1186

1192 - 1224

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Für den kurzen Zeitraum von 1192 bis 1201 ist die Lübecker Burganlage wieder in gräflich-holsteinischem Besitz gewesen und wurde 1217 von König Waldemar II von Dänemark übernommen.

 

Im Jahre 1195 wurde das Dorf Bargfeld zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In der heute nicht mehr existierenden Urkunde gab Adolph III. von Schauenburg, Graf von Wagrien, Stormarn und Holstein, nach einem verlorenen Rechtsstreit mit den Domherren der Hamburger Kapelle Sankt Nikolaus unter anderem bekannt, dass der Zehnte eines Dorfes namens Berchfelde künftig zur Finanzierung der Domherren aufgewendet würde. Dieses Versprechen wurde allerdings nie oder nur beschränkt eingelöst.
Auch Ahrensfelde wurde 1195 erstmals urkundlich erwähnt. Es bestand aus der im Forst Hagen gelegenen Burg und dem umgebenden Dorf.
Hamberge (das alte Lancowe) wurde 1197 in die beiden Orte Hamberge und Hansfelde, als Hof des Lübecker Domkapitels aufgeteilt.

Um etwa 1200 wurde die „Arx Arnsburga“, auch Burg Arnesvelde genannt, gebaut. Zuvor stand dort eine noch nicht datierte Fluchtburg, deren Ausmaße durch die äußeren Wallgräben im Forst Hagen im Süden der jetzigen Stadt Ahrensburg noch gut erkennbar sind. Das Wappen der Stadt gibt die Burg Arnesvelde im oberen Wappenfeld wieder. Auf der Burg beheimatete Vögte sind 1295 und 1304 bezeugt. 1326 verlegte der Schauenburgische Graf Johann III. den Sitz seines Vogtes nach Trittau und gab die Burg auf.

Reste Burg Arnesvelde
Reste Burg Arnesvelde

Aus den Steinen der Burg wurde später das Ahrensburger Schloss errichtet. Auch Groß Barnitz ist um 1200 im Rahmen der deutschen Nordostsiedlung gegründet worden. Klein Barnitz existierte schon früher. Im 13. Jahrhundert gehörte es zum Lübecker Domkapitel, seit der Reformation war es als sog. Lübsches Stadtstiftsdorf im Besitz des Lübecker Johannisklosters. Der Ortsname ist vermutlich wendischer, also westslawischer Herkunft. Die Bedeutung ist nicht abschließend geklärt. Einerseits könnte der Name auf die Gründung durch einen 'Berislav' als Ortsgründer hinweisen, wahrscheinlicher ist aber die Herleitung des Namens aus der Beschreibung der örtlichen Gegebenheit. Wörtlich übersetzt in das Hochdeutsche bedeutet 'Barnitz' nämlich so viel wie 'Birken-Au', was auf eine mit Birken bestandene Flussniederung hindeutet. Insgesamt tragen im ehemals wendischen Raum drei Orte und ein kleiner Fluss diesen Namen.

Ein direkter Zusammenhang mit dem Fluss Barnitz, welcher bei Bad Oldesloe in die Beste und dann als Beste weiter mit der Trave zusammenfließt, kann daher trotz der relativen räumlichen Nähe nicht zwingend hergeleitet werden. Die Trave verleiht, soweit in unserer Geschichtsschreibung nachvollziehbar, seit je dem gemeinsamen weiteren Verlauf des Gewässers den Namen.

Belege für frühere Besiedlungen in diesem Gebiet sind ein in den siebziger Jahren entdeckter steinzeitlicher Urnenfriedhof bei der Siedlung 'Heidberg' (1 km östlich von Barnitz) und ein mit zwei Schriftzeichen sowie einer Blutrinne im Form eines Blitzes versehener Opferstein in Lokfeld. Die Schriftzeichen zeigen noch deutlich den Einfluss der phönizischen Schrift, aus der sich die spätere und eigenständige Runenschrift entwickelt hat.

1201 überfiel Herzog Waldemar II. Hamburg, besetzte Stadt und Region und nahm Adolf III. gefangen. Auch Lübeck kommt so in seinen Besitz. Hier gibt es eine erste Ratsverfassung, denn in einer Urkunde werden Ratmänner ("consules") erwähnt.
In Lübeck beginnt man mit Bauarbeiten der Marienkirche, Jacobikirche und der Petrikirche.
Friedrich II. König von Staufen trat 1214 die Ländereien nördlich der Elbe an das Königreich Dänemark ab, um sich ein Bündnis gegen die Welfen zu sichern. Hamburg wurde von einem dänischen Statthalter verwaltet. Die fremden Besatzer ließen beide Teile der Stadt näher zusammenwachsen. Hamburg einte sich unter einem Rathaus, Rat und Gericht.
1215 wird die bischöfliche Mühle Schwartau Molendinium szwartowe in einem Dokument genannt.
Der Ort Dassow wird 1219 erstmals als Dartzowe (altpolabische Bezeichnung für Ort der Dornen oder Gesträuche) urkundlich erwähnt. Aus der slawischen Burg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts eine deutsche Burg mit einer Siedlung, günstig gelegen an der Straße von Lübeck nach Wismar. Der Bischof von Ratzeburg verzichtete den Lübeckern gegenüber auf seinen Anteil am Brückenzoll der Dassower Brücke über die Stepenitz. Der Herzog seinerseits verzichtete im Folgejahr.
1221 wurde durch das Kloster Reinfeld in Zarpen die Kirche gegründet. 
1223 wird dann König Waldemar II. durch den Grafen von Schwerin gefangengenommen.
Deutsche Geschichte
Am 6.8.1195 starb Heinrich der Löwe in Braunschweig, nachdem er sich 1194 mit Kaiser Heinrich VI. wieder versöhnt hatte. 
16. Februar 1219: Die erste Marcellusflut trifft die Nordseeküste, die größten Schäden entstehen in der Nähe des Jadebusens

Weltgeschichte
12.und 13 Jh. Mongolen erobern Asien und Osteuropa 13.-16 Jh. Inkas und Azteken, Mittel- und Südamerika

 

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