ab 1788 Rauhe Sitten in Hoisdorf für zu frühen Beyschlafes

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion



Lübeck: 1788 wird die „Litterarische Gesellschaft“ geboren. Die „Gemeinnützige“, wie die Gesellschaft heute durchweg abgekürzt genannt wird, wurde von dem Prediger an der Petrikirche und späteren Advokaten Ludwig Suhl mit seinen Freunden ins Leben gerufen.
Georg Wilhelm Pfingsten (* 5. März 1746 in Kiel; † 26. November 1827 in Schleswig) gründet 1791 in Lübeck nach seiner autodidaktisch entwickelten Methode eine Taubstummenschule. Er wird durch Unterstützung der Gemeinnützigen auch Küster und Organist an der Dorfkirche Hamberge.
14. Januar 1791: Wolfgang Amadeus Mozart komponiert auf den Text von Christian Adolph Overbeck (* 21. August 1755 in Lübeck; † 9. März 1821 ebenda) ein Lübecker Bürgermeister,  das Klavierlied Sehnsucht nach dem Frühlinge (Komm, lieber Mai, und mache).
Oldesloe: Christian Frederik Hansen baut das Herrenhaus Alt-Fresenburg 1791 fertig.


Claus Möller, der auch viel für das Stormarnsche Dorfmuseum geschrieben hat berichtet in einer Hoisdorfer Chronik über interessantes aus dem Jahr 1789:
Da gab es zum Beispiel die Sondersteuer. Im dänischen Gesamtstaat und dazu gehört Holstein, wird eine Sondersteuer erhoben, um die Kosten des Krieges gegen Schweden zu finanzieren. Diese Vermögenssteuer betrifft nur Vermögen im Wert von mehr als 100 Reichstalern. Hoisdorf zum Beispiel muss insgesamt 192 Reichstaler und 42 Schillinge aufbringen, Oetjendorf kommt mit 89 Reichstalern und 4 Schillingen davon. Der Bauernvogt Jochum Barthold Peemöller zahlt – bei einem Vermögen von rund 3400 Reichstalern – mit 17 Reichstalern den höchsten Betrag in Hoisdorf. Der Oetjendorfer Vogt Claus Friedrich Witten entrichtete mit 16 Reichstalern und 24 Schillingen fast ebensoviel. In Oetjendorf belegt der Halbhufner Jürgen Peemöller den Spitzenplatz. Bei einem Vermögenswert von rund 6000 Reichstalern zahlt er 29 Reichstaler und 8 Schillinge.

Wegen sittlicher Verfehlung werden am 25. August 1789 die (jungvermählten) Eheleute „… Jochim Hinrich Knaack und dessen Ehefrau Maria Elisabeth, geb. Burmeister, von Hoystorff, wegen zu frühen Beiychlafs, verurteilet, daß jeder von ihnen 3 Tage im Gefängnis bey Wasser und Brod sitzen solle.“  

Hamburg: Am 14. Dezember 1788 stirbt Carl Philipp Emanuel Bach (* 8. März 1714 in Weimar) in Hamburg. Sein Grabmal im Gruftgewölbe der St.-Michaelis-Kirche ist bis heute öffentlich zugänglich. Der Sohn des Johann Sebastian Bach gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. In Hamburg wurde Bach Nachfolger seines verstorbenen Paten Georg Philipp Telemann als städtischer Musikdirektor und Kantor am Johanneum. Der Besuch des Carl Philipp Emanuel Bach-Museum im Hamburger Komponistenquartier wird deshalb empfohlen. 
Er initiierte während des ersten Jahrestags des Sturms auf die Bastille am 14. Juli 1790  in Harvestehude vor den Toren Hamburgs ein Freiheitsfest, das große Beachtung fand: Georg Heinrich Sieveking (* 28. Januar 1751 in Hamburg; † 25. Januar 1799 ebenda). Die prominentesten unter den rund 80 Gästen waren Adolph Freiherr Knigge und Sievekings Jugendidol Friedrich Gottlieb Klopstock. Sieveking war ein Hamburger Kaufmann und Aufklärer. Gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Caspar Voght führte er eines der größten Handelshäuser mit einem starken Anteil an Geschäften mit französischen Geschäftsfreunden. Er machte schon 1791 zahlreiche Reformvorschläge, die aber erst 1797 veröffentlicht wurden. Sieveking wandte sich gegen übertriebenen Luxus bei Mahlzeiten, in der Kleidung und bei Begräbnissen. Er forderte die Gründung einer „Ersparniskasse“, die ärmere Menschen im Fall von Krankheit oder Arbeitslosigkeit helfen sollte. Seine vermögenden Mitbürger forderte er auf, ehrlich ihre Steuern und Abgaben zu zahlen. U.s.w. Die engen Beziehungen der Hamburger zu ihrem bisher mit Abstand wichtigsten Handelspartner Frankreich erregten zunehmend das Missfallen Österreichs und seines Verbündeten Preußen, bis hin zu Handelsbeschränkungen. Nur wenige Jahre vor seinem Tod gelang Sieveking 1796 in Verhandlungen in Paris die Aufhebung des 1793 gegen Hamburg verhängten Handelsembargos. Bestechungsgelder spielten eine große Rolle. Zu seinem Ableben schrieb Wilhelm von Humboldt über ihn: „Das Andenken des Verstorbenen wird gewiß bei allen seinen Freunden unvergeßlich bleiben, und gewiß ist nur wenigen das Glück zu teil geworden, so allgemein und so aufrichtig bedauert und vermißt zu werden."
1790 kehrte Johann August Arens (* 10. Februar 1757 in Hamburg; † 18. August 1806 in Pisa, Italien) nach Hamburg zurück und bekam das Hamburger Bürgerrecht. Arens gehörte neben Christian Frederik Hansen zu den wichtigsten klassizistischen Baumeistern Hamburgs. Nach ihm ist der Arensweg in Hamburg-Winterhude benannt. Goethe berief ihn nach Weimar zum Wiederaufbau des 1774 abgebrannten Weimarer Stadtschlosses. In Hamburg verwirklichte er in den folgenden Jahren zahlreiche öffentliche Bauten, insgesamt etwa 30 Stadt- und Landhäuser, Gartenanlagen und Denkmäler, darunter auch 1794–1797 das Landhaus des Barons Caspar Voght in Flottbek.

Deutsche Geschichte
30. Juli 1789: Preußen beschränkt die Selbstverwaltungsrechte der Mennoniten, der Täuferbewegung, die auf Menno Simons zurückgeht und löst eine Auswanderungswelle nach Russland aus.
6. August 1791: Preußens König Friedrich Wilhelm II. weiht in Berlin das noch nicht ganz fertiggestellte Brandenburger Tor ein. Es wird von ihm für den allgemeinen Verkehr freigegeben. 
Das Tor ist das bekannteste Berliner Wahrzeichen und ein deutsches Nationalsymbol, mit dem viele wichtige geschichtliche Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts verbunden sind. Seit 1990 wird es auch als Symbol der Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas angesehen.
Europäische Geschichte
Mit dem Sturm auf die Bastille in Paris beginnt am 14. Juli 1789 die Französische Revolution. Beim Ausbruch der Revolution trat der Deutsche Nikolaus von Luckner 1790 in die Dienste der Nationalversammlung und wurde zum Marschall von Frankreich ernannt. Er wohnte noch mit seiner Familie unter anderem auf Gut Blumendorf

27. Januar 1790: Heinrich Harries (* 9. September 1762 in Flensburg; † 28. September 1802 in Brügge) veröffentlicht im Flensburger Wochenblatt für Jedermann anlässlich des Geburtstags König Christians VII. von Dänemark die Urfassung des Liedes Heil dir im Siegerkranz unter dem Titel „Lied für den dänischen Untertan, an seines Königs Geburtstags zu singen in der Melodie des englischen Volksliedes God save the King“. Das Lied Heil dir im Siegerkranz war von 1795 bis 1871 die preußische Volkshymne. God Save the Queen („Gott schütze die Königin“) bzw. God Save the King („Gott schütze den König“) – je nachdem, ob es sich zum Zeitpunkt der Verwendung bei dem britischen Monarchen um eine Frau oder einen Mann handelt – ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Nationalhymne des heutigen Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland. Daneben ist sie eine der beiden Nationalhymnen von Neuseeland und die Königshymne aller Commonwealth Realms.


Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.