1618

1627 Der Krieg bis zum Prager Frieden

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
1627 wurde das Gut Altfresenburg verkauft an Hans von Buchwaldt zu Schadehorn, der 1637 auch Höltenklinken von den Rantzaus erwarb.
Er verhielt sich politisch neutral, das half der Gegend aber nicht besonders. Von 1619 bis 1656 war August von Sachsen-Lauenburg (* 17. Februar 1577 in Ratzeburg; † 18. Januar 1656 in Lauenburg/Elbe) Herzog von Sachsen-Lauenburg. Das lag an seinem schwedenfreundlichen Bruder Franz Karl.
August wurde im Ratzeburger Dom bestattet, wo er ein eigenes Grabgewölbe für seine Familie hatte anlegen lassen. Sein Epitaph aus dem Jahr 1649 gilt als Meisterwerk des norddeutschen Knorpelstils. Sein Nachfolger war sein anderer Bruder Julius Heinrich. 
In Hamburg wird Joachim Jungius Professor für Naturwissenschaften. Außerdem übernahm er auch zwischen 1629 und 1640 das Rektorat des Johanneums, einer Lateinschule, und des unter demselben Dach untergebrachten Akademischen Gymnasiums.
Heinrich Scheidemann tritt die Nachfolge seines Vaters im Amt des Organisten an der Hamburger Kirche St. Katharinen an. Er wird sehr bedeutend für die Orgelwelt.
Johann Heinrich Meibom, Arzt und Professor der Medizin wird 1629 erster Stadtarzt und Leibarzt des Bischofs von Lübeck, † 1655 in Lübeck. Er verfasste auch eine interessante Schrift über Variationen beim Liebesspiel. Hier haben wir darüber berichtet.
Dieser Lübecker war schon damals ein internationaler Star. Thomas Baltzar, um 1631 in Lübeck geboren und von den Lübecker Musikern Nicolaus Bleyer und Johann Schop ausgebildet spielte als Kammerviolinist der Königin Christina von Schweden. Das war von 1653 bis zu ihrer Abdankung 1654. Zurück in Lübeck bekam er die Stelle eines Ratsmusikers um weiterzuziehen 1655 nach London. 1661 wurde er zum Ersten Violinisten der Chapel Royal ernannt. Sein Violinspiel soll für großes Aufsehen gesorgt haben. Thomas Baltzar verstarb jedoch in London im Juli 1663 recht früh.
Das Gut Borstel wurde im Jahr 1631 an Otto von Buchwaldt a. d. H. Jersbek für 70.000 Reichstaler verkauft.
Deutsche Geschichte
Die erste Oper eines "deutschen" Komponisten war 1627 die (verschollene) Dafne von Heinrich Schütz (* 8. Oktober jul./ 18. Oktober 1585 greg. in Köstritz; † 6. November jul./ 16. November 1672 greg. in Dresden), der die Musikform der Oper bei seinem Studienaufenthalt 1609–1613 in Italien kennengelernt hatte. 
Auf Friedrich Spee wird 1629 ein Attentat in Peine verübt.  Er überlebt ganz knapp und verfasst später seine mutige und aufsehenerregende Kampfschrift gegen die damaligen Hexenprozesse, die Cautio criminalis. Dies trug in Deutschland wesentlich zur Beendigung des furchtbaren Hexenwahns bei.
Eine fürchterliche Sturmflut, die zweite Mandrenke fegte 1634 ganze Landstriche darunter auch Reste von Rungholt weg.
Europäische Geschichte
Die Schlacht bei Lutter am Barenberge, etwa 10 Kilometer südwestlich des heutigen Salzgitter, leitete eine Wende im dreißigjährigen Krieg ein. 
Am 17. August jul./ 27. August 1626 greg. besiegten die Truppen des Kaisers und der Katholischen Liga unter Johann t’Serclaes von Tilly das Heer des Niedersächsischen Kreises und Dänemarks unter König Christian IV. 
Es war neben der Schlacht von Sievershausen im Jahr 1553 eine der blutigsten kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen. 40.000 Kämpfer traten an, davon waren  4.000 bis 8.000 Tote zu beklagen. 
Dies führte dazu, das bis auf die Herzöge von Mecklenburg sämtliche norddeutsche Fürsten ihre Unterstützung für Christian IV. aufgaben und so das allmähliche Ende des Dänisch-Niedersächsischen Kriegs nahte. Es wurde aber dennoch wieder aufgerüstet.
Am 10. Juni 1627 traf Wallenstein mit einem grandiosen Aufzug in Neiße ein, wo 40.000 Mann seiner 100.000 Köpfe zählenden Armee zusammengezogen worden waren. Der Feldzug begann am 19. Juni. Am 7. August brach das Wallensteinische Heer, in zwei Marschsäulen getrennt, nach Norden auf. Etwa 14.000 Mann befehligte Wallenstein selbst, zehn Regimenter Reiterei wurden von Feldmarschall Graf Schlick kommandiert. am 1. September traf er in Tillys Hauptquartier in Lauenburg an der Elbe mit diesem zusammen. Ein Friedensangebot von Tilly und Wallenstein vom 2. September an den dänischen König wurde von diesem wie erwartet aufgrund der unannehmbaren Bedingungen abgelehnt.
Das mörderische Tempo, dass den Fußsoldaten abverlangt wurde führte zu großen Verlusten. Trotzdem brachen bereits am 6. September die Heere Wallensteins und Tillys nach Norden auf, um Christian endgültig zu besiegen. In kurzer Folge fielen Trittau, Pinneberg, Oldesloe, Segeberg, Rendsburg, Elmshorn und Itzehoe. Nach einer Verletzung Tillys übernahm Wallenstein den Oberbefehl über beide Heere, was insbesondere den bayerischen Kurfürsten wurmte. Die Armeen drangen schnell nach Dänemark vor, und bereits am 18. Oktober waren alle dänischen Truppen auf dem Festland vernichtet, was Wallenstein stolz dem Kaiser meldete. 
Es folgten immer wieder Verhandlungen den Krieg zu beenden. Am 1. Februar 1628 wurde Wallenstein mit Mecklenburg belehnt und zwei Wochen später zum General des Ozeanischen und Baltischen Meeres sowie zum Herzog von Sagan erhoben.
Wallensteins Ziel war es, die norddeutschen Städte, insbesondere Lübeck und Hamburg, zu einer wohlwollenden Neutralität ihm gegenüber zu bewegen. Wallenstein wusste, dass er die Finanz- und Wirtschaftskraft der norddeutschen Städte im weiteren Kriegsverlauf dringend brauchen würde. Deshalb ging Wallenstein ihnen gegenüber verhältnismäßig vorsichtig vor.
Christian versuchte nochmals, die drohende Niederlage abzuwenden, und unternahm Angriffe von See aus auf das Festland, verlor beim Angriff auf Wolgast allerdings seine letzten Truppen. Noch einmal griff Christian von See her an, mit 100 Schiffen und 8.000 Mann an Bord bei Rügen. Es ging um Stralsund. Klugerweise zog Wallenstein ab.  Nach dem Abzug wurden die dänischen Truppen durch schwedische ausgetauscht, und aus dem Bündnisvertrag wurde die vollständige Inkorporierung der Stadt in das schwedische Königreich. Die Hansestadt Stralsund verblieb bis 1814 unter schwedischer Herrschaft. 

Dieser Konflikt wurde dann offiziell beendet mit dem Frieden von Lübeck am 12. Mai jul./ 22. Mai 1629 greg.  1629.
Dies bedeutete: 
Der dänische König mischt sich in Angelegenheiten des Reiches nur ein, soweit sie ihn als Herzog von Holstein und als Reichsfürst betreffen. Zukünftige Streitigkeiten sollen friedlich durch Verhandlungen oder mit Hilfe eines Schiedsrichters beigelegt werden.
Beide Seiten verzichten auf Schadensersatz, und auch niemandem sonst im Reich ist es gestattet, solche Ansprüche an den dänischen König zu stellen. Ebenso stellt der dänische König keine Ansprüche gegen irgendjemanden im Reich. Der König von Dänemark erhält ohne Zahlungen die besetzten dänischen Lande und die ihm zu Lehen gegebenen Herzogtümer und Fürstentümer in Norddeutschland zurück. Die kaiserlichen Truppen ziehen unverzüglich aus diesen ab.
Die Gefangenen beider Seiten sind unverzüglich freizulassen.
Die Kronen von Spanien, Polen, die Infantin zu Brüssel, das gesamte Haus Österreich, die Kurfürsten und sonstigen Stände des Reiches sowie die Kronen von England, Frankreich und Schweden und die Generalstaaten der Niederlande sollen Vertragsparteien des Friedens sein.
Verschiedene Inseln in der Ost- und Nordsee werden dem Fürstentum Schleswig-Holstein-Gottorf zurückgegeben und die Truppen auf diesen Inseln abgezogen.

Laut den Bedingungen hatte Dänemark den Status quo zu akzeptieren, was im Klartext bedeutete, dass viele kleinere Gebiete Norddeutschlands in die Hände des Kaisers, Ferdinand II., zurückfielen. Das Königreich Dänemark schied damit aus dem Dreißigjährigen Krieg aus.
Es kam zum Restitutionsedikt. Das Restitutionsedikt war eine von Kaiser Ferdinand II. am 6. März 1629 erlassene Verordnung, mit der ohne Einverständnis der evangelischen Reichsstände der Status quo des geistlichen Besitzstands im Reich wieder auf den Stand des Jahres 1552 gebracht werden sollte. Die Protestanten setzten dem Edikt erbitterten Widerstand entgegen, zumal sie befürchteten, dass der Kaiser ein weiteres Edikt erlassen könnte, in dem er auch den vor 1552 säkularisierten Kirchenbesitz restituiert. Daher unterstützte ihre öffentliche Meinung die Invasion des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf. Der griff 1630 in das Europäische Geschehen ein. Auch die anfangs zögerlichen evangelischen Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg schlossen sich dem Schwedenkönig an. Dieser Konflikt wird dann auch als Schwedischer Krieg (1630 - 1635) bezeichnet. Gustav Adolf landete mit seiner Armee am 6. Juli 1630 auf Usedom und zwang Pommern, Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen zu einem Bündnisvertrag.
1630 treten die Städte der Deutschen Hanse zum letzten Mal in Lübeck zusammen. Lübeck, Hamburg und Bremen behalten die Bezeichnung "Hansestadt".
Am 17. September 1631 trafen die Schweden bei Breitenfeld nördlich von Leipzig auf die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Die waren gerade noch an dem Massaker um Magdeburg beteiligt. Bei der Magdeburger Hochzeit galten die Bürger Magdeburgs als vogelfrei. Es kam zu einer enormen Anzahl von Raubzügen, Vergewaltigungen und Ermordungen, auch von Kindern und erwachsenen Zivilisten, obwohl solches im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bei Todesstrafe verboten war. Die Gräueltaten waren so zahlreich und in ihrer Ausführung entsetzlich, dass sogar einige Angehörige der Kaiserlichen Armee darüber erschraken. Es starben 20.000 Bürger und durch folgende Seuchen und Armut wurde die Magdeburger Bevölkerung so auf nur noch 450 dezimiert.
Im weiteren Verlauf drangen die Schweden bis nach Bayern vor, die Gefechte nahmen kein Ende, Wallenstein ließ man am 25. Februar 1634 in Eger ermorden und es kam nachdem viele Bündnisse wieder zerbrochen waren zur entscheidenden Schlacht bei Nördlingen.
Die Schweden gingen aber auch nicht zimperlich mit den Gegnern um. An der Tagesordnung war eine fürchterliche Foltermethode, der Schweden-Trunk.
Dem Gefesselten wurde über einen Trichter Gülle verabreicht und sobald sich der Körper von innen zersetzte gab es  dadurch äußerst schmerzhafte Schläge auf den aufgeblähten Bauch, letztendlich dann meist mit Todesfolge.  
Die Schweden versuchten vergebens die Belagerung von Nördlingen aufzubrechen, es kam dann zu einer Schlacht die ausnahmsweise für damalige Verhältnisse zwei Tage dauern sollte.
Nach ersten Erfolgen am 5. September 1634 wurde der schwedische Angriff um Mitternacht abgebrochen und am nächsten Morgen fortgesetzt. 
Viele unglückliche Zufälle vor allem aber die stark unterschätzte zahlenmäßige Überlegenheit der katholischen Seite und die Kampfkraft der Spanier führten zu einer Niederlage der Schweden  und ihrer protestantischen deutschen Verbündeten. In der Folge verloren die Schweden nicht nur fast vollkommen beide beteiligten Heere mit der Ausrüstung, es kam auch zum territorialen Verlust von Süddeutschland und Franken. Das bis dahin verbündete Kursachsen scherte auch aus und schloss kurz darauf mit dem Kaiser den Prager Frieden.
Eine wichtige Bestimmung war, dass das Restitutionsedikt für 40 Jahre ausgesetzt wurde, es durften keine Bündnisse mehr eingegangen werden und Gebiete mussten zurückgegeben werden.
Ein allgemeiner Frieden in Deutschland konnte aber nicht hergestellt werden, weil Frankreich und Schweden weiter gegen den Kaiser kämpften. Noch mehr als zehn weitere Jahre dauerte der Dreißigjährige Krieg an, bis 1648 der Westfälische Frieden geschlossen wurde. Dabei sind viele Bestimmungen des Prager Friedens übernommen worden.

 

 

 

 

1635