Geschichte der Luftfahrt in Ausschnitten

Die erste Luftschifferin war Madame Thible. Sie stieg mit der Montgolfiere "Le Gustave" am 4. Juni 1784 in Lyon auf.
Der Übergang vom Ballon zum Luftschiff ist fließend.  Der eigentliche Ballon ist von der Luftströmung abhängig. Die Flugrichtung konnte nicht beeinflusst werden. Um einen lenkbaren Ballon zur Verfügung zu haben, versuchte man, den Ballons einen Antriebsmechanismus beizugeben. Hier zeigte es sich, dass die üblichen Formen des Ballons nicht günstig waren. Es entstanden die ersten unstarren Luftschiffe: Ballons in länglicher Form mit verschiedenen Antriebsmotoren. Die zweite Entwicklungsstufe war das halbstarre Luftschiff, das ebenso wie das unstarre ein Prallluftschiff, ein Blimp war. Der Flugkörper fällt nach dem Ablassen des Gases zusammen. Lediglich eine umlaufende Schiene hält die Pilotengondel mit dem Flugkörper in Verbindung.

Luftschiffe im engeren Sinne sind schließlich die starren Luftschiffe geworden; bei ihnen besteht der Flugkörper aus einem Stützskelett und einer darüber gezogenen gasdichten Haut.
Die größten Erfolge hatten die von dem Grafen Ferdinand von Zeppelin (* 8. Juli 1838 in Konstanz; † 8. März 1917 in Berlin) gebauten Luftschiffe. Der erste Aufstieg des Luftschiffs LZ 1 fand am 2. Juli 1900 statt. Die Länge des Luftschiffs betrug 128 m. Das Volumen 11.000 m³ in 16 Gaszellen. Über einem Aluminiumgerüst spannte sich eine Außenhaut aus imprägniertem Baumwollstoff. Die zwei Gondeln waren mit je einem Daimler-Motor mit 14,2 PS ausgestattet.


Im Sommer 1901 flog der erste bemannte motorisierte Doppeldecker der Gebrüder Wright,   Wilbur Wright (* 16. April 1867 in Millville, Indiana; † 30. Mai 1912 in Dayton, Ohio) und Orville Wright (* 19. August 1871 in Dayton, Ohio; † 30. Januar 1948 ebenda). Ihre Entwicklung basierte auch zum Teil auf den Berliner Otto Lilienthal.

Die Schauflüge von Wilbur Wright in Frankreich ab August 1908 stimulierten den Flugsport; aufgrund der führenden Rolle im Automobilbau entwickelte sich der Motorflug besonders in Frankreich, während in Deutschland die Entwicklung des Luftschiffs vorangetrieben wurde. Louis Blériot, Henri Farman und Léon Levasseur waren die dominierenden Konstrukteure der Anfangszeit.
Louis Blériot machte am 25. Juli 1909 Fluggeschichte, als er in 17,5 Min. auf einem Blériot-XI-Eindecker von Calais nach Dover flog (3-Zylinder-Anzani-Motor, 25 PS, 2-m-Propeller). Charles Rolls (* 27. August 1877 in Berkeley Square, London; † 12. Juli 1910 in Bournemouth) überquerte als erster am 2. Juni 1910 den Ärmelkanal hin und zurück in einem Wright-2-Decker.
Das herausragende Ereignis dieser Zeit war der Flugtag in Reims (1909), auf dem sich neben den Flugzeugen Blériots auch Antoinette-Eindecker und Voisin-Doppeldecker hervortaten. Blériot-Eindecker belegten die ersten Plätze beim Europa-Rundflug am 18. Juni 1911 und beim 1. Großbritannien-Rundflug am 22. Juni 1911. Auch das erste englische Flugderby am 8. Juni 1912 wurde von einem zweisitzigen Blériot-Eindecker unter dem Engländer Thomas Sopwith gewonnen.

In Deutschland wurden als erste Maschinen fertig gekaufte französische Modelle geflogen. Ab Anfang 1909 ließen die Gebrüder Wright ihre Typen in Deutschland bauen, am 17. September 1909 flog Orville Wright mit 172 m in Berlin einen neuen Höhenweltrekord.
Hans Grade gründete 1905 das Grade-Motorenwerk in Magdeburg und machte ab 1908 Flugversuche. Er gewann endgültig am 30. Oktober 1909 in Berlin Johannisthal den rein deutschen Konstruktionen vorbehaltenen Lanz-Preis der Lüfte und führte am 9. April 1911 in Magdeburg einen Höhenflug von 1450 m aus. Seine Eigenkonstruktionen fanden später aber keinen größeren Markt.

Dann entdeckt natürlich weltweit das Militär die Luftfahrttechnik vom Hubschrauber bis hin zu Düsentriebwerken. Nach dem Ersten Weltkrieg und trotz der Beschränkungen durch den Versailler Vertrag entsteht  die Hamburger Luftfahrtindustrie, aus der später die Airbus-Industrie und die Hamburger Flugzeugwerft wird, einem der größten Arbeitgeber Nordeuropas. Im Zweiten Weltkrieg wurden Pläne verfolgt die Halbinsel Priwall zu einem Luftkreuz des Nordens zu machen. Der Weg führte dann zur bemannten Raumfahrt über das naheliegende Peenemünde. Hiermit war natürlich kriegsbedingt Schluss.
Auch die deutschen Flugzeugträger sind nicht mehr fertig geworden.

Die mächtigsten Strahlflugzeuge wurden in Frankreich entwickelt und gebaut. Das war die Baureihe Concorde, das erste Überschall-Passagierflugzeug im Linienflugdienst. Es wurde von 1976 bis 2003 betrieben. Die Concorde wurde von der französischen und britischen Luftfahrtindustrie auf Basis eines Regierungsabkommens vom 29. November 1962 gemeinsam entwickelt und erreichte maximal Mach 2,23 (2405 km/h). Die Ära dieser Flugzeuge fand aber sein Ende durch einige schwere Unglücksfälle zuletzt im Jahr 2000.

Auf dem Flug 4590 der Air France verunglückte am 25. Juli 2000 bei Gonesse eine Concorde kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles de Gaulle. Der Flug AF4590 war ein Charterflug im Auftrag der Peter Deilmann Reederei, Neustadt (Holstein). 99 der 100 Passagiere befanden sich auf dem Weg nach New York, um an einer Kreuzfahrt mit der Deutschland durch die Karibik teilzunehmen. Weiterhin starben vier Angestellte des Hotels, auf das die Concorde stürzte als sie noch versuchte den Flughafen Le Bourget zu erreichen. 

Am Flughafen Le Bourget befindet sich jetzt auch  das Luftfahrtmuseum Musée de L'Air et de L'Espace.
Hier entstanden auch 2008 die Fotos. Die erste und die letzte Concorde kann dabei auch besichtigt werden.

 

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