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St. Nikolai am Klosterstern


Die Hauptkirche St. Nikolai wurde 1962 in Hamburg-Harvestehude am Klosterstern/Harvestehuder Weg eingeweiht und löste als Hauptkirche die kriegszerstörte Ehemalige Hauptkirche St. Nikolai ab, die heute als Ruine und Mahnmal weiterbesteht.

Sie ist eine der fünf Hamburger Hauptkirchen und als Rundbau mit Glockenturm ausgeführt.

St. Nikolai am Klosterstern

Der Entwurf stammt von den Architekten Dieter und Gerhard Langmaack. 
Einer der ersten bedeutenden Aufträge von Gerhard Langmaack war 1925/1926 der Bau der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg nach Plänen von Fritz Schumacher. Er wirkte auch an anderen Hamburger Kirchen mit:

St.-Jürgen-Kirche in Hamburg-Langenhorn (1938/1939)
Wiederaufbau der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg
Wiederaufbau der St.Markuskirche in Hamburg-Hoheluft (1949) mit Otto Bartning 
St.Martinuskirche in Hamburg-Eppendorf (1949) mit Otto Bartning
Kreuzkirche in Hamburg-Billstedt (1953) 
St.Michaelskirche in Hamburg-Bergedorf (1955) 
Bodelschwinghkirche in Hamburg-Winterhude mit Nebenräumen (1960/1962) (zusammen mit seinem Bruder Dieter)
Renovierung der St.-Johannis-Kirche in Hamburg-Eppendorf (1961)

Der Turm von St. Nikolai erreicht mit der rund 3 Meter hohen Wetterfahne eine Höhe von 89,4 Metern und ist damit der siebthöchste Kirchturm in Hamburg nach den Türmen der fünf alten Hauptkirchen und der St.-Gertrud-Kirche auf der Uhlenhorst. Die gesamte Länge beträgt etwa 40,5 Meter und die Breite etwa 35 Meter.
Der Bau vereint den Turmriegel mit Helm und ein Kirchenschiff mit Flachkuppel. Der organisch ausschwingende Grundriss fasst ein Mittelschiff, den Altarraum sowie einen Nebentrakt zusammen, auf dem die Orgelempore angeordnet ist. Das Orgel-Prospekt greift das in Hamburg beliebte Motiv des Schiffsbugs auf. Die Planung der Orgel übernahm Ernst-Karl Rössler von der Musikhochschule Freiburg, der Bau erfolgte im Jahre 1966 durch die Kölner Orgelbaufirma Willi Peter. Das Instrument wird bis heute nicht nur im Gottesdienst, sondern auch für Konzertveranstaltungen genutzt.
Der Kirchenbau gilt als einer der bedeutendsten Sakralbauten in Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Vieles der Einrichtung deutet auf die alte St. Nikolaikirche hin. Das Altarbild, ein Mosaik mit dem Namen Ecce Homines (Seht die Menschen), das 1974 nach einem Entwurf Oskar Kokoschkas von dem italienischen Künstler Sergio Cicognani geschaffen wurde, ist ein Pendant zu dem gleichartigen Mosaik in schwarz-weißer Ausführung im Chorraum der alten Nikolaikirche. Das Mosaik ist nicht in die Wand eingelassen, sondern hängt frei als Bild über dem Altarkreuz.

Coester-Fenster
Das Elisabeth-Coester-Fenster

Das 1939 bereits fertiggestellte Kirchenfenster in der Eingangshalle zeigt verschiedene Szenen aus der Johannesoffenbarung. Es wurde von Elisabeth Coester noch für die alte Kirche erstellt. Der Krieg kam dann aber dazwischen. Die Eingangshalle der neuen Nikolaikirche wurde deshalb von den Architekten speziell für dieses Fenster gestaltet.
Elisabeth Coester (* 20. Februar 1900 in Rödinghausen; † 18. Mai 1941 in Detmold) war eine deutsche expressionistische Glasmalerin und Paramentikerin evangelischer Konfession.
 
Aus der Ruine der alten Nikolaikirche stammen auch die Steine des Taufaltars, der Torso einer Christusfigur und eine Statue des Erzbischofs Ansgar in der Eingangshalle.

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