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Bühnen der Hansestadt Lübeck

Das Theater Lübeck (früher: Bühnen der Hansestadt Lübeck oder im Volksmund kurz Stadttheater) wird heute von der Lübecker Theater gGmbH, einer Gesellschaft der Hansestadt Lübeck, betrieben und ist eines der großen Theater in Schleswig-Holstein.

Das bürgerliche Interesse an Schauspiel und Oper erwachte auch in Lübeck erst im Zuge der Aufklärung. Die erste Oper wurde am 2.Juni 1746 im Hause des Zimmermeisters Schröder Ecke Königstraße/Wahmstraße aufgeführt. Der Vorgängerbau des heutigen Theaters von 1752 und das Verhältnis von Ensemble zum städtischen Großbürgertum im 19. Jahrhundert wird ausführlich von Thomas Mann in seinen Buddenbrooks sowie von Ludwig Ewers in seiner Großvaterstadt beschrieben.

Zunächst waren die Aufführungen noch an bürgerliche oder kirchliche Institutionen gebunden wie die spätmittelalterlichen Kaufmannsverbindungen der »Zirkelgesellschaften« oder die Schulspiele der Lateinschule St. Katharinen. Noch gab man sich mit Laiendarstellern zufrieden. 
Wanderbühnen besuchten ab dem 17. Jh. die Stadt, 1637 erstmals schriftlich bezeugt. Theaterausübung konnte also frei und unabhängig erfolgen. Die Darsteller traten meist auf dem Marktplatz auf, später auch in geeigneten Privathäusern. Mitte des 18. Jahrhunderts geschah dies immer öfter im Haus der besonders theaterbegeisterten Zimmermeisters Hermann Hinrich Schröder in der Königstraße, Ecke Wahmstraße. 
Dies wurde dann 1751 offiziell, indem Hermann Hinrich Schröder für die Aufführungen in diesem Haus das Theaterprivileg von der Stadt erhielt. Schon 1746 erfolgte die erste Opernaufführung, »Ipermestra«, dargeboten von einer italienischen Operntruppe unter Leitung von Pietro Mingotti, der das Schrödersche Haus auf eigene Kosten auch umbaute. Damit begann die Zeit immer öfter eingetretener Theaterneu- und Umbauten.
Nach 25 Jahren verkaufte Schröder das Haus an Hinrich und Johannes Ebbe. Die Brüder führten es als »Ebbesches Theater« weiter. Im Jahr 1799, trat an die Stelle der wechselnden Wanderbühnen in erweiterten Räumlichkeiten erstmals ein stehendes Theater mit einem festen Ensemble. Schauspiel- und Opernvorstellungen erfolgten regelmäßig, bis 1857 sich viele ein zeitgemäßer ausgestattetes, repräsentatives Gebäude wünschten. Unter der Federführung einer aus Mitgliedern des Senats und aus wohlhabenden Kaufleuten sich begründenden Aktiengesellschaft, der Casino-Gesellschaft wurde ein kompletter Theaterneubau nach den Plänen des Eisenbahnbaudirektors Benda beschlossen und begonnen.

Am 3. März 1857 fiel der Vorhang im alten Theater endgültig. Genau ein Jahr später, am 3. März 1858 eröffnete der Neubau, der neben der Bühne nun auch verschiedene Gesellschaftsräume enthielt. Knapp 50 Jahre war hier jetzt Betrieb. Hier fanden beispielsweise Erstaufführungen von »Der Ring des Nibelungen« (zunächst ohne »Götterdämmerung«), »Die Meistersinger« oder »Tristan und Isolde« für Lübeck statt. Die von Thomas Mann beschriebenen Wagner-Erlebnisse erfolgten hier im Casino-Theater. 

Stadttheater Lübeck

Mittlerweile nun seit mehr als 250 Jahren kommt man dafür aber in die Beckergrube im Herzen der Altstadtinsel, wo noch heute zwischen Wohn- und Geschäftshäusern der Theaterbau mit seinen mittlerweile drei Bühnen zu finden ist. Man fand aber den Zuschauerraum zu unbequem und die Feuersicherheit ließ auch zu wünschen übrig. Verschiedene spektakuläre Theaterbrände seit Ende des 19. Jahrhunderts und schließlich verschärfte Sicherheitsgesetze führten zur Schließung des alten Theaters zu Ostern 1905 durch den Senat.
Neun Monate erörterte man erbittert die Bauplatzfrage. Fast kam es zu keiner Einigung bis endlich Senator Emil Possehl sich durchsetzen konnte und mit einem an ein Ultimatum gebundenes Angebot einer großzügigen Grundstücksschenkung Ende 1905 die Entscheidung herbeiführte. Gebaut wurde durch den Dresdner Architekten Martin Dülfer sowie dessen örtlichen Bauleiter Max Baudrexel. Die Reliefs im Hauptgesims der Sandsteinfassade sind eine Arbeit des Bildhauers Georg Roemer. Das Mittelfeld stellt Apollo und die neun Musen dar, jeweils seitlich Komödie und Tragödie. Die das Giebeldreieck tragende Gruppe von Karyatiden und Atlanten ist eine Arbeit des in Hamburg ansässigen Bauplastikers Karl Weinberger. 
Das Angebot umfasste ursprünglich alle Sparten. Nach Einstellung des Balletts bietet es in Großem Haus (Opernhaus), Kammerspielen und auf der Studio-Bühne (die seit der Spielzeit 2007/2008 unter dem Namen Junges Studio firmiert) Musiktheater, Sprechtheater und Konzerte der Lübecker Philharmoniker. Hier begannen Hermann Abendroth, Wilhelm Furtwängler und Christoph von Dohnányi ihre Karrieren. Henry Vahl, Horst Frank oder Joachim Hermann Luger gehörten zu seinem Ensemble.
Das Haus wird von einem Direktorium geleitet, das sich zusammensetzt aus Christian Schwandt (Geschäftsführender Theaterdirektor) und Pit Holzwarth (Schauspieldirektor). Ab der Spielzeit 2013/14 ist Dr. Katharina Kost-Tolmein Operndirektorin und Ryusuke Numajiri Generalmusikdirektor des Hauses.

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Theaterschiff Lübeck