1500

1501 - 1519 Beginn der Reformationsbewegung

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion

Die Entdeckung der Welt durch die Spanier und Portugiesen wirkt sich auch auf die Hanse aus.Seit mehreren Jahren konzentrierte sich deshalb der hiesige Handel im Wesentlichen auf die Ostseeregion, auf Schweden, Dänemark, Livland, Finnland und Russland. Man erreichte zwar auch noch Gegenden bis Grönland, Spanien, Brasilien und über den Seeweg nach Italien, aber der Umfang des Westhandels war nicht mehr hoch, er erreichte nur einen Bruchteil des Wertes des Ostseehandels.


Nicht nur in Lübeck und Hamburg nahm die Bevölkerung zu, überall in Europa lebten und arbeiteten jetzt mehr Menschen, dadurch blühte in Lübeck der Handel mit Nahrungsmitteln immer mehr auf. In erster Linie war dies Getreide, Fisch und Salz aus der Saline Lüneburg. Auch anderes Salz, grobes Seesalz beispielsweise wurde gehandelt, nachdem es in Raffinerien in der Stadt verfeinert worden ist.
Nach wie vor kamen Rohstoffe aus dem ganzen Ostseeraum nach Lübeck.
Die wurden auch nicht nur umgeschlagen, Metalle aus dem nahen Harz wurden wie viele andere Rohstoffe veredelt oder weiterverarbeitet. Damals war schon deutlich, dass Lübeck ein idealer Standort zwischen Kohle aus dem Ruhrgebiet oder Oberschlesien und den skandinavischen Erzen aus Kiruna war.
 
In Lübeck wird 1502 das St. Annen-Kloster zur Unterbringung der unverheirateten Töchter Lübecker Kaufleute gegründet.
Es gab in Hamburg schon eine Brüderschaft der Schonenfahrer und 1500 bildete sich die St. Anna-Brüderschaft der Islandfahrer am Dominikaner-Kloster St. Johannis.
 
Henning van der Heyde schuf 1504  die St. Georg-Gruppe (1504), ursprünglich für die St. Jürgen-Kapelle an der Ratzeburger Allee. 

1505 gibt es Streit zwischen Lübeck und Mecklenburg um Hoheitsrechte auf dem Dassower See
Bernt Notke wird Werkmeister für St. Petri
1510 bis 11 tobt ein Seekrieg mit Dänemark
Ab 1510 galt Hamburg dann endgültig als Reichsstadt.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts begann im Kloster Reinfeld das Leiden. 1510 begannen Plünderungen der Lübecker und während der sog. "Grafenfehde" 1534 ebenfalls. König Friedrich II. erlegte den Klöstern immer neue Steuern auf, um seine Kriegs - und Staatsschulden zu decken.

 

 

 

 

Kloster Reinfeld
Kloster Reinfeld




Die Herren von Reyneveld mussten viele ihrer Besitzungen verkaufen. Die Reformation tat ihr übriges, während die Abtei noch streng katholisch blieb. In Oldesloe schon wurde bereits 1524 lutherisch gepredigt, 1544 stellte auch die Zarpener Gemeindekirche einen evangelischen Prediger ein. Der Einfluss des Reinfelder Klosters verschwand zunehmends.

Deutsche Geschichte
Schon Mitte des 15. Jahrhunderts nehmen allerorten Beschwerden über die Kirche zu. Ganz öffentlich auf Reichs- und Landtagen und auf Flugschriften wurden die Beschwerden formuliert als Gravamina (Beschwerden) der Deutschen Nation.
Die allgemeine Unzufriedenheit und Erbitterung nahm zu über den Reichtum der Kirche, über den hohen Klerus und über die Verrechtlichung der kirchlichen Heilsmittel (Ablass, Beichte, Buße).
Der Buchdruck bringt zudem eine Flut von Erbauungsliteratur. Die Kirche übertreibt Dotationen und Votivgaben, Reliquienkult, Heiligenverehrung und Wallfahrten.
Trotzdem reichen die kirchlichen Gnadenmittel nicht aus, um Wunder- und Aberglauben, Teufels- und Höllenvisionen zu bannen.
Und dann war da noch die Hexenbulle von Innozenz VIII. (1484), die den Hexenwahn anstachelte. Man setzte ab 1489 die Prozessordnung Malleus maleficarum, den Hexenhammer, der Kölner Dominikaner Institoris und Sprenger um. Noch bis zum 18. Jahrhundert fallen der Hexenverfolgung über 1 Mio. Frauen zum Opfer. Die letzten Hexenprozesse waren 1728 in Berlin und 1775 in Kempten.
1512 wird Martin Luther Doktor der Theologie und Magister (Professor) der Bibelauslegung. 1514 erneuert Leo X. den Ablass zum Neubau der Peterskirche. Am geschäftstüchtigsten agierte der Ablasskommissar des Erzbischofs von Mainz, Tetzel.
Luther war seinerzeit Pastor der Schlosskirche zu Wittenberg.
Mit dem Anschlag von 95 Thesen, am heftigsten gerichtet an das Ablassunwesen, begann die Reformation. Diese brachte Luther in lateinischer Sprache am 31. Oktober 1517 an der Tür der Schlosskirche an.
Der 31. Oktober ist seit der deutschen Wiedervereinigung gesetzlicher Feiertag in den deutschen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Baden-Württemberg ist der Reformationstag schulfrei, liegt allerdings häufig ohnehin in den Herbstferien.
Im Jahr 2017, dem 500. Jahr des Beginns der Reformation, ist der 31. Oktober einmalig ein gesamtdeutscher gesetzlicher Feiertag.
Albrecht Dürer auf der Höhe seiner Kunst 1513 entsteht beispielsweise sein berühmter Stich Ritter, Tod und Teufel

Die Bayerische Landesordnung vom April 1516 beinhaltete auch das Reinheitsgebot für Bier. Zunächst sollte ausschließlich Gerste, Hopfen und Wasser zur Herstellung verwendet werden. Später erst wurde aus der Gerste, Gerstenmalz. Man wusste seinerzeit auch nicht, welche Rolle die Hefe einnahm. Dass seinerzeit das Bier trotzdem gelang lag daran, dass sich die meisten Brauereien neben Backstuben angesiedelt hatten. Von dort gelangten wohl Hefepartikel durch die Luft in die Braubottiche und setzten so den Gärprozess in Gang.


Europäische Geschichte
Gustav Wasa flüchtet 1519 nach Lübeck
In den Niederlanden wirkt Hieronymus Bosch mit seinen grotesken Bilder bis 1516. Diese wirken auch auf Pieter Breughel d.Ä. (bis 1569). 
Leonardo da Vinci stirbt am 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, im französischen Loiretal.

Weltgeschichte
Der Florentiner Amerigo Vespucci (1451 - 1512) unternimmt zwischen 1499 und 1502 Küstenfahrten. Durch seine Reiseberichte wird der neue Kontinent bekannt und seit 1507 auf Vorschlag von Martin Waldseemüller Amerika genannt. 
Kolumbus unternimmt bis 1504 Reisen. Beide werden aber nicht alt, Vespucci stirbt 1512 und Kolumbus schon 1506.


 

 

 

 

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