Industrialisierung

1914 - 1918 Erster Weltkrieg im Trave-Raum

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte rund 17 Millionen Menschenleben.

Das Attentat von Sarajevo – die Ermordung des österreichischen Thronfolgers am 28. Juni 1914 – führte zur sogenannten Julikrise, in deren Verlauf die Verbündeten ihre Mobilmachungen anordneten. Der Krieg begann zwischen Österreich-Ungarn und dem Königreich Serbien, das durch das zaristische Russland unterstützt wurde, während das Deutsche Reich der Donaumonarchie Unterstützung zusicherte. Diese Mittelmächte, zu denen sich auch das Osmanische Reich und Bulgarien gesellten, sahen sich einem Zweifrontenkrieg gegenüber, da die Entente-Mächte Frankreich und Großbritannien auf Seiten des Russischen Reiches und Serbiens eingriffen. Später kamen Japan, Italien, Portugal, Rumänien, Griechenland, die USA und andere Länder hinzu.

Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz (Artillerie, Flugzeuge, Luftschiffe) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde. Da es weder die Waffentechnik noch die taktischen und strategischen Voraussetzungen für einen Bewegungskrieg gab, entwickelte sich bald an fast allen Fronten ein zermürbender Stellungskrieg. Auf den Schlachtfeldern vor Verdun, an der Somme, in Flandern, den Karpaten und am Isonzo fielen auf beiden Seiten Millionen Soldaten, ohne dass sich die militärische Lage kriegsentscheidend änderte.


Eine gewisse Rolle spielte auch der Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg. Er war Kanzler unter Kaiser Wilhelm von 1909 bis 1917. 

In Hohenfinow, Brandenburg, erinnert heute nur noch das verwitterte und teilweise zerstörte Grab des Reichskanzlers an den Sohn des Ortes. Er ist der einzige Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs, nach dem keine Straße benannt wurde. Sein Sohn Felix von Bethmann-Hollweg war verheiratet mit Marie-Luise Altenhof. Diese war die zweite Tochter von Theodor Reventlow. Theodor (1870-1938), war Königlich-Preußischer Kammerherr und Mitglied des preußischen Herrenhauses. Er erbte Besitzungen von knapp 5300 ha und war somit einer der bedeutendsten Großgrundbesitzer Schleswig-Holsteins geworden.
Cay, der älteste Sohn von Felix von Bethmann-Hollweg erbte so das Gut Jersbek.

Zum Ersten Weltkrieg ist wegen der räumlichen Nähe nennenswert der Kieler Matrosenaufstand:
Der Kieler Matrosenaufstand fand Ende Oktober 1918 - gegen Ende des Ersten Weltkrieges - statt. Er nahm seinen Anfang, als es auf einzelnen Schiffen der vor Wilhelmshaven ankernden Kaiserlichen Marine zu Befehlsverweigerungen kam, und mündete schließlich in eine Meuterei mehrerer Schlachtschiff-Besatzungen gegen den Befehl, zum "letzten Gefecht" gegen die britische Marine auszulaufen. Anfang November eskalierte er in den offenen Aufstand der Kieler Matrosen. Dieser weitete sich binnen weniger Tage zur Novemberrevolution aus, die zum Sturz der Monarchie in Deutschland führte.
Am 3. November 1918 waren 500 Soldaten mit Maschinengewehren aus Lübeck nach Kiel befohlen worden, sie sollten gegen die dort meuternden Matrosen marschieren, kamen aber nicht zum Einsatz. Stattdessen wurde das besonders unruhige 3. Geschwader von Kiel nach Lübeck verlegt. Die Schiffsbesatzungen marschierten in die Kasernen in der Fackenburger Allee und auf Marli ein, besetzten Bahnhof und Post und sperrten Offiziere im Hotel “International” ein. Nach Kiel war Lübeck die erste Großstadt des Reiches im Zeichen der Revolution. Anders als in Hamburg und Bremen wurde aber das Rathaus nicht besetzt und ein Soldaten- und ein Arbeiterrat handelten hier. Wesentlich trug die geschickte Reaktion des Juristen und Bürgermeisters Emil Ferdinand Fehling zum friedlichen Verlauf bei. Am 11. Dezember wurde dann das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht eingeführt. 

Das in Lübeck beheimatete 3. Hanseatische Infanterie-Regiment, das “Regiment Lübeck” war in den ersten Kriegstagen zunächst nach Sylt kommandiert, man befürchtete eine britische Landung. Am 22. August 1914 rückte es dann nach Belgien aus und blieb während des ganzen Krieges an der Westfront.

 

 

 

 

Weimarer Republik