1637

1642 bis 48 Endlich Frieden

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion


Anfang 1642 kam Philipp von Zesen nach Hamburg. Philipp von Zesen, auch Filip Cösius oder Caesius, Pseudonym: Ritterhold von Blauen (* 8. Oktober 1619 in Priorau bei Dessau; † 13. November 1689 in Hamburg) gründete wohl hier eine Sprachgesellschaft mit Namen Deutsch-Zunfft.  Vermutlich war dies 1642, schon ein Jahr später ging diese aber in die Deutschgesinnte Genossenschaft über.  Mit dieser Vereinigung hatte man sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die deutsche Sprache zu bewahren und Einflüsse durch Fremdwörter zu vermeiden. Zesen war auch Kirchenlieddichter und schrieb nahezu 90 Bücher fast aller poetischer Gattungen. Er starb im Alter von 70 Jahren am 13. November 1689 in Hamburg. Neben Sigmund von Birken gilt er als einer der ersten deutschen Berufsschriftsteller. Sein autobiographischer Roman Die Adriatische Rosemund von 1645 wurde bekannt als der erste große deutsche Roman der Barockliteratur, seine Poetik hatte einen hohen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Metrik.


1642 wird dieser Mann auch Organist in AhrensburgDietrich Becker (* um 1623 in Hamburg; † 1679 ebenda) Dies war seine erste Anstellung. In den Jahren 1654 und 1655 wirkte er danach in der Kapelle des Grafen Magnus Gabriel De la Gardie bei Stockholm. In der Hofkapelle des Herzogs Christian Ludwig in Celle, widmete er sich ab 1656 überwiegend dem Violinspiel. 1661 ersuchte er um eine Beurlaubung, zur" erlangung mehrerer Wißenschaft in seiner profession" in Hamburg oder Lübeck. Er ließ sich spätestens wieder 1662 in Hamburg nieder und wurde dort als Musicant in das Bürgerbuch eingetragen. Er trat als Violinist der Ratskapelle bei und wurde 1665 dort als Soloviolinist verzeichnet. Nach dem Tod von Johann Schop wurde er 1667 zum Kapellmeister ernannt. Als Dank widmete er den Bürgermeistern und Ratsherren der Stadt seine „Musikalischen Frühlingsfrüchte“ von 1668. Beckers Kammermusik gehört zu den bedeutenden Werken der deutschen Instrumentalmusik jener Epoche.
Am 14. März 1643 wird Franz Heinrich Höltich in Bergedorf geboren. Er und sein Bruder Johann Adolph waren sehr gelehrig. Franz Heinrich Höltich, latinisiert auch Franciscus Henricus Höltich ( † 8. August 1676 in Groß-Salze), war Doktor beider Rechte, Jurist, Hochschullehrer der Wittenberger Universität Leucorea und Syndikus zu Groß-Salze.
Beide waren Söhne des Herzogtum Sachsen-Lauenburgischen Forstmeisters Ludolph Höltich († 1683 in Marienwohlde) aus Marienwohlde bei Mölln und dessen Frau Margarethe, geborene Garss (* 5. September 1625 in Bergedorf; † 1660). Nach dem anfänglichen Unterricht durch einen Privatlehrer wurde Franz Heinrich auf die Domschule in Ratzeburg geschickt. Im Juni 1656 immatrikulierte er sich zusammen mit seinem Bruder Johann Adolph Höltich an der Universität Rostock. 1658 besuchte er für zwei Jahre das Katharineum zu Lübeck unter den Inspektionen von Sebastian Meier, Heinrich Bangert und Johann Polz. Am 29. September 1660 schrieb er sich an der Wittenberger Universität Leucorea ein, wieder zusammen mit seinem Bruder Johann Adolph.

Auch in Hamburg wird David Clodius (* 14. Mai 1644 in Hamburg; † 10. September 1684 in Gießen) geboren. Er promovierte 1678 zum Doktor der Theologie und übernahm 1684 die Predigerstelle seines Schwiegervaters Johann Nikolaus Misler, an der Gießener Stadtkirche. Aber nur ganz kurz, da er bereits im Alter von 43 Jahren verstarb. 
1645 erwarb der Hamburger Bürger Albert Balthasar Behrens das Gut Wandsbek und erweiterte es 1646 großflächig durch den Kauf der Dörfer Hinschenfelde und Tonndorf.


1646 beginnt in Hamburg Gregor Greflinger sein Wirken, er wird "Der erste deutschsprachige Zeitungsredakteur". Ab 1647 entsteht in der Hamburger Neustadt der erste Bau des Hamburger Michel.
1648 wird an der Glinder Au eine Wassermühle erbaut, die zunächst als Walk- und Fellmühle, später als Kupfer- und Farbholzmühle und schließlich bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Kornmühle dient. Heute ist daraus ein Museum geworden.
Zum Westfälischen Frieden erlangte der Lübecker Bischof Hans eine gewisse Bedeutung. 
Johann von Schleswig-Holstein-Gottorf, genannt Bischof Hans (* 18. März 1606 auf Schloss Gottorf; † 21. Februar 1655 in Eutin), war als Johann X. protestantischer Fürstbischof des Fürstbistums Lübeck. Er war der Sohn des Herzogs Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf und der Neffe des vorherigen Fürstbischofs Johann Friedrich. Er folgte diesem 1634 nach. 
Bischof Hans wählte als erster Lübecker Fürstbischof das Eutiner Schloss zu seinem ständigen Wohnsitz. Er liess es ausbauen und erweitern. Im Krieg waren in Eutin sowohl 1638/39 als auch 1643 dänische Truppen einquartiert, und im Dezember 1643 ein schwedisches Kavallerie-Regiment, die aus dem Lande versorgt werden mussten. 
Als in Osnabrück bei den Friedensverhandlungen die Existenz des Fürstbistums Lübeck ernsthaft gefährdet war, weil die Möglichkeit bestand, dass es zum Ausgleich anderen Staaten zugeschlagen wurde, gelang es Johann durch geschickte Auswahl exzellenter Verhandlungsführer diese Gefahr abzuwenden und den Bestand seines Landes zu sichern. Er nahm dazu den Lübecker David Gloxin, dann den Kammerrat Christian Cassius. Gloxin rettete somit Lübeck vor fremdem Einfluss. Eine Strasse im Stadtteil St.-Lorenz Nord ist später nach ihm benannt worden.
Im Westfälischen Frieden erhält Lübeck das Reformationsrecht, die Reichsstandschaft und die Landeshoheit zuerkannt.


Europäische Geschichte

Auf der großen Verkehrsstraße Hamburg – Lübeck und der Querverbindung Ratzeburg über Siebenbäumen nach Oldesloe bewegten sich in jenen Jahren (1627 – 1646) die Kriegs- und Söldnerheere des dreißigjährigen Krieges, die oft zu einer Landplage wurden und raubend und plündernd durch die Dörfer zogen. Da zum Beispiel Ahrensfelde an dieser Hauptverkehrsader lag, blieben seine Einwohner nicht verschont. Mit dem Durchzug der Dänen und der ihnen nach der verlorenen Schlacht bei Lutter am Barenberg folgenden Kaiserlichen Truppen unter Tilly und Wallenstein und später die schwedischen Truppen unter General Torstenson brachten der Bevölkerung erheblichen Schaden.
So steht zu lesen, dass "die Reinfeldischen Untertanen durch schwedische Reuther scharf mitgenommen wurden,“ die im Dezember 1643 unter dem General Torstenson hier einfielen. 

Westfälischer Friede
Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten.
Entsprechend den nach Verhandlungsparteien getrennten Tagungsorten des Friedenskongresses wurden zwei komplementäre Friedensverträge ausgehandelt. Für den Kaiser und Frankreich war dies der Münstersche Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Monasteriensis, IPM) und für Kaiser und Reich einerseits und Schweden andererseits der Osnabrücker Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO). Beide Verträge wurden schließlich am selben Tag in Münster im Namen von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich bzw. Königin Christina von Schweden unterzeichnet.
Die Ergebnisse: 
Religiöse Bestimmungen: Bestätigung des Augsburger Religionsfriedens (1555) unter Einschluss der Calvinisten. 1624 gilt als "Normaljahr" für den kirchlichen und Bekenntnisstand. Bekenntniswechsel soll von der Obrigkeit geduldet werden (Ausnahme: Oberpfalz und kaiserl. Erblande, in denen nur der katholische Glaube gültig ist).
Verfassungsrechtliche Bestimmungen: Bindung kaiserlicher Rechte (Gesetzgebung, Verträge) an die Zustimmung eines Reichstages, der dann ab 1663 auch permanent zunächst in Regensburg tagt. Volle Souveränität der Reichsstände durch das "Ius foerderationis"  (Bündnisrecht, sofern nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet). Bayern bleibt ein Kurfürstentum, die Pfalz erhält die Kurwürde zurück.
Politische Bestimmungen: Es erhalten: 
Frankreich den Sundgau, das Vikariat über die Bistümer Metz, Toul und Verdun, die Vogtei über 10 elsässische Reichsstädte und hat so den Rhein zur Grenze, gesichert durch die Brückenköpfe Breisach und Philippsburg;
Schweden: Vorpommern mit Stettin und Rügen, Wismar, Bremen, Verden und erhält damit die Kontrolle über die Mündungen der Weser, Elbe und Oder, sowie Sitz und Stimme im Reichstag;
Bayern die Oberpfalz; Sachsen die Lausitz;
Brandenburg Hinterpommern und die Bistümer Halberstadt, Kammin, Minden, sowie die Anwartschaft auf das Erzbistum Magdeburg;
Die Schweiz und die Niederlande scheiden aus dem Reichsverband aus.
Bedeutung: Die Epoche eine säkularisierten Staates mit religiöser Toleranz beginnt.
In Europa ist die Gefahr einer habsburgischen Hegemonie beseitigt, aber neue Großmächte wie Frankreich, Schweden und die Niederlage werden stärker.
In Deutschland siegt die fürstliche Libertät über die kaiserliche Zentralgewalt, das Reich löst sich in einen Staatenbund auf.
Bis hierhin benötigte man fast zwei Jahre zermürbende Gespräche, das Land war durch Hunger und Seuchen geschwächt und die Auseinandersetzungen kosteten vielen Europäern das Leben, manche Landstriche waren um bis zu 66% entvölkert. Der Bevölkerungsrückgang zwischen den Jahren 1618 und 1648 von 18.000.000 auf 12.000.000 Menschen ist geschätzt, was 33 % der Einwohnerzahl ausmacht und damit jeden anderen Krieg, inklusive dem zweiten Weltkrieg, in den Schatten stellt. 


1835

 

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