Die Vereinigten Staaten von Amerika entstehen - und was war ab 1764 in der Traveregion los ? 

Lasst uns deshalb diesmal mit der Weltgeschichte beginnen:

Der Schotte Alexander Gordon gründet 1769 im Londoner Stadtteil Southwark eine Destillerie, die später als Gordon’s Gin Bekanntheit erlangt. Mit 3,9 Millionen weltweit abgesetzten 9-Liter-Einheiten im Jahr 2012 war die Marke der einzige Gin unter den Top 25 Premium-Spirituosenmarken der westlichen Welt.
16. Dezember 1773: Als Indianer verkleidete Bostoner Bürger dringen in den Hafen ein und werfen Ladungen Tee der britischen East India Trading Company von drei dort vor Anker liegenden Schiffen ins Hafenbecken. Dieser Akt des Widerstandes gegen die britische Kolonialpolitik ist als „Boston Tea Party“ bekannt.
19. April 1775: Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg beginnt mit den Gefechten von Lexington und Concord. Die Belagerung von Boston beginnt. 15. Juni 1775: George Washington (* 22. Februar 1732 auf dem Gutshof Wakefield (auch „Pope’s Plantation“ genannt) im Westmoreland County, Kolonie Virginia; † 14. Dezember 1799 auf seinem Gut Mount Vernon, Virginia), ein Plantagenbesitzer aus Virginia, wird zum Oberbefehlshaber des Kontinentalheeres gewählt. 26. Juli: Benjamin Franklin wird vom amerikanischen Kontinentalkongress zum Generalpostmeister bestimmt und soll das Postwesen innerhalb der 13 englischen Kolonien organisieren.
4. Juli: 1776:  Mit der Verabschiedung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika entstehen die Vereinigten Staaten von Amerika. Der größtenteils von Thomas Jefferson verfasste Text stellt die Gründungsurkunde der Vereinigten Staaten dar. Im Namen der vormaligen Kolonien unterzeichneten 56 Delegierte die Urkunde, darunter waren Männer wie Thomas Jefferson und Benjamin Franklin.
George Washington wird 1789 der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
1774 wurde vom Rat in Lübeck beschlossen die Puppenbrücke mit acht Statuen – vier männliche und vier weibliche – und vier Vasen zu schmücken. Hiermit wurde der Ratsherr Johann Christoph Weigel beauftragt hierfür Vorschläge zu machen.

Das 18. Jahrhundert hat Reinfeld sehr stark geprägt. 1772 bekamen die Einwohner dieser Dörfer endlich ihre Freiheit und ihre Hufen zum Eigentum. Die großen Domänen und Vorwerke wurden vermessen und in 55 Parzellen aufgeteilt. Sie wurden größtenteils von Bauernsöhnen aus der Umgebung aufgekauft. Das alles geschah natürlich nicht ohne Hintergedanken:
Außer der Bevölkerung kam die Neuordnung auch der Staatskasse zugute. In dieser Zeit wurde auch der hohe Zaun des ehemaligen Thiergartens niedergerissen, der noch an die Herzogszeit erinnerte. Mit Nachdruck wurde die Danisierung der Bevölkerung vorangetrieben. Von 1807 an wurden alle Erlasse in Dänisch veröffentlicht, ab 1811 wurde die Kenntnis der dänischen Sprache Voraussetzung für die Zulassung zu Staats- und Kirchenämtern.
1775 Reinfeld: Als die Plöner Linie der Herzöge 1761 ausstarb, fiel das Herzogtum an König Friedrich V. von Dänemark. Das Reinfelder Schloss wurde 1775 abgerissen, die übrig gebliebenen Steine fanden Verwendung zum Bau eines Verwaltungsgebäudes, welches als Forstamt verwendet wurde. In den Jahren 1762 bis 1867 stand Reinfeld unter dänischer Herrschaft. Der 1839 errichtete Bau der Alten Schule auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses stammt noch aus dieser Zeit.
1770 träumt man von einer Kanalverbindung ähnlich dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen der Ostsee und Hamburg. Ein ehrgeiziges Projekt, was auch sehr viel kostete und dennoch misslang. Die ganze Geschichte erzählen wir hier …

27. August 1773: Im Vertrag von Zarskoje Selo wird das größte Tauschgeschäft des 18. Jahrhunderts geregelt. Dänemark erhält Holstein, der Lübecker Fürstbischof Friedrich August I. im Gegenzug das kurz darauf geschaffene Herzogtum Oldenburg. So werden neben Wandsbek auch die altstormarnischen Ämter Trittau (nicht identisch mit dem heutigen Amt Trittau!), Reinbek und Tremsbüttel dänisch.
Trittau: Das Reiten auf dem Schandesel, die Strafe, öffentlich auf einem scharfkantigen Balken sitzen zu müssen, ist eine schmerzhafte und blamable Angelegenheit. In Trittau ist die letzte Verurteilung zum „Eselreiten“ für das Jahr 1774 nachgewiesen. Im Herzogtum Schleswig wird die Bestrafung mit dem „Schandesel“ 1788 abgeschafft.

Stockelsdorf
Auf dem Gutsgelände des Herrenhauses Stockelsdorf wurde vom Gutsbesitzer Georg Nicolaus Lübbers im Jahr 1772 eine Fayencen-Manufaktur gegründet. Direktor wurde der sehr erfahrene Johann Georg Buchwald, der bereits vorher in Eckernförde (1765) und Kiel (1768) ähnliche Fabriken geleitet hatte. Die qualitätsvollen Arbeiten der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur sind teilweise heute noch erhalten und im St.-Annen-Kloster wie im Behnhaus in Lübeck ausgestellt, unter anderem ein Ofen. Wegen des großen Widerstandes der Lübecker Töpfer und der einsetzenden Einfuhr von billigem englischen Steingutes musste die Manufaktur bereits 1786 wieder geschlossen werden. Direktor Buchwald wurde kurz darauf in Bad Schwartau ansässig und begann eine Produktion von Tonwaren auf eigene Kosten, die jedoch nicht sehr erfolgreich war.
Kücknitz:
1765 wurde ein Haus für den Förster im Forst Waldhusen gebaut. Dieses gilt als ältester Wohn- und Dienstsitz eines Försters in Deutschland.


Hamburg: 1767 begann die Freundschaft von Eva König (* 22. März 1736 in Heidelberg; † 10. Januar 1778 in Wolfenbüttel), geboren als Eva Catharina Hahn mit Gotthold Ephraim Lessing, der auch Pate ihres Sohnes Fritz wurde. Nach dem Tod von Engelbert König 1768 kümmerte sich Lessing um die Witwe. Die Freundschaft mündete 1771 in eine Verlobung. Erst 1776 konnten sie in Jork (bei Hamburg) heiraten. Eva Lessing zog mit ihrem Ehemann nach Wolfenbüttel, wo sie 1778 nach der Geburt des Sohnes Traugott am Kindbettfieber starb.
Nach Einsturz 1731 wurde eine neue Steinbrücke, die Trostbrücke 1765 fertiggestellt. 
1765 wurde das Deutsche Schauspielhaus, mit 1.300 Sitzplätzen das größte Sprechtheater Europas, eröffnet.
Auch beim Theater am Gänsemarkt, der Oper gab es eine bedeutende Veränderung. Die seit 1738 leer stehende und baufällig gewordene Oper am Gänsemarkt in Hamburg wird abgerissen.
1765 probierte man hier einen Neuanfang nach dem Vorbild des dänischen Nationaltheaters. 
Dieses Hamburger Theater nannte sich „Hamburgische Entreprise“, was nichts mit dem Raumschiff Enterprise zu tun hatte. Die Trägerschaft war privat, daher der Name Entreprise (frz.: „Unternehmen“). Es wurde von Johann Friedrich Löwen gegründet, der auch sein Theaterdirektor war. Das Theater wurde also von wohlhabenden Bürgern, nicht vom Adel geleitet.
Am 11. April 1765 fand die Gründungsversammlung der Hamburgischen Gesellschaft zur Förderung der Künste und nützlichen Gewerbe (Patriotische Gesellschaft) statt. Zu den ersten Mitgliedern gehören der Architekt Ernst Georg Sonnin, der spätere Leiter der Handelsakademie Johann Georg Büsch sowie der Arzt und Autor Johann Albert Heinrich Reimarus. 1768 gründete sich die Handelsakademie; ihre Leitung übernahm ab 1771 Johann Georg Büsch. 
Am 2. April 1768 wurde Carl Philip Emanuel Bach Nachfolger von Georg Philipp Telemann  als städtischer Musikdirektor und Kantor am Johanneum in Hamburg, wurde jedoch erst am 19. April offiziell in sein Amt eingeführt.

27. Mai 1768: Der Gottorper Vertrag kommt zustande. Russland hatte vermittelt. Damit endet die offiziell über 300-jährige Zugehörigkeit Hamburgs zum dänisch regierten Herzogtum Holstein. Dänemark erkennt die Unabhängigkeit und Reichsunmittelbarkeit der Hansestadt an.  Durch den Vertrag kam es auch zu einem umfangreichen Gebietsaustausch. Hamburg erlässt dafür dem dänischen Königshaus und dem Herzogtum Holstein-Gottorp Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 1,3 Mio. Reichstalern. Neben dem russischen Staatsminister Caspar von Saldern war auch Heinrich Carl Graf von Schimmelmann als Mittler zwischen den Parteien beteiligt. Christian VII. von Dänemark ratifiziert den Vertrag am 3. Juli 1768, die Hamburgische Bürgerschaft am 14. Juli 1768, Zarin Katharina II. am 4. Oktober und Kaiser Joseph II. bestätigt den Gottorper Vergleich am 30. Mai 1769.
Der seit 1745 erscheinende Wandsbecker Mercurius wird vom Hamburger Senat 1770 verboten. Heinrich Carl von Schimmelmann gründet daraufhin den ab 1771 erscheinenden Wandsbecker Bothen. Einziger Redakteur ist Matthias Claudius.


Am 29. November 1777 stirbt Hinrich Borkenstein (* 21. Oktober 1705 in Hamburg) ein Lustspieldichter. Er erwarb einigen Ruhm mit seinem Theaterstück De Bookesbeutel (der Buchbeutel, in dem die Hamburgerinnen beim Kirchgang Bibel und/oder Gesangbuch trugen), einer Satire auf Hamburger Untugenden wie Geiz und derbe Sinnlichkeit. Hinrich Borkenstein wurde in der Krypta der Hauptkirche Sankt Michaelis bestattet. 

Deutsche Geschichte
1772 wird Friedrich der Große König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg
Die Begeisterung für den Messias von Georg Friedrich Händel erreichte Deutschland. 1772 wurde dieser erstmals von Michael Arne bei einem Gastspiel in Hamburg dirigiert, drei Jahre später dann von Carl Philipp Emanuel Bach, dem zweitältesten Sohn von Johann Sebastian Bach. 
4. April 1775: In Kempten steht Anna Maria Schwegelin als Angeklagte im letzten Hexenprozess auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands vor Gericht und erhält ein Todesurteil, das jedoch wegen eines Aufschubs durch Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein unter dem Einfluss seines Beichtvaters Anton Kramer am 11. April nicht vollstreckt wird. Anna Maria Schwegelin bleibt bis zu ihrem Tod 1781 im Gefängnis. Sie ist das letzte Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden.
Er spielte eine wesentliche Rolle beim Fragmentenstreit um 1778. Die wesentlichen Stichworte dazu sind Lessing, Nathan der Weise und eine spezielle Übersetzung des Neuen Testamentes. Johann Melchior Goeze (bekannt als Zionswächter; * 16. Oktober 1717 in Halberstadt; † 19. Mai 1786 in Hamburg) war der Gegenspieler von Lessing und wurde 1755 zum Hauptpastor an der Katharinenkirche Hamburg berufen.


Europäische Geschichte
Die französische Cognac-Brennerei Hennessy wird 1765 gegründet.
6. August 1765: Die von der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia zur Hochzeit ihres Sohnes Leopold mit Infantin Maria Ludovica von Spanien in Auftrag gegebene Oper Romolo ed Ersilia vom Bergedorfer Johann Adolph Hasse auf ein Libretto von Pietro Metastasio hat ihre Uraufführung am Hoftheater in Innsbruck. 
Lübeck wird Ausgangshafen für 40.000 Kolonisten im Jahr 1766. Die Migranten wollen in Russland siedeln.
5. Dezember 1766: Das durch James Christie kurz zuvor in London gegründete Auktionshaus Christie’s führt seine erste Versteigerung durch.


 

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