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Das Wakenitzufer - Spazierweg der Lübecker

Man genießt die beschauliche Landschaft, den Blick auf die Türme der Stadt, deren Silhouette in einigen Windungen des Nebenflusses derTrave freigegeben wird. Bereits 1798 wurde ein solcher Spaziergang als besonders vorzüglich empfohlen: "Die drey Fischerbuden; vor dem Mühlenthore, an  dem Ufer der Wacknitz, in verschiedenen Entfernungen. Zu allen dreyen kann man zu Wasser, vom Hüxterthore, oder der Schafferey, as, gelangen. Man hat daselbst Gelegenheit, mit frisch gefangenen Fischen bewirtet zu werden. Der mittlere, wohin man sch in der Gegend der Weber-Koppel übersetzen läßt, gewährt eine vorzügliche Aussicht unter angenehmen Parthien von Eichbäumen."
Die Fischerbuden, nach denen die Plätze heute noch benannt sind, waren grob zusammengezimmerte Hütten, in denen die Fischer übernachteten, falls sie bei ihrem Fang den Zeitpunkt der Torsperre verpasst hatten. Und das kam regelmäßig vor. Bis in das 17. Jahrhundert hinein wohnten die Fischer noch in der Stadt. 

 

 

 

 

Wakenitzufer Lübeck

Wakenitzufer Lübeck beim Drägerpark

Die Buden und Horste waren ihr Arbeitsplatz. 14 davon lagen am Lauf der Wakenitz zwischen der Stadt und dem Ratzeburger See. Viele sind heute als feste Bauten erhalten: Müggenbusch (das bis 1850 Eichenhorst hieß), Brunshorst (ehemals Flintenbude), Absalonshorst (das nach dem früheren Besitzer Absalon Kempen benannt wurde), Bothenhorst (das seinen Namen einem Arbeiter Boot, der 1750 dort lebte, verdankt), Nädlershorst (ehemals eine Fährstelle, die nach Nadelmachern benannt wurde) und schließlich Spieringshorst, das in alten Kirchenbüchern noch als Hüxtertorhorst bezeichnet wird. Dort lebte die Familie des Fischer- und Schwanenmeisters Spiering. Hans Spiering hatte die Reste einer Burg bezogen, die 1595 Gothart von Hoeveln bauen ließ.
Die große Zahl der Fischerbuden ist nicht weiter verwunderlich. Die Wakenitz ist ein ausgezeichnetes Revier. 1994 sind es vor allem die Freizeitangler, die in großer Zahl den Schleien, Rotaugen, Aalen, Barschen und Hechten nachstellen. Die Brachsen aus dem Ratzeburger See haben in der Wakenitz ihre Laichplätze. Wahre Prachtexemplare der Hechte werden immer wieder gefangen. So mancher Fisch bringt 20 Pfund auf die Waage. Aufsehen erregen aber die außerordentlichen Welse, die aus der Wakenitz gezogen wurden: Bis zu zwei Meter lang, so um die 40 Jahre alt. 
Der Landschaftsraum der Wakenitz entstand, als die Gletscher der Eiszeit schmolzen. Die Wakenitz ist ein junger Fluss, der vor 20.000 Jahren noch nicht existierte. Das Schmelzwasser sammelte sich in der Lübecker Mulde. Es strömte im Bereich der Wakenitz von Norden nach Süden zum Ratzeburger See, also genau in der umgekehrten Richtung, die der Fluss heute nimmt. Erst als die Eismassen noch weiter zurückwichen, drehte sich die Fließrichtung um. Vor 8000 Jahren suchte sich das Flüsschen den Weg, den es heute noch nimmt. Das breite Bett und die seenartigen Wasserflächen entstanden, als der Fluss im Mittelalter mehrfach aufgestaut wurde, um Mühlen zu betreiben.
Seit die Ufer der Wakenitz im 18. Jahrhundert zu beliebten Spazierwegen wurden, plant und baut die Stadt Wanderwege. Die ersten größeren Pläne bestanden vor 1945. Aber erst durch den Dräger-Wanderweg wurde die Landschaft in den 1970er und 80er Jahren großflächig erschlossen.

 

 

 

 

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