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1635 - 1636

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Kloster Reinfeld:

1635 zerstört ein Unwetter die Klosterkirche Reinfeld. Vieles weiss man aber davon nicht mehr. Das Kloster muss vorher schon durch die Säkularisierung gelitten haben. Jedenfalls wird erst 124 Jahre später von einem Plöner namens P. Hansen berichtet:"Die Gewalt des Wassers war so stark, dass die (...) Kirche, welche noch von dem Closter übrig geblieben war, ganz verwüstet und vernichtet worden." Baumaterial war genug da. Eine neue Kirche, aber dieses mal höher gelegen wurde ein halbes Jahr danach gebaut. Das war die heutige Matthias-Claudius-Kirche. Sie war kleiner und schlichter. Einige Grabplatten von verstorbenen Äbten dienten als Fußboden.

Wenige Tage nach der Katastrofe begab sich der Lübecker Bischof zum Herzog und bat diesen, ihm doch die beiden größten Glocken der zerstörten Kirche für das Hauptgeläut von Sankt Marien abzugeben. Der Herzog willigte ein, da die beiden Glocken für das neu zu errichtende Gotteshaus zu schwer erschienen.

Kloster Reinfeld
Kloster Reinfeld

Demzufolge kamen bald darauf 30 Troßknechte des Bischofs in Reinfeld an und begannen die Glocken zu verladen. Nach getaner Arbeit zogen sie zum “Klosterkrug”, um hier zu zechen. Inzwischen hatte sich das Reinfelder Volk um die Glockenwagen versammelt und der blinde Glöckner Maren konnte sich nicht enthalten zum Abschied bitterlich zu weinen. Als der Wächter den alten Mann deshalb hart bedrohte, rückte die Menge gegen den Troßknecht vor. Doch da kamen die übrigen aus dem Krug und zerstreuten den Auflauf. Nur die “schwarze Gret” wich nicht vom Platze; eher ließ sie sich halbtot schlagen. Fluchend rief sie den Bischofsknechten zu: ”Die Glocken sollen Euch nie klingen; auch wird nur einer von euch nach Lübeck gelangen! Gott strafe Euch!”

Sie gedachten, das Dorf noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen; lachend und höhnend zog der Trupp mit den Glocken in Richtung Heilshoop davon.

Die Wege waren durch die Regengüsse schlecht geworden und so kamen sie erst tief in der Nacht in Heilshoop an. Hier jedoch gerieten sie vom Wege ab und verirrten sich im Teufelsmoor und Wagen und Knechte versanken. Nur der Hauptmann des Zuges kam, völlig verstört, am anderen Tage nach Lübeck und meldete das Unglück. Der Fluch der “schwarzen Gret” hatte sich schrecklich erfüllt.

Kaum einen Tag später erschienen an der Unfallstelle Zarpener Fuhrleute, die Weg und Steg im Moor kannten, hoben die Glocken aus dem Sumpf und luden sie auf ihre eigenen Wagen. Ohne viel Triumphgeschrei fuhren sie damit nach Zarpen und hingen die gewichtigen Funde in ihrem Kirchturm auf, wo sie bis zum ersten Weltkriege hingen.

Und wenn am schönen Sonntagmorgen ihre Klänge weithin über das Stormarnsche Land gingen, dann verklangen sie erst weit jenseits der Höhe von Heilshoop, dort wo die Flur Mönkhagen sich beinahe schon nach Lübeck neigt. Dort aber, wo sie kaum noch zu hören waren, am Rande der “Wüstenei”, dort liegt einsam das Teufelsmoor, dem die Glocken einstmals entzogen wurden. (Reinfeld aktuell, Juni 2005)  

 

 

 

 

Im Jahre 1635 wurde in Lauenburg die Schifferbrüderschaft gegründet.

Stockelsdorf Gut Mori: Die Familie von Calven war fast 2 ½ Jahrhunderte in 7 Generationen von etwa 1400 – 1636 Eigentümer von Mori und Stockelsdorf. Die Familie stellte der nahen Hansestadt Lübeck berühmte und sehr verdiente Bürgermeister und Ratsherren sowie Gesandte der Hanse. Ursprünglich lagen die Gehöfte und Häuser Stockelsdorfs nur um einen ovalen Platz, den heutigen Dorfplatz. Hier steht auch heute noch das Herrenhaus, um das sich einst dazugehörige Wirtschaftsgebäude gruppierten. Stockelsdorf war ein reines Bauerndorf. Erst später siedelten sich auch Handwerker, zunächst Weber und Brauer um das neue Herrenhaus Stockelsdorf an. Zu dieser Zeit war Gutsherr Gotthard von Höveln der Besitzer von Stockelsdorf. 1636 konnte die Familie von Calven den Hof nicht mehr halten, nachdem ein Schwager von dort aus Straßenräuberei betrieben hatte und dafür in Lübeck hingerichtet worden war. Der Käufer des heruntergekommenen Hofes, der Lübecker Ratsherr Adrian Müller, ließ dieses Herrenhaus im Stil der Renaissance mit Bergfried als Schutz des Dorfbewohner im Dreißigjährigen Krieg errichten. Dessen Sohn ließ eine Kapelle bauen, die bis 1821 bestand.
Oldesloe: Das Bauerndorf Blumendorf gehörte zum Gut Fresendorf, bis es 1635 Hans von Buchwald zu Schadehorn erwarb. Dieser wandelte es in ein Adliges Gut um.
Bad Segeberg: Die Siegesburg wurde am Ende des 30-jährigen Krieges 1644 von den Schweden durch Brandschatzung zerstört. Heute sind nur noch Reste des im Kalkberg angelegten Burgbrunnens erhalten. Die Strafgefangenen, die den circa 84 Meter tiefen Brunnen in den massiven Fels schlugen, sollen, wenn sie überlebten, als Lohn ihre Freiheit erhalten haben. Die Stadt brannte weitgehend nieder. Ein Haus von 1606 überdauerte die stürmischen Zeiten und ist heute Heimatmuseum.
Lübeck: Die kleine Orgel der Lübecker Jacobikirche ging schon 1467 aus einer mittelalterlichen Orgel hervor. Sie wurde aber 1636/1637 von Friedrich Stellwagen umgebaut und erweitert. Sie zählt heute zu den bedeutendsten Orgeln Europas.

Deutsche Geschichte
1618 - 1648 Es tobt der Dreißigjährige Krieg und endet mit dem Westfälischen Frieden 1648
Insgesamt ca. 3 bis 4 Mio. Tote.


Bei der Betreuung und Pflege von verwundeten und pestkranken Soldaten in Trier steckte sich Friedrich Spee an und starb am 7. August 1635, man könnte ihn deshalb auch als Märtyrer der Nächstenliebe bezeichnen. Das Erzbistum Köln führt ihn als heiligmäßige Person. Seinen Schriften ist mit zu verdanken, dass die Hexenverfolgungen aufhörten und noch heute gültige juristische "Grundgesetze" wie die Unschuldsvermutung beispielsweise auf ihn zurückgingen.

Weltgeschichte
bis 17 Jh. England, die Niederlande und Frankreich gründen weltweit Kolonien



 

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