Polizei in den Hansestadt Lübeck und Hamburg - einst und jetzt

Den Anfang des Polizeiwesens in Lübeck machte die Wette. Sie hatte im Mittelalter die Aufgabe, die vom Rat verhängten Strafgelder einzutreiben. Weil die Mehrzahl der Strafgelder wegen einer Übertretung der Gewerbevorschriften bezahlt werden mussten, entwickelte sich die Wette im Laufe der Zeit zur Gewerbe- und Handelspolizei. Ihr wurden zunehmend auch andere Aufgaben übertragen. Ihre Tätigkeit als Marktpolizei erklärt sich noch aus der  ursprünglichen Aufgabe . Ihr unterstand der Marktvogt, der alle Unregelmäßigkeiten auf dem Markt melden und anzeigen musste.



Weiter gingen die Aufgaben als Straßenpolizei. Die Wetteknechte und die Schobante (Abdecker) hatten darüber zu wachen, dass niemand zu schnell fuhr, die Straße beschädigte oder Unrat auf die Straße warf. Die Wetteknechte müssen gut aufgepasst haben, denn Lübeck galt als bemerkenswert sauber. Ähnlich war der Einsatz als Hafenpolizei. Der Travevogt sorgte dabei im Auftrag der Wette für die Ordnung im Hafen. Die Werften wurden von der Wette und dem Kämmereiamt gemeinsam überwacht.


Zudem arbeitete die Wette als Bau- und Feuerpolizei. Sie kontrollierte dabei sowohl die Einhaltung der Bauvorschriften als auch die Gebäude auf ihre Feuersicherheit. Später erweiterte sich ihre Aufgabe auf die Untersuchung von Brandursachen. Bei Verdacht auf Brandstiftung zeigte die Wette den Fall bei Gericht an.
Das Gesundheitswesen unterstand ebenfalls der Kontrolle der Wette. Dazu gehörten zu Beginn des 18. Jahrhunderts sogar die Prüfung der Ärzte und Heilkundigen.
Und schließlich wachte sie über Sitte und Anstand. Dabei hatte sie nicht nur ein Auge auf die Dirnen der Stadt, die in dafür ausgewiesenen Häusern ihrem Gewerbe nachgingen.. In diesen Aufgabenbereich fiel auch die Kontrolle der Luxusordnung und die Überprüfung der Hochzeits- und Kleiderordnungen.
Die Wette war im gesamten Stadtgebiet eingesetzt. Es galt als Schutzstätte des Friedens. Unter besonderem Schutz standen die Märkte in der Stadt und an der Trave, das Gelände rund um die Kirchen und um das Rathaus, der Schrangen, die Weinkeller und die Gerichte. Wer hier die Ruhe störte oder gewalttätig wurde, musste  mit einer verschärften Strafe rechnen.
Die Landwehr bildete auch die Landesfriedensgrenze. Innerhalb dieser Grenze hatte die Stadt die Rechtshoheit, durfte Rechtsbrecher aufgreifen und verurteilen.

Seit Februar 2014 hat Hamburg jetzt ein Polizeimuseum. Im historischen Wirtschaftsgebäude auf dem Gelände der Akademie der Polizei Hamburg begibt man sich auf eine Reise durch 200 jahre Polizeigeschichte. Entmilitarisierung, Entnazifizierung und Demokratisierung prägten die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Aufgaben der Polizei wurden auf Strafverfolgung und Gefahrenabwehr beschränkt. Dies alles und die Art und Weise wie die Polizei heutzutage ermittelt, wie sie Tatortspuren auswertet und wie sich die Arbeit des Kriminalbeamten seit Anfang des 19. Jahrhunderts verändert hat wird hier gezeigt.

Aktuelles immer hier...
Adresse: Carl-Cohn-Straße 39,  22297 Hamburg

 

Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.