1345

1356 Erster Hansetag in Lübeck

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
In Lübeck findet im jetzt erweiterten Katharineum das erste Provinzkapitel der Franziskaner statt.
Seit 1358 hat das Kloster Reinfeld auch die Herrschaft über Klein Wesenberg.

 

Europäische Geschichte
Zwischen etwa 1350 und 1400 stand die Hanse als nordeuropäische Großmacht da, was u.a. mit der erfolgreichen Durchsetzung hansischer Interessen bei wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in Flandern zusammenhing. Zu diesem Zweck trat 1356 der erste Hansetag zusammen (also die erste Tagfahrt, an der nahezu alle Hansestädte teilnahmen).
Kaufleute standen im Reich traditionell unter königlich-kaiserlichem Schutz, sie waren die mercatores imperii. Mit dem Ende der staufischen Herrschaft im Reich und den darauf folgenden unsicheren Zeiten des sog. Interregnums ging dieser kaiserliche Schutz faktisch verloren und die fürstlichen Territorialherrschaften konnten (oder wollten) diese Funktion nicht ersetzen. Die Kaufleute fanden eine neue, lokal organisierte Schutzmacht in den Städten. Städte begannen, für die Sicherung der Handelswege zu sorgen und die Einhaltung der Handelsprivilegien ihrer Kaufleute in den Handelszielen zu überwachen. Zu einer Tagfahrt konnte jede Stadt einladen, die eine bestimmte Angelegenheit zusammen mit anderen Städten regeln wollte. 
Dies war keine offizielle Gründung der Hanse, aber das erste Mal, dass sich nahezu alle Städte im Interesse ihrer Vorteile und Handelsprivilegien zu einem gemeinsamen Vorgehen koordinierten und als Bund van der düdeschen hanse auftraten. Die deutsche Hanse war vor und auch nach diesem „Zusammenrücken“ eher frei organisiert, hatte keine Verfassung und keine Mitgliederlisten, keine dauerhafte eigenständige Finanzgebarung oder Beamte.

Die Beschlüsse der Hanse auf den Tagfahrten und ab 1356 auch auf Hansetagen wurden in den Hanserezessen protokolliert. Die Beschlussfindung fand nicht nach Mehrheiten statt, sondern unterlag dem Prinzip der Einigkeit. Es wurde diskutiert und verhandelt, bis „man sich einig“ war, wobei Enthaltungen als Zustimmung gewertet wurden. Die entsendeten Vertreter der Städte, die Tagfahrer, hatten jedoch nicht die Vollmacht, im Namen ihrer Stadt eine Entscheidung zu treffen, sondern kehrten mit dem Ergebnis des Hansetages in ihre Stadt zurück, wo es beim Rat der Stadt lag, ob der Beschluss angenommen wurde, oder nicht. Dies führte dazu, dass es kaum einen Beschluss eines Hansetages gab, der tatsächlich von allen Städten der Hanse mitgetragen wurde. Vielmehr hing die Zustimmung und die Beteiligung einer Stadt davon ab, ob die Angelegenheit ihren wirtschaftlichen Interessen entsprach, oder nicht. Ein Handelsembargo gegen England konnte z.B. durchaus den Interessen Lübecks entsprechen, jedoch von Köln wegen seiner alten Handelsbeziehungen zu London strikt abgelehnt werden. Gerade diese Freiheit der Städte, Beschlüsse von Hansetagen für sich anzunehmen oder abzulehnen, machte das Prinzip der Einigkeit auf den Hansetagen erforderlich. Um eine Zustimmung möglichst vieler Städte zu erreichen, wurde so lange verhandelt, bis die meisten von ihnen mit dem Ergebnis zufrieden sein konnten.

Auf den einzelnen folgenden Hansetagen wurden dann jetzt  alle die Mitglieder betreffenden wichtigen Angelegenheiten behandelt, wie z. B. Ratifizierung von Verträgen, Neuaufnahme oder Ausschluss von Mitgliedern, Handelsprivilegien, diplomatische Aktivitäten der Hanse, Krieg und Frieden, Wirtschaftssanktionen, finanzielle oder militärische Maßnahmen, wirtschaftliche Vorschriften aller Art, Schlichtung von Konflikten zwischen Hansestädten und Beratung Beratung

Ab 1358 im Bund „van der düdeschen Hanse“ sichert man sich Handelsvorteile so: Stapelrecht eigener Waren; Stapelzwang (Warenvorlage) für fremde Kaufleute und andere Privilegien.

Die wirksamste Waffe ist die Verhansung (Warenboykott eines Hafens oder Landes) auf Grund von Rezessen (Beschlüssen) auf diesen Hansetagen. Die Hansestädte mit sog. Vororten. sind landschaftlich in Quartiere gegliedert. Führend wird das wendische Quartier mit Lübeck.

Es existiert jedoch keine Verfassung des lockeren Bundes, dessen Mitgliederbestand (über 200 Städte) wechselt. Man unterhält ausländische Kontore: Nowgorod (Peterhof), London (Stalhof), Bergen (Tyske Bryggen) und so weiter. Jährlich gibt es den Heringsmarkt in Schonen (Falsterbro)

Weltgeschichte
13.-16 Jh. Inkas und Azteken, Mittel- und Südamerika