wurde. Dieser Weltfunkverein schloss sich in Madrid im Jahre 1932 mit dem Welttelegraphenverein zur internationalen Fernmeldeunion zusammen.


Briefmarke 100 Jahre UIT

Die Union führt seitdem die Namensbezeichnung Union Internationale des Telecommunications (UIT) bzw. International Telecommunication Union (ITU).
Im Jahre 1947 wurde die ITU als UN-Sonderorganisation unter das Dach der Vereinten Nationen integriert. Derzeit gehören der internationalen Fernmeldeunion weltweit 191 Mitgliedsländer an. (Stand 2019)
Aufgaben der internationalen Fernmeldeunion:
Die Telekommunikation  als mittlerweile größter wirtschaftlicher Faktor verlangt eine vernünftige internationale Koordination und Verwaltung. Insbesondere einige der natürlichen Ressourcen (z.B.Funkfrequenzen, Orbitpositionen) sind nur in begrenztem Umfang vorhanden. Die Nutzung dieser Ressourcen muss aber allen Ländern, auch den technologisch weniger entwickelten, auf der Basis der Gleichberechtigung ermöglicht werden. So besteht die heutige Aufgabe der UIT darin, die Standardisierung in der Telekommunikation zu garantieren, um den internationalen Fernmeldeverkehr sicherzustellen und fortzuentwickeln, Frequenzen und Orbitpositionen zu koordinieren sowie den Ausbau von Fernmeldenetzen in weniger entwickelten Ländern zu fördern.
Vor diesem Hintergrund ist auch das bei der UIT vertraglich verankerte Universalitätsprinzip zu sehen, das mit seinen wichtigsten Merkmalen, der Freiwilligkeit, der Unabhängigkeit, der Gleichberechtigung und der gegenseitigen Unterstützung  der Mitglieder eine wesentliche Basis der UIT-Arbeit bildet, die durch keine hoheitlichen oder kommerziellen Interessen behindert wird.

Briefmarke 125 Jahre UIT

Organe der ITU

Der Aufbau der Internationalen Fernmeldeunion gliedert sich in ständige und nichtständige Organe.
Die ständigen Organe der ITU waren zunächst:
- Der Internationale Ausschuss für Frequenzregistrierung (International Frequency Registration board; IFRB) zur Registrierung und Verwaltung von Frequenzen sowie der Orbitpositionen für Satelliten,
- Die internationalen Beratenden Ausschüsse für den Telegrafen- und Telefondienst (Comitee Consultatif International Telegraphique et Telephomique; CCITT) sowie für das Funkwesen (Comitee Consultatif International des Radiocommunications; CCIRR) für die Erarbeitung von Standards und Empfehlungen in enger Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie,
- Das Büro zur Entwicklung des Fernmeldewesens (Telecommunications Development Bureau; TDB) für die Entwicklung von Fernmeldeeinrichtungen in Entwicklungsländern und Förderung des Technologietransfers,
- Das Generalsekretariat zur Repräsentation und für zentrale Querschnittsaufgaben

Die ITU teilt sich heute auf in 
ITU-D (Telecommunication Development Sector)
ITU-R (Radiocommunication Sector), früher Comité Consultatif International des Radiocommunications (CCIR) 
ITU-RRB (Radio Regulations Board), früher International Frequency Registration Board (IFRB)
ITU-T (Telecommunication Standardization Sector), gegründet am 1. März 1993, früher CCITT
Die ITU organisiert die Fachmessen ITU Telecom, mit Weltmessen seit 1971, seit 2003 alle drei Jahre und Regionalmessen in Asien, Afrika und Lateinamerika seit 1985. 
Die Weltmesse fand mit der Ausnahme von 2006 in Hongkong bisher immer in Genf statt (seit 1979 im Messekomplex Palexpo). 
Nach dem 1863 gegründeten Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, die zweitälteste internationale Organisation. 
Die Studiengruppen der ITU hingegen leisten die eigentliche Arbeit: Sie bearbeiten technische Fragestellungen, die sie in regelmäßigen Sitzungen diskutieren. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen (Recommendations) veröffentlicht und haben erst durch die Übernahme durch normative Organisationen wie der ISO, ANSI oder ETSI oder durch nationale Regulierungsbehörden wie der Bundesnetzagentur in Deutschland den Charakter von Normen.






 

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