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1526 Die Reformation erreicht Hamburg und Lübeck

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Das Dorf Wulksfelde, heute zu Tangstedt gehörig, wurde zwischen 1526 und 1533 an Marquardt von Bockwolde auf Gut Borstel verkauft. Es wechselte noch öfter seinen Besitzer, 1588 kam es durch Erbteilung an das damals selbständig gewordene Gut Jersbek.

Zwischen 1526 und 1529 baut man am „neuen Graben“ zwischen Stegen und Sülfeld. Die erste schiffbare Verbindung zwischen Hamburg und Lübeck sollte im Rahmen des Alster-Beste-Kanals ausgebaut werden.
1527 erwarb der Dänische König Stapelfeld
Hamburg: 
1529 wurde Hamburg evangelisch. Der Bürgermeister Johann Wetken († 1538) holte sich dazu 1528 von Martin Luther Bugenhagen in die Stadt. Unter dessen Leitung entstand eine Kirchenverfassung. Es war alles nicht einfach, da es mehrere Strömungen der Reformation zu beachten gab.
In den spanischen Niederlanden gab es blutige Gegenreformations-Bemühungen. Die ersten Emigranten  erreichten von dort Hamburg und Altona erst 1567.
Georg Gramlich baut Geschäfte mit Venezuela aus. 1528 bis 1545 versuchten die Welser, eine Augsburger und Nürnberger Patrizierfamilie allerdings mit Klein-Venedig einer größeren Kolonie dort erfolglos ihr Glück. 

Glinde: 1529 erhielt der König von Dänemark und Herzog von Schleswig-Holstein, Friedrich I., den gesamten Klosterbesitz, den dann 1544 sein Sohn Christian III. mit seinen Brüdern teilte. Das waren Auswirkungen der Reformation. So kam Glinde und die Reste des 1529 aufgelösten und 1534 zerstörten Klosters in den Besitz des Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorp. 1529 machte er Trenthorst zum adligen Gut
Ahrensburg
Auch Ahrensburg gehörte zu seinem neuen Besitz nach der Säkularisation. Er belohnte seinen Feldherrn Daniel Rantzau 1567 mit der Herrschaft über diese Dörfer. Dessen Bruder und Erbe Peter Rantzau baute um 1595 den Renaissance-Herrensitz in Form einer Wasserburg und die Schlosskirche, heute die Wahrzeichen der Stadt. Vorbildlich war die Angliederung von "Gottesbuden" (Wohnungen für alte und mittellose Menschen) an die Kirche.
Das „Gut Ahrensburg“ gehörte zu den so genannten Adligen Gütern, die eine erhebliche Selbstverwaltung und Unabhängigkeit besaßen. Für die Bauern bedeutete die Herrschaft der Rantzaus allerdings Leibeigenschaft.
Von 1567 an gehörte Ahrensfelde für drei Jahrhunderte zum Adligen Gut Ahrensburg. Die Leibeigenschaft wurde erst 1797 aufgehoben, nachdem es bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts darüber Auseinandersetzungen mit Gutsherr Detlev Rantzau gegeben hatte. 

Reformation in Lübeck
Reformation in Lübeck

Deutsche Geschichte
Albrecht Dürer der Jüngere stirbt (manchmal findet man ihn auch als Duerer; * 21. Mai 1471 in Nürnberg; † 6. April 1528 ebenda) 
1529 folgt die Inbetriebnahme des Alster-Beste-Kanals und Oldesloe liegt bis zur Einstellung der Schifffahrt um 1550 an der Binnenschifffahrtsverbindung zwischen Hamburg und Lübeck.



Der protestantische Bildersturm in Norddeutschland 1529
Der reformatorische Bildersturm war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Auf Weisung reformatorischer Theologen und der Obrigkeiten, die die reformatorische Lehre angenommen hatten, wurden Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und andere Bildwerke mit Darstellungen Christi und der Heiligen sowie weiterer Kirchenschmuck − teilweise auch Kirchenorgeln − aus den Kirchen entfernt, teils verkauft oder beschlagnahmt, zerstört oder beschädigt.
 
Der Bildersturm betraf Städte und Dörfer in ganz Europa, vor allem im Heiligen Römischen Reich (1522–1566) einschließlich der Schweiz und der Burgundischen Niederlande (1566). Zudem waren auch Schottland (1559) und während des Bürgerkriegs (1642–1649) England betroffen.
Im Norden treten bilderstürmerische Aktionen zuerst in Städten an der Ostsee, Pommern und Sachsen wie Danzig, Magdeburg und Stralsund auf. Eine zweite Welle betrifft von 1528 bis 1534 Niedersachsen und Westfalen. In Bremen veranlasste Christoph Pezel 1582 die Demolierung oder Entfernung aller Bildwerke aus den städtischen Pfarrkirchen.
 
1530:  Lübeck blieb für den gesamten Ostseebereich der Hauptverteiler westeuropäischer Handelswaren. Das genügte, um sich seit den 1530er Jahren einen guten Anteil an dem allgemeinen Wachstum des Handels des 16. Jahrhunderts zu sichern. Mit den enormen Zuwachsraten von Hamburg war das zwar nicht zu vergleichen, doch lassen die zahlreichen Renaissance-Gebäude Lübecks noch heute etwas von der Konjunktur erahnen, die vor allem seit dem 1570er Jahren anzog, als die Lübecker Handelsanteile der Holländer im Ost-West-Handel übernahmen, die damals im Freiheitskampf gegen die Spanier gebunden waren. 

1522-1531: Reformation in Lübeck

Nach fast einem Jahrzehnt innerstädtischer politischer und religiöser Auseinandersetzungen wurde in Lübeck am 31.05.1531 die von Johannes Bugenhagen verfasste Kirchenordnung verabschiedet. Damit war Lübeck protestantisch. Der Weg dorthin war nicht einfach gewesen: Da Lübeck Reichsstadt war, musste es in seiner Politik Rücksicht auf seinen Stadtherrn nehmen, den katholischen, streng antireformatorischen Kaiser. In seiner Funktion als Haupt der Hanse musste es weiterhin die handelspolitischen Auswirkungen der religionspolitischen Entscheidungen bedenken. Das alles führte zu einer streng konservativen Politik des Rates, so dass es von 1522 bis 1531 dauerte, bis sich die reformatorische Bewegung durchgesetzt hatte. Die religiöse Bewegung verband sich mit der sozialpolitischen Unruhe in der Stadt und 1528 kam es zur Einrichtung eines Bürgerausschusses für die Verhandlungen mit den Rat um Steuererhöhungen. Dieser Ausschuss war wie die folgenden jedoch keine neue Institution, die sich die Gemeinde gegenüber dem Rat erstritten hätte, sondern die Ausschussbildung war ein uraltes Recht der seit dem Hochmittelalter als Einung aufgebauten Stadtgemeinde, das in Notzeiten, wenn die Eintracht zwischen Stadtgemeinde und Rat gefährdet war, von Seiten der ersteren rechtens eingefordert werden durfte. In Vereinbarungen zwischen Rat und Bürgerschaft am 30. Juni und 13. Oktober 1530 wurde die Grundlage für eine neue Kirchenordnung geschaffen. 
Die sozialen Auswirkungen der Reformation waren erheblich: Rund 300 Kleriker wurden “arbeitslos”, auch wenn sie ihre bisherigen Pfründen, das heißt ihre materielle Versorgung behalten konnten. Nun gab es nur noch 18 evangelische Prediger. Die Mönche der beiden Bettelorden mussten von der Armenfürsorge leben und die Nachfrage nach Wirtschaftsgütern, die der reich ausgestattete katholische Gottesdienst bislang bewirkt hatte, brach zusammen, so dass dadurch ganze Wirtschaftszweige wie die Maler, Bildschnitzer, Kerzenzieher usw. betroffen waren. 
Das Kloster Reinbek wurde 1528 im Laufe der Reformation aufgelöst und die Gebäude und Ländereien für 12.000 lübische Mark an den dänischen König Friedrich I. veräußert.
 
1531 : Die Herrschaft Jürgen Wullenwevers - Während der politischen und religiösen Unruhen schwang sich der erst wenige Jahre zuvor aus Hamburg nach Lübeck eingebürgerte Jürgen Wullenwever im Jahre 1531 zum Wortführer der Bürger auf. Zwei Jahre später wurde er in den Rat und sofort zum leitenden Bürgermeister gewählt. Seine Politik, die im Grunde eine Fortsetzung der “klassischen”, gegen die freie Sunddurchfahrt wertvoller Handelswaren gerichteten Lübecker Politik war, die nur mit weniger diplomatischen Geschick handhabte, führte zum Krieg gegen Dänemark (die sogenannte Grafenfehde). 1535, nach der Niederlage gegen den dänischen König, wurde die Verfassung Lübecks in restaurativem Geist neu geordnet; Wullenwever trat zurück. Sein politisches Ungeschick hatte darin gelegen, dass er ohne ausreichende Verbündete die militärische Auseinandersetzung mit einem stärkeren Gegner gewagt hatte. Die außenpolitischen Folgen seiner Politik waren nicht so verheerend, wie es oft dargestellt wird, da die Friedensverhandlungen mit Dänemark zu einem Abkommen führten, das die dänisch-lübschen Beziehungen bis zum Ende des Jahrhunderts in ruhigen Bahnen verlaufen ließ und auch für die Stellung Lübecks als Haupt der Hanse hatte das wullenweversche Interim keine negativen Folgen. Selbst bei einem Sieg Lübecks in dieser militärischen Auseinandersetzung gegen Dänemark hätten die strukturellen Merkmale der neuen Zeit, die Stärkung der territorialen Mächte, denen ein “Stadtstaat” wie Lübeck nichts mehr entgegenzusetzen hatte, nichts geändert. 
Mit der Verlagerung des Außenhandels nach Übersee verlor die Hanse, die aufgrund ihrer Monopolstellung keine große Notwendigkeit gesehen hatte, sich Neuerungen gegenüber zu öffnen, im 15. und 16. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Mitgliedsstädte ging immer mehr zurück. Gleichwohl wurde der Versuch einer Reorganisation unternommen und der Kölner Heinrich Sudermann 1556 zum Syndikus der Hanse bestellt, die sich damit erstmals einen eigenen Sprecher und Repräsentanten gab. Nachfolger Sudermanns wurde in der Zeit von 1605 bis 1618 der in Osnabrück gebürtige Stralsunder Syndikus Johann Domann.

 

 

 

 

1635