1642

1649 bis 1656 Die Kriegsfolgen

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion.

Den dreißigjährigen Krieg hat Lübeck äußerlich unbeschadet überstanden. Doch als die Waffen nach dem Westfälischen Frieden 1648 endlich schwiegen, hatte Lübeck während der Kriegswirren einen hohen Preis für seine Neutralität zahlen müssen. Auch ohne unmittelbare Kriegsfolgen lag die Stadt darnieder, wirtschaftlich ausgepresst. Lübeck setzte während des Krieges alle Kraft und alle diplomatischen Künste ein, um die Neutralität der Stadt zu wahren. Doch die Kämpfe beeinträchtigten den Handel, verhinderten ihn teilweise vollkommen. Söldnertruppen des dänischen Königs Christian IV nahmen 1625 plündernd auf Lübecker Landgebiet Winterquartier, fielen ein Jahr später als geschlagene Truppe marodierend wieder über Dörfer der Stadt her. Auch fremde Kriege kosten Geld. Lübeck richtete eine Verteidigungskasse ein, die sich füllte durch Abgaben auf Wein, Branntwein und Tabak, eine gesonderte Mehlsteuer, das Bürgergeld und das Grabengeld. Und weil das noch nicht ausreichte um Söldner in dem für erforderlich gehaltenen Maße anzuwerben, wurde 1628 noch ein "Monatgeld" erhoben, das ein halbes Prozent des Vermögens ausmachte.

Dem Rat war sehr wohl bewusst, dass Neutralität nur durch Stärke gesichert werden kann. So war die Stadt bewaffnet mit 90 neuen Kanonen. 1628 hatte Lübeck schon die Wehrerfassung neu organisiert. Die Stadt stellte 26 Bürgerkompanien auf, acht im Marienquartier, jeweils sechs im Johannis-, Jakobi- und im Maria-Magdalenen-Quartier. Das Kommando hatte jeweils ein Bürgerkapitän, unterstützt durch einen Leutnant und einen Fähnrich. Geübt wurde auf den Schützenhöfen. Der Bürgerschützenhof lag vor dem Holstentor, der Kaufleuteschützenhof an der Schwartauer Allee, der Brauerschützenhof in Krempelsdorf.
Wenn auch die Lübecker Verteidigungsbereitschaft überzeugend gewirkt hat, musste sich die Stadt ihre Neutralität teuer erkaufen. Als Wallenstein 1628 Stralsund belagerte, halfen die Hansestädte mit 15.000 Reichstalern. Gegenüber Lübeck war Wallenstein zurückhaltend. Er brauchte die Stadt für seinen Nachschub. Anders Gustav Adolf von Schweden, der 1630 in Pommern gelandet war.  Dreimal, nämlich 1631, 1634 und 1635, musste Lübeck ihm jeweils 36.000 Reichstaler zahlen, damit er die Neutralität der Stadt achtete. Dieses Geld musste zusätzlich zu den Steuern, die an den Kaiser zu zahlen waren, durch Anleihen aufgebracht werden. Und das in einer Zeit, in der der Handel durch den Krieg schwer beeinträchtigt war. Der dänische König Christian IV forderte 1644, als Holstein und Jütland durch schwedische Truppen besetzt waren, jeglichen Handelsverkehr über die Ostsee mit schwedischem Gebiet, also auch mit Mecklenburg, Pommern und Livland einzustellen. Und die Schweden verboten den Handel mit dänischen Häfen. Offiziell ging nichts mehr auf der Ostsee. Lübecks Lebensader war abgeschnitten. Erst eineinhalb Jahre später, als am 23. August 1645 unter Beteiligung Lübecks der Friede zwischen Dänemark und Schweden geschlossen wurde, konnten die Schiffe der Kaufleute wieder auf Reisen gehen.
Auch an den Friedensverhandlungen, die zum Ende des Krieges führen sollten, war Lübeck beteiligt. Der Syndikus David Gloxin  (* 16. März 1597 in Burg auf Fehmarn; † 26. Februar 1671 in Lübeck), der letztendlich 1666 Bürgermeister von Lübeck wurde, hatte dabei eine besondere Rolle. 
David Gloxin vertrat die Stadt und gemeinsam mit dem Bremer Gesandten Gerhard Coccejus und dem Hamburger Gesandten Johann Christoph Meurer die Hanse von 1645 bis 1648 bei den Verhandlungen. Als Verhandlungsführer der Hanse forderte er die Wiederherstellung der Zustandes von 1618. Die Forderung auch der religiösen Restauration scheiterte am Protest katholischer Hansestädte wie Köln. Gloxin konnte aber die Reichsunmittelbarkeit der Städte Bremen, Hamburg und Lübeck sichern. Gleichzeitig nahm er als Vertreter des Bistums Lübeck, des Herzogtums Sachsen-Lauenburg und der Grafschaft Mömpelgard am Fürstenrat teil. Hier half dann auch Bischof Hans. Es gelang beiden, die Existenz des Hochstifts Lübeck zu sichern, das als einziges protestantisches Fürstbistum im Reich bestehen blieb. 
Abschließend war er Teilnehmer am Nürnberger Exekutionstag 1649 bis 1650, an den niedersächsischen Kreistagen 1649, 1652 und 1663 und am Reichstag zu Regensburg 1653/1654. Dabei stand er im engen Kontakt zu Otto von Guericke, dem Magdeburger Gesandten, dessen Forderungen nach Wiederherstellung der Reichsfreiheit von Magdeburg er unterstützte. 1653 ernannte Kaiser Ferdinand III. Gloxin zum Kaiserlichen Rat. 
Otto von Guericke (* 20. November jul./ 30. November 1602 greg. in Magdeburg; † 11. Mai jul./ 21. Mai 1686 greg. in Hamburg) war später eher bekannt vor allem für seine Experimente zum Luftdruck mit den Magdeburger Halbkugeln.
1656 ließen sich die ersten Juden im damaligen Gutsdorf Moisling nieder. Sie bekamen in Lübeck kein Aufenthaltsrecht. 
Reinfeld: 1653-1660 hatte Reinfeld unter einem Krieg zwischen Schweden und Dänemark zu leiden. Schwedische, dänische, kurfürstlich-brandenburgische und polnische Soldaten brachten viel Leid und Schrecken über das Land. Das Morden gehörte wohl zum zweiten Nordischen Krieg. Viele Einwohner fielen den Soldaten zum Opfer, die Zarpener Kirche wurde geplündert. Besonders die Polen, streng gläubige Katholiken, blieben der hiesigen evangelischen Bevölkerung noch lange in schlechter Erinnerung.
Hamburg:
Das Gut Wellingsbüttel ging nach dem Westfälischen Frieden an Schweden. Unter Königin Christina von Schweden wurde Wellingsbüttel 1649 vererblicher Besitz des Juristen Reinkingk, letzter Kanzler der Bremer Erzbischöfe. 
Peter Lambeck wird am 2. Dezember 1651 zum Professor der Geschichte am Johanneum und dem Akademischen Gymnasiums ernannt. Als Lehrer und Geisteswissenschaftler arbeitete er hier sehr verdienstvoll und tatkräftig. Nach dem Tod von Professor Joachim Jungius übertrug man ihm 1659 auf Lebensdauer dessen Stelle als Rektor der Anstalt, welche er am 12. Januar 1660 antrat.
Der Maler David Kindt starb am 26. Februar 1652 und wurde am 4. März in der Hauptkirche Sankt Nikolai beigesetzt.
Er wurde Organist an der Jacobikirche. Matthias Weckmann (* um 1616 in Niederdorla; † 24. Februar 1674 in Hamburg) war ein deutscher Komponist des Barocks.

Im September 1633 brachte der Komponist Heinrich Schütz persönlich Weckmann (Mathes Weckmannen unsern Musicum und Organisten (...) in Persohn)  nach Hamburg, der als Stipendiat des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. bei dem Organisten der Sankt-Petri-Kirche, Jacob Praetorius, studieren sollte. Dort lernte er auch den Organisten der Katharinenkirche Heinrich Scheidemann kennen. 
Am 25. Juli 1648 heiratete er in Lübeck die Regina Beute, die Tochter eines Lautenisten, wobei der an der Lübecker Marienkirche tätige Franz Tunder als Trauzeuge in Erscheinung trat.
Weckmann übernahm 1655 die Stellung des Organisten und Kirchenschreibers an der Jacobikirche in Hamburg.
Weckmanns erste Frau Regina starb 1665, und er heiratete 1669 zum zweiten Mal. Während aus der ersten Ehe acht Kinder hervorgingen, hatten Weckmann und seine zweite Frau Catharina (geborene Roland) drei gemeinsame Kinder. Aus der Schar der Kinder wurde der Sohn Jacob Weckmann aus erster Ehe ebenfalls Musiker. Dieser war von 1672 bis zu seinem Tod 1680 Thomasorganist in Leipzig. 
1674 starb Weckmann in Hamburg und wurde in einem Familiengrab in der Jacobikirche in Hamburg unterhalb der Orgel beigesetzt.
Professor am Akademischen Gymnasium, dem Johanneum blieb Tassius bis zu seinem Tod 1654.

Orgelspiel

Deutsche Geschichte
Trotz schwerer Kriegsschäden und allgemeiner Verwilderung gelingt ein rascher Wiederaufbau. Das Land war verwüstet, die Bevölkerung von 15 Millionen auf 10 Millionen zurückgegangen, das waren teilweise bis zu 70 %. Das Räuberunwesen, die Rohheit, Genusssucht und der Hexenwahn sorgten überall noch für weiteres Unglück. Aber die Fürstenhöfe sorgten zunehmend für Ordnung. Durch Konzentration der Verwaltung, des Heeres, und des Steuerwesens werden sie zu Mittelpunkten des politischen und kulturellen Lebens. Neben den absolutistischen Staaten Brandenburg und Bayern entstehen auch Staaten mit ständischer Verfassung wie Württemberg oder Mecklenburg.
Europäische Geschichte
1653 konstruierte der Franzose De Son in Rotterdam, Holland  das Rotterdammer Schiff (kurz für Rotterdammer Schiff, das die Engländer unter Wasser vernichten wird) oder auch Kämpfendes Tauchboot genannt. Dies war das erste für den militärischen Einsatz konzipierte Tauchboot der Geschichte. Nur von Leonardo da Vinci fand man früher datierte Zeichnungen. 

1835

 

 

 

 

 

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