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Arbeiter Samariter in heutiger Zeit


 

 

 

 

Vor 130 Jahren, im November 1888, entstand mit dem Lehrkursus über die "Erste Hilfe bei Unglücksfällen" in Berlin die Keimzelle des Arbeiter-Samariter-Bundes. Der Zimmermann Gustav Dietrich und einige seiner Kollegen organisierten diesen Kurs, um künftig bei Arbeitsunfällen besser Hilfe leisten zu können.
Die Vorgeschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes geht auf das Jahr 1884 zurück.  Am 28. November 1884 stüzte auf einer Großbaustelle in der Umgebung von Berlin eine 40 Meter lange Seitenwand ein und begrub einige Arbeiter unter sich. Gustav Dietrich, der auch als Beisitzer des Beerdigungsvereins der Zimmerleute in Berlin tätig war, wurde Zeuge des Unfalles. Die Vorsorge gegen Arbeitsunfälle war damals allgemein sehr schlecht. Weder gab es an den Maschinen genügend Schutzvorrichtungen, noch waren die Arbeiter in Erster Hilfe geschult. (Erste Berufsgenossenschaften bildeten sich ja erst 1885, nach Einführung des Unfallversicherungsgesetzes unter Kaiser Wilhelm und Bismarck) Da die Firmenbesitzer von sich aus nichts unternahmen, griffen Gustav Dietrich und seine Kollegen zur Selbsthilfe. Nach dem ersten erfolgreichen Erste-Hilfe-Kurs vom Winter 1888 gründeten sie einen Verein zur Durchführung weiterer Kurse für Arbeiter.
Ähnlich der Berliner Initiative entstanden in mehreren Städten Deutschlands sogenannte Arbeiter-Samariter-Kolonnen, die sich Erste-Hilfe-Ausbildung, Unfallvorsorge und Rettungsdienste zum Ziel setzten. In Hamburg war dies 1907 der Fall. 1909 schlossen sich die Kolonnen zu einem in ganz Deutschland umfassenden Bund zusammen.
Nach dem Ersten Weltkrieg, in den zwanziger Jahren, wuchs der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zu einer großen Organisation mit 50.000 Mitgliedern heran. Neben seinem traditionellen Betätigungsfeld, der Ersten Hilfe, machte er die Hauskrankenpflege, die Kindernothilfe und die Gesundheitsvorsorge für Arbeiter zu seinen Aufgaben. Die Aufhebung des Bundes durch die Nationalsozialisten im Mai 1933 brachte eine zwölfjährige Unterbrechung der Samariter-Arbeit.
Seit der Wiedergründung in den Nachkriegsjahren hat sich der Arbeiter-Samariterbund zu einer modernen Hilfsorganisation entwickelt. Die seit jeher durchgeführte Erste-Hilfe-Ausbildung hat durch den Straßenverkehr eine neue Bedeutung gewonnen, die mittlerweile vorgeschrieben ist, bevor man eine Fahrerlaubnis erhält. Darüber hinaus hilft der ASB Opfern von Naturkatastrophen, betreut Migranten, Flüchtlinge und bietet alten und behinderten Menschen eine breite Palette von Diensten an. Dafür hat der ASB Wohnheime und sogenannte Sozialstationen eingerichtet, wo hilfsbedürftige Menschen einzelne Dienste anfordern können. Angesichts der steigenden Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft werden diese Dienste immer wichtiger.  

Barbarossaprivileg

 

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