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1138 -1139 in Reinfeld

Geschichte in Hamburg, Stormarn und der Traveregion
Reinfeld: Es gab bis ins 12. Jahrhundert hinein häufige Unruhen.

 

Zeiten friedlichen Miteinanders wechselten sich mit Überfällen und Plünderungen ab. Erst im Winter 1138/39 gelang es den Stormarnern und Holsteinern in einem Rachefeldzug unter der Führung des Ritters Heinrich von Badwide im Auftrag des Grafen Adolf II. von Holstein, die Slawen endgültig zu unterwerfen und zum Teil zu vertreiben. Der Graf bekam Wagrien als Lehen zugeteilt und begann, deutsche Bauern aus dem Süden und Südwesten nach Süd- und Ostholstein zu holen, um das Land dort neu zu besiedeln. Sie gründeten auch in Stormarn neue Dörfer und Gemeinden wie z. B. Ratzbek, Feldhorst (ehemals Steinfeld), Willendorf, Stubbendorf und Rehhorst. Neue Dörfer, die in der Nähe alter slawischer Siedlungen entstanden, erhielten oft zur Unterscheidung Vorsilben wie „Neu“ oder „Groß“, während die alten Siedlungen mit „Alt“ bzw. „Klein“ gekennzeichnet wurden. (Beispiele: Groß- und Kleinbarnitz, Neuen- und Altengörs). Manchmal wurden die ursprünglichen Bewohner aber auch vertrieben, wenn ihr Dorf auf dem besseren Boden stand.

Doch das Gebiet an der unteren Heilsau blieb weiterhin ein unbewohnter Sumpf. Um hier die Grundlage für eine Ansiedlung zu schaffen, brauchte man Fachleute, die mit wasserbautechnischen Aufgaben vertraut waren, die Urwälder kultivieren und Sümpfe trocken legen konnten. Das waren die Mönche des Zisterzienser-Ordens. Dieser hatte sich von den Benediktinern abgespalten, weil jene ihnen zu weltlich wurden. Eine ihrer Ordensregeln verlangte, dass neue Klöster nicht in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Siedlungen errichtet werden sollten. 

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