1755 bis 1763 im Zeichen des Siebenjährigen Krieges

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion



Schlutup: Bis 1763 gab es noch engere Einschränkungen für das Fischen in der Trave und vor der Travemündung.
Stockelsdorf:
Der Verkauf des Gutes Stockelsdorf von Gutsherr Kanzleirat Klippe an den Etatsrat von Lübbers 1761 hat für Stockelsdorf eine große Bedeutung bekommen. Unter der Führung der Familie von Lübbers begann für das Dorf ein gewaltiger Aufschwung
Als Nikolaus von Lübbers 1761 nach Stockelsdorf kam, ließ er das alte Herrenhaus wegen Baufälligkeit niederreißen und das heute noch vorhandene neue Herrenhaus aufbauen. Er ließ auch den Park anlegen, der noch heute, wenn auch umgestaltet, erhalten blieb. 
Nikolaus von Lübbers war auch Begründer der berühmten Stockelsdorfer Fayence-Fabrik (1771-1788). Seine Fayencen machten den Namen Stockelsdorf in ganz Europa bekannt. Noch heute sind sie bei Liebhabern und Kunsthistorikern berühmt und begehrt. Ferner entstanden unter seiner Leitung eine Papier-, Tapeten- und Spielkartenfabrik, eine Essigfabrik und eine Brauerei. Auch siedelte er viele Handwerker in Stockelsdorf an. Seine Bauern befreite er von der Hörigkeit und machte sie zu Erbpächtern. 1763 hatte dann der "Lübecker Ofenstreit" für Aufregung gesorgt. Zwei Gesellen hatten einen Ofen in der Wohnung eines Bürgers zerschlagen, weil er nicht vom Amt, sondern von dem Stockelsdorfer Peter Graff gesetzt worden war.

Reinfeld
Nachdem im Jahre 1761 der letzte Plöner Herzog Friedrich Carl verstarb, ohne einen männlichen Nachkommen zu hinterlassen, gingen die plönischen Lande durch einen Erbvertrag an das dänische Königreich. Ein Jahr später starb auch die Reinfelder Herzogin Dorothea Christina. Das Schloss wurde nun nur noch vorn Amtsverwalter bewohnt und 1773 auf Abbruch an einen Ahrensburger Zimmermeister verkauft. Damit war auch dieses Kapitel der Reinfelder Geschichte abgeschlossen. 
1762 fallen die Ämter Reinfeld und Rethwisch an Dänemark.
Und Matthias Claudius beginnt 1763 mit dem Schreiben.
Meddewade: Nach dem Tod des Herzogs Friedrich Carl, der keine männlichen Erben hinterließ, übernahm 1761 der dänische König Friedrich der Gute das Herzogtum und damit auch das Dorf.
Bad Oldesloe: 1761 gelangte das Gut Blumendorf an die Familie von Luckner. Nikolaus Graf von Luckner trat gegen ein Jahresgehalt von 30.000 Livres 1763 als Lieutenant général in französische Dienste.  1792 übergab man ihm den Oberbefehl über die Rheinarmee. In dieser Eigenschaft wurde ihm zu Ehren am 26. April 1792 das später als französische Nationalhymne Marseillaise bekannt gewordene Kriegslied der Rheinarmee von Rouget de Lisle komponiert.
Hoisdorf: 1756 errichtet der Hugenotte Duvier hier das Bauernhaus "Am Thie" mit der Dorfschmiede. Seit 1978 wird das Ensemble als Stormarnsches Dorfmuseum betrieben.

Dassow: Am 2. Juli 1758 stirbt in Kopenhagen Graf Christian August von Berkentin. Berkentin entstammte der mecklenburgischen landadeligen Familie Berkentin/Parkentin, die seit dem Mittelalter im Klützer Winkel ansässig war. Die Güter rund um Dassow verkaufte er zu Lebzeiten (1746) an Friedrich von Eyben und beendete damit 400 Jahre Familiengeschichte in Mecklenburg. 18 Jahre lang diente Berkentin als dänischer Gesandter am Kaiserhof in Wien. 1740 kehrte er nach Kopenhagen zurück und wurde Geheimrat König Christians VI. Er kümmerte sich um Handel und Finanzen und wurde mit der Aufsicht über die Erziehung des Kronprinzen, des späteren Königs Christian VII., betraut. Nach seinem Tode wurde Berkentin in der von seinem Vater erworbenen Grabkapelle im Lübecker Dom unter dem Nordturm beigesetzt.
In Bad Oldesloe wird die Peter-und-Paul-Kirche gebaut. Sie kostete damals 8.000 Reichstaler.

Geschichte Ahrensburg:
Das Gut der Rantzaus war Mitte des 18. Jahrhunderts stark verschuldet und wurde 1759 von dem Kaufmann Heinrich Carl von Schimmelmann erworben, der Schloss und Bauerndorf stark im Stil des Barock umgestaltete und auf dessen Pläne die heutige Anlage der Stadt zurückgeht.
Wandsbek:  Eben dieser deutsch-dänische Kaufmann, Sklavenhändler und -halter Heinrich Carl von Schimmelmann erwarb das bäuerliche Gutsdorf 1762. Schimmelmann konnte rasch geschickt ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Dadurch erlebte auch Wandsbek einen heftigen wirtschaftlichen Aufschwung: Es entwickelte sich, wirtschaftlich günstig gelegen im späteren Speckgürtel von Hamburg rasch vom Bauerndorf zum Fabrikort. Mühlen, Brauereien, Handwerks- und Gewerbebetriebe bildeten dabei das Rückgrat. Bis zu 1.500 Arbeiter waren in fünf Kattunbleichen beschäftigt, denn bedruckte Baumwollstoffe waren begehrte Ware und wichtiges Handelsgut. 1762 begann Schimmelmann mit dem Bau  eines repräsentatives, dreiflügeliges Herrenhaus an der heutigen Schloss-Straße. Es wurde später als Wandsbeker Schloss bezeichnet. Ab 1773 gehörte Wandsbek zum dänischen Gesamtstaat. Nach dem Tod des mittlerweile (1779) zum Grafen erhobenen Schimmelmann verkauften seine Nachfahren den nördlichen Teil 1807 an den dänischen König und behielten den südlichen Teil in ihrem privaten Besitz.
Hamburg: 19. Oktober 1762: Der zweite, barocke Bau der 1750 abgebrannten Kirche Sankt Michaelis, eine der fünf Hamburger Hauptkirchen, nach einem Entwurf von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin, wird geweiht. Die Einweihung der St. Michaeliskirche erfolgt mit dem Oratorium zur Einweyhung der neuen St.-Michaelis-Kirche von Georg Philipp Telemann.

Deutsche Geschichte
Der König in Preußen, Friedrich II., ordnet am 24. März 1756 mit dem Kartoffelbefehl den Kartoffelanbau in Schlesien an. Für Pommern wurde der Anbau von Kartoffeln bereits einige Jahre zuvor angeordnet.
18. Oktober 1758: Der erste Hochofen der St.-Antony-Hütte in Klosterhardt, aus der sich langfristig das Unternehmen MAN entwickeln wird, wird angeblasen.

Europäische Geschichte
Das Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 zerstörte zusammen mit einem Großbrand und einem Tsunami die portugiesische Hauptstadt Lissabon fast vollständig. Mit 30.000 bis 100.000 Todesopfern ist dieses Erdbeben eine der verheerendsten Naturkatastrophen der europäischen Geschichte. Es erreichte eine geschätzte Magnitude (Stärke) von etwa 8,5 bis 9 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Das Epizentrum wird im Atlantik etwa 200 Kilometer südwestlich des Cabo de São Vicente vermutet.
1759 entwickelt John Harrison  (* 24. März jul./ 3. April 1693 greg. in Foulby bei Wakefield, Yorkshire; † 24. März 1776 in London) einen Chronometer, der endlich hilft das Längenproblem in der Schifffahrt zu lösen. Erst als James Cook 1775 nach der Heimkehr von seiner zweiten Weltreise die Brauchbarkeit des time keepers begeistert lobte, den Larcum Kendall in Harrisons Auftrag als exakte Kopie der Uhr von 1759 gebaut hatte, galt auch den meisten Astronomen das Längenproblem als gelöst. 
Kunden des von Edward Lloyd gegründeten Kaffeehauses in der Londoner Lombard Street gründen 1760 die Register Society und geben das erste Register of Shipping heraus, um Kaufleuten und Versicherern eine Vorstellung vom Zustand der Schiffe zu geben, die sie chartern oder versichern.
Ab dem 9. Juli 1762 war sie Kaiserin von Russland: Katharina II., genannt Katharina die Große (* 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin; † 6. November jul./ 17. November 1796 greg. in Sankt Petersburg)
Katharina war eine Verwandte des neuen schwedischen Herrscherhauses Holstein-Gottorf. Katharina II. pflegte eine rege Korrespondenz mit Voltaire, den sie  als Vordenker der Aufklärung sehr schätzte. Sie  kaufte nach seinem Tod seine Bibliothek auf, die sich heute in der Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet. Ihren Peter lernte sie 1739 also im ersten Jahr als Herzog – sie war seine Cousine zweiten Grades (also Großnichte seines väterlichen Großvaters) –im Eutiner Schloss kennen.

1745 wurde Peter, inzwischen volljährig, mit ihr, der Tochter des Fürsten Christian August von Anhalt zu Zerbst und Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf-Eutin vermählt, die aus diesem Anlass ebenfalls zum russisch-orthodoxen Glauben konvertierte. Die Ehe war aber keine Liebesheirat.
Im Jahre 1762 war dieser  Herzog von Holstein-Gottorf Peter III. Fjodorowitsch (eigentlich Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf; * 21. Februar 1728 in Kiel; † 6. Juli jul./ 17. Juli 1762 greg. in Ropscha bei Sankt Petersburg) sechs Monate lang Kaiser von Russland (25. Dezember 1761jul./ 5. Januar 1762greg.–28. Junijul./ 9. Juli 1762greg.). Die ersten Staatshandlungen Peters III. waren ein Sonderfrieden mit Preußen, der das Ende des Siebenjährigen Krieges bedeutete. Er zog sich dadurch aber die Feindschaft der konservativen Kräfte des Landes zu. Katharina und ihre Vertrauten planten daraufhin einen riskanten Staatsstreich.
Peter III. wurde gefangengenommen und kam am 17. Juli 1762 unter ungeklärten Umständen ums Leben. Nachdem sich die Lage im Lande nach Peters Tod wieder beruhigt hatte, wurde Katharina II. am 22. September jul./ 3. Oktober 1762 greg.  in der Himmelfahrtskathedrale des Moskauer Kremls zur Zarin von Russland gekrönt, worauf sie das Land 34 Jahre lang regierte. Da Katharina II. nicht wieder in den Siebenjährigen Krieg eintrat, sondern sich an den von Peter III. mit Preußen geschlossenen Friedensvertrag hielt, verlieh ihr der preußische König Friedrich II. am 22. November 1762 den Orden vom Schwarzen Adler.
Im Toleranzedikt vom 17. Juni 1773 versprach sie die Duldung aller religiösen Bekenntnisse. Davon ausgenommen war allerdings die große Zahl von Juden, die seit der Ersten Teilung Polens ihre Untertanen waren.
So hatte die Kaiserin auch mit massiven sozialen Unruhen zu tun, allen voran dem Pugatschow-Aufstand (1773–1775).
Katharina die Große starb am 17. November 1796 in Sankt Petersburg, offiziell werden die Folgen eines Schlaganfalls als Todesursache angegeben. Sie wurde 67 Jahre alt. Sie ist die einzige Herrscherin, der in der Geschichtsschreibung der Beiname die Große verliehen wurde.


Siebenjähriger Krieg
Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) kämpften mit Preußen und Großbritannien/Kurhannover auf der einen und der kaiserlichen österreichischen Habsburgermonarchie, Frankreich und Russland sowie dem Heiligen Römischen Reich auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte jener Zeit. Auch mittlere und kleine Staaten waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.
Das Rezept für den norddeutschen Akquavit stammt aus dem Gasthaus Bommerlund Kro bei Gejlå zwischen Flensburg und Kliplev. An den Bommerlund Kro, an der dänischen Heerstrasse gelegen, erinnert heute ein Gedenkstein nahe der Brücke über das Flüsschen Gejlå. Ein verwundeter französischer Soldat soll hier während des siebenjährigen Krieges gepflegt worden sein. Da er nicht bezahlen konnte verriet er den Wirtsleuten das Rezept für diesen Kümmelbranntwein.
Aber alles am besten der Reihe nach.
Der Friede von Aachen 1748, der den österreichischen Erbfolgekrieg eigentlich beenden sollte bringt keine Entspannung. Der Anstoß zur Entscheidung der weltpolitischen Konflikte geht von den Kolonialmächten und Österreich aus.
Aus globaler Sicht ging es um das geo- und machtpolitische Gleichgewicht in Europa und um die ihm zugeordneten Kolonien; um die Einflussnahme auf die transatlantischen Seewege; um die Vorherrschaft über die außereuropäischen Stützpunkte etwa in Afrika oder Indien sowie um Handelsvorteile.
Großbritannien war seit dem Krieg verstärkt in die europäische Kontinentalpolitik involviert. In Nordamerika wurden die neu erworbenen Gebiete zwischen Allegheny Mountains und Ohio beziehungsweise Mississippi zum Schutz der dort lebenden und im Krieg mit Großbritannien verbündeten nordamerikanischen Indianergesellschaften nicht zur Besiedlung freigegeben. Das und die neuen Steuern, durch welche die Siedler in den Kolonien an den Kosten des Krieges beteiligt werden sollten, führte zu Konflikten mit der Kolonialmacht, die schließlich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gipfelten.

Die wachsende Einwanderung in Nordamerika verstärkt den Druck der 400.000 Siedler auf dünn besiedelte, aber durch Forts gut gesicherte französische Kolonialgebiete. Ständige Grenzkämpfe verschärfen sich 1754 zu kriegerischen Zusammenstößen im Ohiotal.  Das Gefecht von Jumonville Glen ereignete sich am Morgen des 28. Mai 1754 etwa 50 km südlich des heutigen Pittsburgh zwischen einem französischen Trupp und Milizen der britischen Kolonie Virginia und deren indianischen Hilfstruppen. Die britischen Milizen wurden von dem jungen Offizier George Washington geführt, später erster Präsident der Vereinigten Staaten; Kommandeur der französischen Einheit war offenbar Joseph de Jumonville, nach dem der Ort der Schlacht benannt ist. 
Im März 1755 läuft auch eine französische Flotte in Richtung Nord-Amerika aus. Im Sommer des Jahres kommt es zu weiteren Kämpfen zu Lande und zur See, wobei im Juli 1755 ein Massaker profranzösischer Indianer an britischen Truppen in der Schlacht am Monongahela den Kolonialkrieg zwischen den Großmächten Frankreich und Großbritannien weiter eskaliert. Im August beginnt man in Großbritannien mit der Beschlagnahmung französischer Handelsschiffe.
Nun übernimmt William Pitt, 1. Earl of Chatham (* 15. oder 16. November 1708 in London; † 11. Mai 1778 in Hayes, Kent), das ist der Ältere, die politische Leitung , man nennt ihn später auch nach Cromwell und Wilhelm II. den Dritten Baumeister des britischen Weltreiches. Er verstärkt die Flotte und die Truppen in Übersee. 
Außerdem schließt Grossbritannien am 30. September 1755 mit Zarin Elisabeth von Russland den Vertrag von Sankt Petersburg, in dem sich Russland verpflichtet, vier Jahre lang 50.000 Mann entlang der Grenzen zu Ostpreußen zu positionieren. Dafür soll das Zarenreich eine jährliche Zahlung von 100.000 Pfund Sterling erhalten, sowie weitere 400.000 Pfund, falls das russische Kontingent aufgestockt würde. Militärisch eingreifen dürften die russischen Truppen laut Vertrag aber erst nach dem Ausbruch von Kampfhandlungen auf deutschem Boden. Mit diesem Schachzug soll Preußen von einem Angriff auf Hannover abgehalten werden.
1758 kommt es zu einem weiteren Vorstoß im Ohiotal, Fort Louisburg und Fort Duquesne  (Pittsburg) werden erobert.
1759 kommt es zu einem Vorstoß zum Lorenzstrom. Quebec, das Herz der feindlichen Macht, wird genommen. General Wolfe besiegt Montcalm, beide sind trotzdem gefallen. Mit der Einnahme von Montreal 1760 gelingt der Durchbruch zu den Großen Seen.
Bevor ich zum hiesigen Gebiet komme kurz noch etwas zum Rest der Welt. Westindien: Im Februar 1759 dringen auf Guadeloupe britische Einheiten ein und nehmen die Insel vom 23. April 1759 bis 10. Februar 1763 in Besitz. Martinique folgt 1762 und nach dem Kriegseintritt Spaniens 1761 auch Kuba (und die Philippinen).
Westafrika und Atlantikküste: Bis 1760 werden alle französischen Stützpunkte in Senegambia, im Gebiet der heutigen Staaten Senegal und Gambia besetzt. Es gibt Seesiege (Lagos, Quiberon) und Überfälle auf französische Häfen ("breaking windows with guinea")

In Indien gibt es zunächst französische Anfangserfolge. Mit Kalkutta geht aber fast ganz Südindien außer Madras verloren.
Im Jahr 2001 wurde der englische Name der Stadt offiziell in Kolkata geändert und entspricht damit dem bengalischen Namen. Wie die in den 1990er Jahren erfolgten Umbenennungen von Bombay in Mumbai und Madras in Chennai reflektiert die Namensänderung Kalkuttas antikoloniale und regionalistische Stimmungen in der indischen Politik. Die neue Namensform Kolkata wurde in den amtlichen Sprachgebrauch in Österreich und der Schweiz übernommen. Teilweise hat sie sich auch in Deutschland eingebürgert.
Robert Clive, 1. Baron Clive (* 29. September 1725 in Styche, Shropshire; † 22. November 1774 in London), damals Angestellter der Ost-Indien Kompanie, baut aber den britischen Widerstand auf und nutzt die Rivalität indischer Fürsten aus und gewinnt diesen bedeutenden Hafen zurück. Sein durch Verrat gegen 20fache Übermacht bei 10 (!) eigenen Verlusten 1757 errungener Sieg von Plassey begründet die britische Herrschaft in Indien. Die französischen Indienpläne brechen daraufhin zusammen.
Auf der Iberischen Halbinsel scheiterte eine spanische Invasion Portugals (Guerra Fantástica). Im Mai waren Spanier von Galicien aus in Nordportugal eingefallen und hatten Braganca besetzt, von Zamora aus vorstoßende Truppen eroberten im August die portugiesische Grenzstadt Almeida. Im Gegenzug besetzten die durch ein britisches Kontingent unter Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe verstärkten Portugiesen die spanische Grenzstadt Valencia de Alcantara. In Übersee fielen nach der Belagerung von Havanna und der Einnahme von Manila zwei strategische spanische Schlüsselstellungen an die Briten. Nach weiteren kleineren, zumeist erfolglosen Angriffen beider Seiten wurde Ende November 1762 ein Waffenstillstand zwischen Spaniern, Portugiesen und Briten vereinbart.
1763 kommt es dann zum Frieden von Paris: Großbritannien gewinnt Kanada, Louisiana, Kap Breton (gehört heute zur kanadischen Provinz Nova Scotia) und Senegambia von Frankreich. Florida bekommt Großbritannien von Spanien. Durch diesen glänzendsten britischen Sieg der Neuzeit wird Nordamerika angelsächsisch.

Aber nun zu Deutschland:
Wenzel Anton Graf Kaunitz-Rietberg, ab 1764 Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg (* 2. Februar 1711 in Wien; † 27. Juni 1794 in Mariahilf, damals noch Vorstadt von Wien) ist seit 1753 österreichischer Staatskanzler. Er gewinnt Maria Theresia von Österreich (* 13. Mai 1717 in Wien; † 29. November 1780 ebenda) für einen politischen Ausgleich mit Frankreich (Marquise Pompadour) zur Bildung einer Koalition gegen Preußen. Friedrich II. fühlt sich isoliert, deshalb kommt es im Januar 1756 zur britisch-preußischen Konvention von Westminster zum Schutz Hannovers. Der Defensivvertrag leitet den von Kaunitz betriebenen "Umsturz aller Bündnisse" ein. 
Die Preußen hatten ja unter Friedrich II., später nannte man ihn Friedrich der Große die österreichische Provinz Schlesien erobert und versuchen nun sie mittels eines Bündnissystems gegen eine mögliche Rückeroberung zu behaupten. Österreich unter Maria Theresia verfolgt jedoch das Ziel der Rückeroberung Schlesiens.
Im Mai 1756 kommt es zum Vertrag von Versailles. Dem französisch-österreichischem Offensivbündnis treten bei: Zarin Elisabeth (meist aus persönlichen Gründen), Sachsen, Schweden und das Reich (ohne Hannover, Hessen-Kassel, Braunschweig). Der gemeinsamen Aktion für 1757 kommt Friedrich II. nach Kenntnis der Angriffspläne zuvor.
Russland war unter der Herrschaft der Zarin Elisabeth (Jelisaweta Petrowna Romanowa (russisch Елизавета Петровна Романова, wiss. Transliteration: Elizaveta Petrovna Romanova; * 18. Dezember jul./ 29. Dezember 1709 greg. in Kolomenskoje bei Moskau; † 25. Dezember 1761 jul./ 5. Januar 1762 greg. in Sankt Petersburg)) an einer Expansion nach Westen interessiert, wobei ihr Augenmerk auf Semgallen und das Herzogtum Kurland gerichtet war. Beide standen allerdings unter polnischer Oberhoheit. Elisabeth wollte Polen dafür mit Ostpreußen entschädigen. So kam ihr der Krieg gegen Preußen, für den Österreich Verbündete suchte, gerade recht.
Friedrich II., der Alte Fritz" fällt am 29. August 1756 in Sachsen ein. 70.000 preußische Soldaten marschieren ein und besetzen am 10. September Dresden. So etwas nennt man einen Präventivkrieg. Nach der Kapitulation von Pirna wird dies nun preußische Operationsbasis.
Schweden bemüht sich bis Kriegsende erfolglos um die Wiedereroberung Stettins. Die Kampfhandlungen auf dem Kriegsschauplatz in Schwedisch-Pommern, Preußisch-Pommern, dem nördlichen Brandenburg und dem östlichen Mecklenburg, bei denen es nie zu einer Schlacht kam, bezeichnen die Schweden als Pommerska kriget (Pommerscher Krieg). 

Am 12. September 1757 greifen die Schweden von Stralsund aus Preußen an. Sie eroberten die schwach verteidigten Orte Pasewalk, Ueckermünde und Swinemünde. Daraufhin beordert Friedrich II. das Korps des Generalfeldmarschalls Lehwaldt aus Ostpreußen heran (die Russen hatten sich bereits zurückgezogen), um gegen die Schweden zu operieren. Lehwaldt erobert bis zum Jahresende Wollin, Anklam und Demmin, während sich die Schweden zurückzogen und nur Stralsund besetzt hielten.
Weiterer Kriegsverlauf hier:
Preußen ringt um seine Existenz gegen 20fache Übermacht (der Einwohnerzahl nach) mit wechselndem Waffenglück in "klassischen Schlachten" der Kriegsgeschichte. Friedrich II. sucht den Vorteil der "inneren Linie" durch offensiv geführte Vernichtungsschläge zu nutzen, kann aber eine Vereinigung der Koalitionspartner nicht verhindern.
Friedrich II. hat aber wechselndes Kriegsglück. Siege gibt es bei Prag, genauer bei Roßbach in der Nähe von Reichardtswerben im Kurfürstentum Sachsen (heute Sachsen-Anhalt), bei Zorndorf und Leuthen. Niederlagen aber auch bei Groß-Jägersdorf, 23 Kilometer westlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) in Russland, sowie Kolin (Stiftung des Maria-Theresia-Ordens) und Hochkirch am Ostrand des sächsischen Landkreises Bautzen in der Oberlausitz. Ostpreußen wurde deshalb durch die Russen besetzt.
Das Land war zerrissen. Georg II. August (englisch George Augustus; * 30. Oktoberjul./ 9. November 1683greg. in Herrenhausen, Hannover; † 25. Oktober 1760 in London) war von 1727 bis zu seinem Tod König von Großbritannien. Er war aber auch in Personalunion Kurfürst von Hannover. Deshalb musste er zugleich versuchen, diese Herrschaft gegen einen möglichen französischen Angriff zu sichern.
Frankreich unter Ludwig XV. sah seinerseits in Großbritannien seinen Hauptgegner, wünschte jedoch einen Krieg noch hinauszuzögern, um sich besser vorbereiten zu können.
Preußen bekommt britische Unterstützung um die sich der britische Premierminister William Pitt, 1. Earl of Chatham (* 15. oder 16. November 1708 in London; † 11. Mai 1778 in Hayes, Kent) kümmert ("Kanada wird in Schlesien gewonnen"). Und Ferdinand von Braunschweig wehrt im britischen Dienst den französischen Angriff im Westen durch Siege bei Krefeld 1758 und Minden 1759 ab. 
Friedrich der Große ist jetzt in der Verteidigung. Die vereinigten österreichischen und russischen Armeen vernichten nahezu das preußische Heer in der Schlacht bei Kunersdorf am 12. August 1759.
König Friedrich II. wurden im Verlauf der Schlacht zwei Pferde unter dem Leib erschossen. Eine feindliche Kugel prallte an seiner dadurch legendär gewordenen Tabakdose ab. (16.512 Tote und Verwundete, darunter 14.171 Russen auf der österreichisch/russischen Seite, 19.000 Tote und Verwundete, davon 6000 Tote bei den Preußen).
Mit dem Sturz Pitts 1761 wird die Unterstützung Preußens dann aber eingestellt.
Die Uneinigkeit der Sieger rettet aber Preußen ("le miracle de la maison de Brandenbourg"). Es folgen in Berlin Plünderungen, zur Behebung der Finanznot erfolgt eine unterwertige Münzprägung ("Ephraimiten".) In Liegnitz und bei Torgau kommt es wieder zu Siegen durch die Preußen und sie gewinnen Schlesien zurück. Derweil kommt es zu Anzeichen allgemeiner Erschöpfung Die österreichische Staatschuld  steigt von 49 auf 136 Mio. Livres. 
Aber ein Zufall bringt die Wende. Bekannt geworden ist die Geschichte als Mirakel des Hauses Brandenburg.
Nach dem Tod der russischen Kaiserin Elisabeth am 5. Januar 1762 kündigt ihr Nachfolger Peter III., ein Bewunderer von Friedrich dem Großen das Bündnis mit Österreich auf und schließt am 5. Mai 1762 mit diesem den Friedens- und Bündnisvertrag von Sankt Petersburg.  Russland stellt dem neuen Verbündeten ein Kontingent zur Verfügung; dem Friedensvertrag schließt sich Schweden am 22. Mai im Frieden von Hamburg an.

1762 besetzen dänische Truppen Travemünde
1762 fallen die Ämter Reinfeld und Rethwisch an Dänemark. 
Die Schlacht bei Freiberg in Sachsen am 29. Oktober 1762 war das letzte große Gefecht im Siebenjährigen Krieg zwischen Österreich und Preußen. Die Preußen unter Prinz Heinrich siegten, womit ihnen die Rückgewinnung Sachsens gelang.
Kräftemangel zwingt Frankreich und Schweden zur Aufgabe, Österreich muss Verhandlungen einleiten und die beteiligten Staaten schließen im Februar 1763 die Friedensverträge von Paris und von Hubertusburg. Als Ergebnis steigt Preußen zur fünften europäischen Großmacht auf, was den Dualismus mit Österreich vertieft. Dieser preußisch-österreichische Machtgegensatz bestimmt bis zur "kleindeutschen " Lösung Bismarcks 1866 die deutsche Politik, Frankreich verliert seine vorherrschende Stellung in Kontinentaleuropa und große Teile seiner Kolonialgebiete in Nordamerika und Indien an Großbritannien, das damit für lange Zeit zum dominierenden Weltreich wird.
Großbritannien und Portugal schlossen am 10. Februar den Frieden von Paris mit Frankreich und Spanien. 
Am 15. Februar 1763 wurde der Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern geschlossen. Der Status quo ante bellum wurde wiederhergestellt.

Zu den Friedensfeiern des Jahres 1763 entstanden zahlreiche Kompositionen. Erhalten hat sich zum Beispiel ein oratorienartiges „Sing-Gedicht“ von Georg Philipp Telemann, das „bey dem Hamburgischen Friedens-Feste“ aufgeführt wurde, mit dem Titel Gott, man lobt dich in der Stille (TVWV 14:12).
1763 begann Gotthold Ephraim Lessing mit dem Schreiben des Lustspiels Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück, das 1767 erschien und aufgeführt wurde. Das Stück spielt in der Zeit unmittelbar nach dem Krieg und behandelt das Schicksal eines Soldaten.
Der Titelheld von William Makepeace Thackerays Roman Die Memoiren des Junkers Barry Lyndon (ab 1844) gerät als britischer Söldner in die Wirren des Siebenjährigen Krieges. Stanley Kubrick verfilmte den Roman im Jahre 1975 (Barry Lyndon).
Der Künstler Adolph Menzel überlieferte Ansichten der sterblichen Überreste von gefallenen Offizieren des Krieges. Seine Leichenporträts, die 1873 anlässlich der Öffnung der Grabgewölbe unter der Garnisonkirche in Berlin entstanden, zeigen unter anderem den mumifizierten Leichnam von Feldmarschall James Keith.

Obgleich der Siebenjährige Krieg nicht zu den lang andauernden militärischen Auseinandersetzungen zählte, waren doch enorme Verluste an Menschenleben zu verzeichnen. Allein für den europäischen Kriegsschauplatz werden insgesamt 550.000 Gefallene und durch die Kampfhandlungen tödlich Verwundete registriert. Schlüsselt man die Zahlen der gefallenen Kriegsteilnehmer nach einzelnen Nationen auf, so ergeben sich für Preußen 180.000, für Österreich 140.000, für Russland 120.000, für Frankreich 70.000 und 40.000 für das Königreich Großbritannien und die restlichen Nationen, wie die deutschen Fürstentümer, Schweden, Spanien und Portugal. Hingegen lagen die Zahlen für die nicht kämpfenden Beteiligten oder die Zivilbevölkerung etwa für Preußen bei 320.000 Menschen und für Österreich bei 160.000 Zivilisten.
Für die Bevölkerung der beteiligten Staaten in den Kriegsgebieten hatte der Krieg zum Teil katastrophale Auswirkungen.

 

Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.