Der Lübecker Schulgarten

13 Lübecker Bürger haben im Herbst 2014 den Verein "Förderung des Lübecker Schulgartens e.V." gegründet. Sein Ziel ist es, die biologische Vielfalt, die Schönheit und den Erholungswert des Schulgartens zu erhalten und zu fördern.

Die artenreiche Gartenpracht inmitten des wunderschönen Naherholungsgebietes zwischen Wakenitz und Trave verdankt ihren Namen der ihr einst zugedachten Bestimmung. In dem 1913 nach Plänen des Leiters vom Gartenamt der Freien und Hansestadt Lübeck Harry Maasz (* 5. Januar 1880 in Cloppenburg; † 24. August 1946 in Lübeck) angelegten Garten sollten Schulkinder durch eigene gärtnerische Arbeit mit dem Vegetationszyklus der Pflanzen vertraut werden. Naturkundlicher Unterricht bei einhergehender körperlicher Ertüchtigung war Zielsetzung dieser reformpädagogischen Bestrebungen.
In den Notzeiten der beiden Weltkriege wurden auf einem Großteil der Flächen, genau wie auch im Hamburger Stadtpark, Kartoffeln und Gemüse angebaut, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. 1949 wurde das Gelände wiederum zum Schul- und Schaugarten bestimmt und angelegt.

Mit dem Jahr 2017 erfuhr dieses besonders schützenswerte Areal die bestandssichernde Einstufung als "Gartendenkmal".
Bei stets wachsendem Interesse, gerade in der heutigen digitalen Welt, kommen zunehmend wieder Schulklassen zum vertiefenden Unterricht in Lübecks "grünes Klassenzimmer". Auch die Vererbungslehre nach Gregor Mendel ("Mendel'sche Gesetze") ergänzt hier anschaulich theoretisches Lehrbuchwissen. Und mit ungeduldiger Neugier machen sogar schon Kindergartenkinder unter Anleitung ihre ersten Pflanzenbekanntschaften.
Nicht nur als "Ort des Lernens" präsentiert sich dieses botanische Kleinod, sondern auch als Refugium zum Genießen von Mußestunden fernab städtischen Trubels, dabei mit einem behutsam gestalteten "Erlebnisangebot". Farbenfrohe Schaubeete mit ihren Wechselbepflanzungen, interessante Stauden, wichtige Nutz- und Heilpflanzen, Themengärten wie Alpinum, Heide-, Gemüse-, Bauern- und Senkgarten, Wildblumenwiese, Feuchtbiotope und Laubengang vermitteln einen Eindruck in die Vielfalt unserer Flora.

Mit der Schaffung eines biologischen Lehrpfades anhand didaktisch aufbereiteter Informationstafeln zu den vorhandenen Gartenbereichen ist es dem Förderverein dank finanzieller Unterstützung durch die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck gelungen, nachhaltige Umweltbildung erlebnisreich zu präsentieren. Die Errichtung einer Insektenwand als Nisthilfe und Lebensraum am Saumrand der Wildblumenwiese sowie die Aufbereitung eines Biotopbereiches für erdnistende Wildbienen am Alpinum komplettieren die erfahrbaren Grundlagen praktischen Umweltschutzes. Auch ein Bücherpavillon mit Fachliteratur lädt zur Lektüre im Grünen ein.
Markante Skulpturen wie der  "Panther" geschaffen 1934 von Fritz Behn (* 16. Juni 1878 in Klein Grabow; † 26. Januar 1970 in München) bereichern das Gelände. Fritz Behn wuchs in Lübeck auf, besuchte das Katharineum bevor er ein sehr erfolgreicher Bildhauer wurde. Die Schreitende Antilope (1925) in der Nähe des Holstentors und die Burgtorlöwen (1913) sind auch von ihm. Ernst Müller-Braunschweig (* 23. Januar 1860 in Ölper bei Braunschweig; † 7. September 1928 in Berlin-Charlottenburg) hat die andere Skulptur "Das wasserschöpfende Mädchen" um 1919/20 etwa geschaffen.

Der Förderverein bietet Führungen und Vorträge über den Umgang mit Pflanzen und Blumen an, es sollen gut 2.000 Pflanzenarten sein. Für Kinder und Jugendliche, für Kindergärten, allgemein- und berufsbildende Schulen stellt der Verein Unterrichtspakete und Entdeckungstouren auf der Webseite www.luebecker-schulgarten.de bereit.

 

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